Hochtief-Aktie: Gibt ihr das noch mehr Schub?
Der Adelstitel für eine deutsche Aktie
Es ist, wenn man so will, der Adelstitel für jede deutsche Aktie: die Aufnahme in den DAX. Am 22. Juni steigt die Hochtief-Aktie in den deutschen Leitindex auf und wird dort die Porsche SE ersetzen.
Das hat die Deutsche Börse über ihre Index-Tochter ISS Stoxx am Mittwochabend beschlossen. Damit rückt Hochtief erstmals in seiner Unternehmensgeschichte in die Riege der 40 wertvollsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands auf.
Die DAX-Aufnahme ist für Hochtief weit mehr als nur ein Prestigegewinn – sie hat handfeste wirtschaftliche und finanzielle Konsequenzen für die Aktie. Die unmittelbare und spürbarste Folge betrifft die Kapitalströme am Finanzmarkt.
Zahlreiche passive Indexfonds (ETFs) und auch aktiv gemanagte Investmentfonds bilden den DAX exakt oder weitgehend ab. Sobald Hochtief am 22. Juni offizieller Teil des Index wird, müssen diese Fonds die Aktie in großen Stückzahlen kaufen, um den Index korrekt abzubilden. Dieser Effekt könnte der Hochtief-Aktie durchaus einen Schub geben.
Zudem sorgt die Aufnahme in den deutschen Leitindex für deutlich mehr Sichtbarkeit bei internationalen Großinvestoren. Als MDAX-Unternehmen flog Hochtief unter dem Radar der meisten internationalen Investoren.
Durch den Aufstieg rückt Hochtief automatisch auf die Monitore globaler Fondsmanager. Auch das könnte in den kommenden Wochen und Monaten für eine stärkere Nachfrage nach der Hochtief-Aktie sorgen.
Und nicht zuletzt könnten sich auch die Finanzierungsbedingungen von Hochtief am Kapitalmarkt verbessern. Unternehmen im DAX genießen bei Banken und am Anleihemarkt eine höhere Bonitäts-Wahrnehmung ("Blue-Chip-Status"). Wenn Hochtief künftig neue Unternehmensanleihen ausgibt oder Kredite für milliardenschwere Infrastrukturprojekte aufnimmt, kann der DAX-Status dazu beitragen, bessere Zinskonditionen zu verhandeln. Für einen kapitalintensiven Bau- und Dienstleistungskonzern ist das zweifellos ein Wettbewerbsvorteil.
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Keine Hinweise auf eine Trendwende
Das Chartbild der Hochtief-Aktie befindet sich trotz der leichten Kurskorrektur im Mai immer noch in allerbester Verfassung. Der seit Ende 2022 anhaltende Aufwärtstrend des Bautitels ist nach wie vor voll intakt. Charttechnisch gibt es aktuell keine Hinweise auf eine Trendwende.
Das ist ein Bau- und kein Technologiekonzern
In meiner letzten Analyse der Hochtief-Aktie zum Allzeithoch Anfang Mai habe ich Anleger eindringlich vor einem Investment gewarnt. Seitdem ist der Aktienkurs um -10% eingebrochen.
Auch heute will ich trotz der guten Nachricht meine Warnung erneuern. Die Hochtief-Aktie ist kein Investment wert.
Ja, der Baukonzern profitiert enorm vom Infrastrukturboom in Deutschland und vielen anderen Ländern, baut ein Rechenzentrum nach dem anderen und sitzt auf einem gewaltigen Auftragsberg von rund 75 Milliarden €. Aber die Bewertung der Hochtief-Aktie ähnelt eher der eines Technologiekonzerns. Hochtief ist und bleibt aber ein Baukonzern.
Das Forward-KGV liegt aktuell bei 35. Das ist für ein Unternehmen, das gegenwärtig mit rund 12% pro Jahr wächst und eine operative Marge von 3% besitzt, ein schlechter Scherz.
Abschließend: Aktien, bei denen wir von SD ein Upside sehen, findest Du übrigens in unseren Top-Picks 2026!
ℹ️ Hochtief in Kürze
- Hochtief (WKN: 607000) ist ein internationaler, führender Baukonzern. Neben dem klassischen Baugeschäft entwickelt der Konzern sich immer mehr zum Projekt-Unternehmen mit einem breiten Dienstleistungsgeschäft.
- Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen. Großaktionär mit 77,5% ist die spanische ACS-Gruppe.
- Die Aktie ist im MDAX gelistet und wird aktuell mit 38,5 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Bei Hochtief hat die Börse jedes vernünftige Bewertungsmaß verloren. Die Hochtief-Aktie ist nach wie vor extrem überbewertet. Auch durch den DAX-Aufstieg ändert sich daran rein gar nichts. Ein Crash ist meiner Überzeugung nach hier unvermeidbar.