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Deutsche Bank-Aktie: Fressen oder gefressen werden – siehe Commerzbank?

Eine Analyse
Der Konsolidierungsprozess im europäischen Bankensektor dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Ein aktuelles Beispiel ist die angestrebte Übernahme der Commerzbank. Sollte diese tatsächlich gelingen, bliebe die Deutsche Bank die einzige deutsche Großbank. Die Deutsche Bank-Aktie notiert am Freitag aktuell bei 32,80 €. Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Großbanken verlief die Kursentwicklung in den vergangenen Jahren allerdings deutlich moderater. Stellt sich nun die Frage: Wird die Deutsche Bank selbst zum Übernahmekandidaten – oder setzt sie künftig auf Expansion?

Der europäische Bankensektor bleibt in Bewegung

Im europäischen Bankensektor nimmt die Konsolidierung wieder Fahrt auf. Die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit zeigt, dass grenzüberschreitende Zusammenschlüsse zunehmend realistischer werden. In der Schweiz dominiert mit der UBS bereits nur noch ein international bedeutendes Institut.

Die Deutsche Bank liegt gemessen an der Marktkapitalisierung zwar weiterhin hinter den größten europäischen Wettbewerbern zurück, verfolgt jedoch den Anspruch, eine führende Rolle im europäischen Bankensektor einzunehmen.

Damit stellt sich die strategische Frage: Will die Deutsche Bank künftig selbst durch Übernahmen wachsen oder konzentriert sie sich auf organisches Wachstum und höhere Profitabilität?

Um langfristig mit den großen US-Banken konkurrieren zu können, dürfte eine weitere Konsolidierung im europäischen Bankensektor kaum vermeidbar sein.

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Profitabilität überzeugt

Unter Vorstandschef Christian Sewing hat sich die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Der Fokus liegt klar auf einer nachhaltig höheren Profitabilität.

Auch das zweite Quartal bestätigt diesen Trend. Der Vorsteuergewinn erreichte mit 2,68 Milliarden € ein Rekordniveau. Nach Steuern verblieb ein Gewinn von 1,64 Milliarden €. Besonders stark entwickelte sich erneut das Investmentbanking, dessen Gewinn um 60% auf 1,3 Milliarden € zulegte. Die Eigenkapitalrendite erreichte 11%.

Damit setzte die Bank die positive Entwicklung aus dem ersten Quartal konsequent fort.

Konzernziele bis 2028 erscheinen erreichbar

Nach der erfolgreichen Restrukturierung konzentriert sich die Deutsche Bank nun auf weiteres profitables Wachstum. Die Strategie „Globale Hausbank“ soll diesen Kurs fortsetzen.

Bis 2028 soll die Eigenkapitalrendite auf 13% steigen. Gleichzeitig soll das Aufwand-Ertrags-Verhältnis weiter verbessert werden. Bestandteil dieses Programms sind auch zusätzliche Effizienzmaßnahmen und ein weiterer Stellenabbau.

Vorstandschef Christian Sewing erklärte:

Zusammen mit unseren bisherigen Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unsere Zuversicht, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können.

Bewertung

Operativ befindet sich die Deutsche Bank auf einem überzeugenden Weg. Die Ertragskraft verbessert sich kontinuierlich und die Ziele bis 2028 erscheinen erreichbar.

Offen bleibt allerdings die langfristige strategische Ausrichtung. Die Strategie „Globale Hausbank“ deutet derzeit eher auf organisches Wachstum als auf größere Übernahmen in Europa hin. Gerade im Investmentbanking wäre jedoch eine stärkere internationale Positionierung sinnvoll, um gegenüber den großen US-Instituten konkurrenzfähiger zu werden.

Gleichzeitig könnte die vergleichsweise niedrige Marktkapitalisierung die Deutsche Bank selbst zu einem interessanten Übernahmeobjekt machen, falls die europäische Konsolidierung weiter an Dynamik gewinnt. Dafür gibt es derzeit zwar keine konkreten Hinweise, die Fantasie bleibt jedoch bestehen.

ℹ️ Deutsche Bank in Kürze

  • Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
  • Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
  • Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell rund 61,5 Milliarden €.

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Fazit

Die operative Entwicklung überzeugt und die Profitabilität dürfte sich weiter verbessern. Ob die Deutsche Bank künftig selbst als Käufer auftritt oder langfristig zum Übernahmekandidaten wird, bleibt offen.

Unabhängig davon halte ich die Aktie weiterhin für attraktiv. Neben einer Dividendenrendite von rund 3% sprechen die steigende Ertragskraft und die solide Kapitalausstattung für weiteres Kurspotenzial. Mittelfristig erscheint aus meiner Sicht ein Kurs von rund 40 € realistisch.

Sollte sie ein Übernahmeobjekt werden, ist mit einem deutlichen Kursanstieg zu rechnen.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.