BlackRock-Aktie: Neues Rekordquartal in den Geschichtsbüchern

Ergebnis: Mehr ist Mehr
Polina Dmitrovskaya
Big, bigger, BlackRock. Am Mittwoch geschah etwas, das selbst für die Wall Street ungewöhnlich ist: Der größte Vermögensverwalter meldet Zahlen und die Aktie schießt zeitweise um über +7% nach oben. BlackRock hat gerade eine Schallmauer durchbrochen, die es zuvor noch nie gab: 15,3 Billionen US$ verwaltetes Vermögen. Was dahintersteckt, verrät so einiges über die Zukunft der Finanzbranche.

ETF-Gigant in seiner Blütezeit

Es sind Zahlen, die die Dimensionen sprengen. BlackRock meldete für das zweite Quartal 2026 einen Nettogewinn vonrund 2 Milliarden US$ nach 1,6 Milliarden US$ im Vorjahr, der Umsatz legte um 31% auf 7 Milliarden US$ zu – deutlich über den Erwartungen der Analysten. Die bereinigte operative Marge kletterte auf 46%, den höchsten Stand seit fast fünf Jahren.

Der eigentliche Rekord aber ist das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AUM): Es stieg erstmals in der Firmengeschichte auf 15,3 Billionen US$. Vor einem Jahr waren es noch 12,53 Billionen US$. Das entspricht dem Wert aller börsennotierten Unternehmen in Deutschland mal Fünf.

Kunden pumpten im zweiten Quartal netto 192 Milliarden US$ neues Kapital in BlackRocks Produkte, im ersten Halbjahr waren es zusammen 321 Milliarden US$ – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Langsam wird die Größe und vor allem das Wachstum unheimlich.

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Der ETF-Boom trägt das Geschäft

Den Löwenanteil der Zuflüsse steuerte wenig überraschend die ETF-Sparte iShares bei: 178 Milliarden US$ flossen allein hier hinein, das verwaltete Vermögen der Plattform überschritt dabei erstmals die Marke von 6 Billionen US$, was einer Verdopplung innerhalb von nur drei Jahren entspricht.

Der spannendste Trend: Institutionelle wechseln die Seiten

Deutlich interessanter als die reinen Rekordzahlen ist ein struktureller Trend, der sich in den Flows versteckt. Unterm Strich zogen institutionelle Anleger, also Profis, 41 Milliarden US$ aus kostengünstigen passiven Produkten ab und schoben 44 Milliarden in aktiv gemanagte Produkte. Konzernweit verzeichneten aktive Produkte Zuflüsse von 53 Milliarden US$.

Damit bestätigt sich ein Muster, das die gesamte Asset-Management-Branche 2026 umtreibt: Institutionelle Investoren verlassen sich nicht mehr blind auf passive Standard-ETFs, sondern suchen gezielt nach Differenzierung. Und der der Grund liegt auf der Hand, denn in einem von hohen Zinsen und makroökonomischer Unsicherheit (Nahost-Konflikt, Inflation) geprägten Umfeld wollen sie die enormen Marktbewegungen für sich nutzen.

So haben bereits die US-Banken, die Anfang der Woche ihre Ergebnisse präsentierten, eine starke Performance und hohe Gewinnen im Trading bekanntgegeben.

Skaleneffekt

Was diese Zahlen letztlich zeigen ist, dass die Größe im Asset Management der entscheidende Wettbewerbsvorteil ist. Je mehr Vermögen BlackRock verwaltet, desto günstiger kann der Konzern operieren (Skaleneffekt), während gleichzeitig margenstärkere Bereiche wie Technologie (Aladdin +13% Erlöswachstum), Private Markets und aktive Strategien überproportional wachsen.

CEO Larry Fink brachte es selbst auf den Punkt:

Unsere Dynamik beschleunigt sich, ich war nie optimistischer für das weitere Wachstum.

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Polina Dmitrovskaya

Fazit

BlackRock liefert hier ein Lehrstück für die gesamte Finanzbranche: Geldanlage wird immer präsenter, immer mehr Menschen steigen über passive Strategien wie ETFs ein und die alteingesessenen ETF-Anleger trauen sich an aktive Strategien ran. Das ist ein Shift, den es sich lohnt weiterzuverfolgen. BlackRock ist die naheliegendste Aktie, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Vor allem durch seine starke iShares-Sparte, von der noch weiteres, exponentielles Wachstum zu erwarten ist.

Allerdings vergessen viele bei all den beeindruckenden Zahlen, dass ein Großteil des AUM-Wachstums von den zuletzt stark gestiegenen Aktienmärkten getragen wurde und damit nicht rein organisch ist.

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