Rheinmetall-Aktie: 2.000 € Kursziel – ist das realistisch?
Neue Aufträge geben der Aktie wieder etwas Rückenwind
Zuletzt konnte Rheinmetall gleich mehrere positive Meldungen vorlegen. Gemeinsam mit Lockheed Martin will der Konzern künftig ATACMS-Raketen in Deutschland produzieren. Es wäre die erste Fertigung dieses Raketentyps außerhalb der USA. Bislang handelt es sich allerdings zunächst um eine Absichtserklärung und noch nicht um einen festen Großauftrag.
Hinzu kommt ein Auftrag über vier Skynex-Flugabwehrsysteme für einen internationalen Kunden. Das Volumen liegt bei mehreren Hundert Millionen Euro. Rheinmetall hat außerdem zusammen mit MBDA einen Entwicklungsauftrag für ein Hochenergie-Lasersystem der Deutschen Marine erhalten, das ab 2029 einsatzbereit sein soll.
Die neuen Projekte zeigen, dass Rheinmetall längst nicht mehr nur vom klassischen Geschäft mit Panzern und Munition abhängig ist. Flugabwehr, Raketen, Drohnen und Lasersysteme gewinnen im Konzern zunehmend an Bedeutung. Ganz ausgeräumt sind die Belastungen der vergangenen Wochen aber nicht.
Nachdem Deutschland das F126-Fregattenprogramm aufgegeben hatte, stoppte Rheinmetall die geplante Schaffung von rund 1.000 zusätzlichen Stellen im Marineschiffbau. JPMorgan geht deshalb davon aus, dass der Konzern sein für 2026 angepeiltes Auftragseingangsziel von 80 Milliarden € wahrscheinlich verfehlen wird.
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Der Kurs sucht nach dem starken Rücksetzer einen Boden
Inzwischen hat der Verkaufsdruck etwas nachgelassen und die Rheinmetall-Aktie versucht, wieder Tritt zu fassen. Auf dem Weg nach oben wartet allerdings mit 1.577 € ein massiver Widerstandsbereich. Erst ein Sprung über diese Marke würde den Käufern wieder spürbar Rückenwind geben und den Weg in Richtung der bisherigen Höchststände ebnen.
Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 900 € die wichtigste Unterstützung. Dort konnte die Aktie den jüngsten Rücksetzer stoppen. Fällt der Kurs erneut unter dieses Niveau, dürfte der Verkaufsdruck wieder zunehmen. Nach der starken Rally der vergangenen Jahre bleiben größere Schwankungen daher weiterhin jederzeit möglich.

Rheinmetall-Aktie
Analysten rechnen weiterhin mit deutlich höheren Kursen
Die Analysten haben ihre Erwartungen nach den jüngsten Rückschlägen teilweise zurückgenommen, bleiben Rheinmetall aber überwiegend positiv gegenüber. Barclays sieht den fairen Wert bei 2.000 €, die Deutsche Bank nennt 1.800 €, Berenberg 1.600 € und Jefferies 1.300 €. Auch die UBS hält an ihrer Kaufempfehlung fest, senkte ihr Kursziel allerdings von 2.200 auf 1.600 €. Als Gründe gelten unter anderem die schwächere Umsatzentwicklung zu Jahresbeginn sowie offene Fragen zur kurzfristigen Margen- und Cashflow-Entwicklung.
ℹ️ Rheinmetall AG in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei 46 Milliarden €.
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Fazit
Die hohen Kursziele zeigen, dass viele Experten weiter an das langfristige Wachstum des Konzerns glauben. Sie sind jedoch kein Garant dafür, dass die Aktie kurzfristig wieder zu ihren alten Höchstständen zurückkehrt. Dafür muss Rheinmetall zeigen, dass aus den zahlreichen Ankündigungen und Großaufträgen auch entsprechend schnell Umsatz, Cashflow und Gewinn entstehen.