SpaceX-Aktie: Wann wird aus der Korrektur eine Kaufchance?
Große Diskrepanz zwischen Kursverlauf und Analystenmeinung
Obwohl SpaceX inzwischen sogar in den Nasdaq 100 aufgenommen wurde – ein Schritt, der normalerweise zusätzliche Nachfrage durch ETFs erzeugt –, notiert die Aktie inzwischen sogar unter ihrem ersten Börsenkurs von 150 US$. Doch während Anleger verkaufen, bleiben die meisten Analysten ausgesprochen optimistisch.
Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei rund 240 US$ und signalisiert damit ein Aufwärtspotenzial von mehr als +60%. Besonders offensiv zeigt sich Raymond James mit einem Kursziel von schier unglaublichen 800 US$. Und auch die Citigroup hält zunächst 200 US$ für realistisch, sieht langfristig aber sogar Potenzial für Kurse von über 900 US$, sofern Starship den Sprung in den kommerziellen Regelbetrieb schafft.
Auch Morgan Stanley sieht im Erfolgsfall deutlich höhere Bewertungen, verweist aber zugleich auf erhebliche Rückschlagrisiken bei technischen Verzögerungen.
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Starship entscheidet über Milliardenbewertung
Der Schlüssel zur langfristigen Investmentstory bleibt Starship. Gelingt es SpaceX, die vollständig wiederverwendbare Rakete wirtschaftlich einzusetzen, könnten sich die Startkosten drastisch reduzieren. Davon würden nicht nur das Satellitengeschäft Starlink, sondern auch zukünftige Geschäftsfelder wie KI-Infrastruktur oder industrielle Anwendungen im Orbit profitieren.
Doch genau hier setzen die Kritiker an. Mehrere Analysten halten die aktuellen Erwartungen bereits für extrem ambitioniert. Morningstar bezifferte den fairen Unternehmenswert bereits vor dem Börsengang deutlich unter der damaligen Bewertung. Auch skeptische Stimmen wie CFRA oder MoffettNathanson warnen davor, dass die Aktie zahlreiche zukünftige Erfolge bereits vollständig eingepreist habe. Hinzu kommt, dass SpaceX Schätzungen zufolge erst 2027 nachhaltig profitabel arbeiten dürfte.
Lock-up-Ende könnte den Verkaufsdruck weiter erhöhen
Kurzfristig dürfte vor allem das Ende der Lock-up-Periode zum entscheidenden Belastungsfaktor werden. Sobald frühe Investoren, Mitarbeiter und Finanzinvestoren ihre bislang gesperrten Aktien verkaufen dürfen, steigt das Angebot am Markt oftmals deutlich an. Historisch haben viele große Technologie-IPOs rund um diesen Zeitpunkt ihre Tiefpunkte markiert.
Im Fall von SpaceX ist das endgültige Ende der regulären Lock-up-Periode der 08. Dezember.
Auch der Vergleich mit früheren Börsenlieblingen wie Meta, Uber oder Alibaba spricht für Vorsicht. Diese Aktien verloren nach ihrem Börsendebüt zwischen -50% und -60%, bevor sich langfristige Aufwärtstrends etablieren konnten. Überträgt man dieses Muster auf SpaceX, rückt insbesondere die Zone zwischen 110 und 115 US$ als potenziell attraktive Einstiegsregion in den Fokus. Im Falle einer ausgeprägten Übertreibung nach unten wäre aber selbst ein Rücksetzer in Richtung 95 US$ nicht auszuschließen.
ℹ️ SpaceX in Kürze
- SpaceX (kurz für Space Exploration Technologies) (WKN: A42D4F) ist ein 2002 von Elon Musk gegründeter Raumfahrt- und Technologiekonzern mit Sitz in Hawthorne in Kalifornien.
- Langfristiges Ziel des Konzerns ist es, die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies zu machen und eine dauerhafte Kolonie auf dem Mars zu errichten.
- Das Geschäftsmodell von SpaceX beruht auf den drei Säulen Transport und Raketentechnologie, Satelliteninternet (Starlink) und KI-Infrastruktur (xAI).
- SpaceX betreibt nicht nur das größte Satellitennetzwerk der Erde, sondern plant auch gigantische orbitale KI-Rechenzentren.
- Gründer und CEO Elon Musk kontrolliert auch nach dem Börsengang im Juni 2026 42% des Kapitals und 84% der Stimmrechte.
- SpaceX notiert an der Technologiebörse Nasdaq und wird in Kürze in den Nasdaq 100-Index aufgenommen. Mit einem Börsenwert von 1,91 Billionen US$ gehört es zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt. Aktuell belegt SpaceX Platz 7.
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Fazit
Langfristig besitzt SpaceX zweifellos das Potenzial, eine der bedeutendsten Technologieplattformen der kommenden Jahrzehnte aufzubauen. Kurzfristig dürften jedoch hohe Bewertung, operative Risiken und das bevorstehende Lock-up-Ende für anhaltende Schwankungen sorgen.
Wer von der langfristigen Story überzeugt ist, dürfte meiner Meinung nach weniger auf den ultimativen Tiefpunkt setzen als vielmehr auf eine gestaffelte Einstiegsstrategie. Anleger sollten angesichts der hohen Volatilität aber in jedem Fall die nötige Geduld mitbringen und nicht auf schnelle Gewinne aus sein.
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