XRP: Darum ist ein Ripple-Kurssturz auf 0,60 US$ realistisch
Ripple Mint rückt RLUSD ins Zentrum
Am 23. Juli hat Ripple mit Ripple Mint eine neue Plattform vorgestellt, über die Banken und Handelsunternehmen RLUSD ausgeben und wieder gegen US-Dollar einlösen können. Der Stablecoin ist an den Wert des US-Dollars gekoppelt und soll institutionellen Marktteilnehmern damit eine deutlich stabilere digitale Abwicklung ermöglichen als ein volatil handelbarer Krypto-Token.
Für Ripple ist Mint deshalb weit mehr als ein weiteres Produkt. Die Plattform soll Finanzinstituten den Zugang zu RLUSD erleichtern und damit die Nutzung des Stablecoins im professionellen Finanzgeschäft ausbauen. Auffällig ist allerdings, dass XRP in der Produktstrategie deutlich weniger Raum einnimmt als noch in früheren Vorstellungen über Ripples Wachstum.
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Die ursprüngliche XRP-Story verliert an Kraft
Die Investmentthese rund um XRP beruhte lange auf einer vergleichsweise einfachen Annahme: Je mehr Banken und Finanzinstitute Ripple-Technologien nutzen, desto größer werde die Nachfrage nach XRP – und damit letztlich auch der Wert des Tokens. Genau diese Verbindung wird nach Einschätzung des Krypto-Experten und Finanzbloggers Johnny Rice jedoch zunehmend schwächer.
Der entscheidende Grund liegt in der Entwicklung von RLUSD. Während XRP erheblichen Kursschwankungen unterliegt, soll der Stablecoin seinen Wert möglichst konstant bei einem US-Dollar halten. Für Banken, die Risiken minimieren und ihre Liquidität planbar steuern müssen, kann ein solches Instrument deshalb wesentlich attraktiver sein als ein volatiler digitaler Vermögenswert.
Damit entsteht eine paradoxe Situation: Ripple kann seine Präsenz im Finanzsektor weiter ausbauen, ohne dass dieser Erfolg zwangsläufig eine entsprechend starke Nachfrage nach XRP erzeugt. Je erfolgreicher RLUSD wird, desto stärker könnte sich die Verbindung zwischen Ripples Unternehmenswachstum und der Wertentwicklung von XRP lösen.
XRP wird zum ergänzenden Baustein
Auch die Kommunikation rund um Ripple Mint liefert laut Rice Hinweise auf diese strategische Verschiebung. Ripple beschreibt XRP demnach nicht mehr als zwingenden Mittelpunkt des institutionellen Geschäfts, sondern als ergänzendes Asset neben RLUSD. Gleichzeitig stellt das Unternehmen die verschiedenen Möglichkeiten heraus, wie Finanzinstitute den Stablecoin in ihre Abläufe integrieren können.
Für XRP ist das insofern relevant, als sich damit die frühere Vorstellung einer unmittelbaren Gleichung – mehr Ripple-Nutzung gleich mehr XRP-Nachfrage – zunehmend relativiert. Ripple kann seine Infrastruktur und sein Angebot erweitern, während ein wachsender Teil der wirtschaftlichen Aktivität über einen stabilen, dollarbasierten Token läuft.
Die Prognose: XRP bei 0,60 Dollar Ende 2027
Vor diesem Hintergrund kommt Rice zu einer ausgesprochen pessimistischen Einschätzung. Er erwartet, dass XRP bis Ende 2027 auf etwa 0,60 Dollar fallen könnte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Beitrags am 8. August 2026 wurde XRP mit rund 1,04 Dollar angegeben. Die Prognose würde damit einen deutlichen Rückgang gegenüber dem damaligen Niveau bedeuten.
Gleichzeitig räumt der Autor ein, dass Kryptowährungen nur schwer präzise zu bewerten sind und seine konkrete Zielmarke keineswegs sicher sei. Auch zwischenzeitliche kräftige Kursanstiege schließt er nicht aus. Seine zentrale These ist vielmehr langfristiger Natur: Selbst wenn Ripple und RLUSD erfolgreich wachsen, müsse dieser Erfolg nicht automatisch XRP zugutekommen.
Entscheidend ist die Entkopplung von Ripple und XRP
Die eigentliche Bedeutung der Entwicklung liegt damit weniger in der konkreten Marke von 0,60 Dollar als in einer möglichen strukturellen Veränderung. Sollte Ripple tatsächlich einen immer größeren Teil seines institutionellen Geschäfts über RLUSD abwickeln, könnte sich die bisherige Investmentstory von XRP grundlegend verändern.
Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass XRP wertlos oder technologisch bedeutungslos wird. Ripple kann XRP weiterhin als ergänzendes Asset innerhalb seines Ökosystems einsetzen, während die zugrunde liegende XRPL-Infrastruktur ebenfalls von neuen Anwendungen profitieren kann. Für Anleger stellt sich jedoch eine andere Frage: Reicht diese Rolle aus, um eine dauerhaft hohe Nachfrage nach dem Token zu erzeugen?
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Fazit
Ripple expandiert weiter im institutionellen Finanzgeschäft, doch der neue Schwerpunkt auf RLUSD könnte die langfristige Investmentthese für XRP schwächen. Die von Johnny Rice erwarteten 0,60 Dollar bis Ende 2027 sind eine spekulative Prognose, machen aber auf einen entscheidenden Punkt aufmerksam: Der Erfolg von Ripple und RLUSD muss künftig nicht mehr automatisch den Wert von XRP nach oben treiben.
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