Aixtron-Aktie: Wie weit kann die Rallye noch gehen?
KI-Rechenzentren werden zum Wachstumsmotor
Die Rallye bei Aixtron kennt derzeit kaum Pausen. Der Anlagenbauer für die Halbleiterindustrie zählt zu den größten Gewinnern im deutschen Technologiesektor – und bekommt nun auch kräftigen Rückenwind von der Wall Street. Die Bank of America (BofA) hat ihre Kaufempfehlung bekräftigt und das Kursziel deutlich von 54 auf 72 € angehoben. Für die Analysten ist klar: „Der Weg zur KI-Energie führt über Aixtron.“
Im Mittelpunkt der Neubewertung steht der explodierende Strombedarf moderner KI-Rechenzentren. Genau hier spielt Aixtron mit seinen Epitaxie-Anlagen eine Schlüsselrolle. Besonders stark positioniert ist das Unternehmen bei Galliumnitrid- (GaN) und Siliziumkarbid-Technologien (SiC), die für energieeffiziente Stromversorgung, Hochvoltanwendungen und schnelle Datenübertragung benötigt werden.
Nach Einschätzung der US-Bank dürfte sich der Markt für analoge Leistungshalbleiter im KI-Bereich bis 2030 mehr als verdreifachen. Aixtron profitiert dabei gleich mehrfach: Bei GaN-Anlagen hält der Konzern laut BofA mehr als 90% Marktanteil, bei SiC-Anlagen rund 40%.
Zusätzlichen Rückenwind liefert die Optoelektronik. Hier geht es um Laser- und Datenübertragungstechnologien für KI-Rechenzentren – ein Markt, in dem Aixtron ebenfalls eine dominierende Stellung einnimmt. Die Nachfrage ist inzwischen so hoch, dass Kunden ihre Auslieferungen teilweise bereits auf 2027 verschieben müssen.
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Auftragseingang zieht kräftig an
Die operative Entwicklung zeigt bereits deutliche Spuren des KI-Booms. Im ersten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang um 30% auf 171,4 Millionen €. Fast 70% der Bestellungen entfielen auf das Optoelektronik-Geschäft.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt ein neuer Auftrag von Lumentum. Der US-Konzern bestellte mehrere G10-AsP-MOCVD-Systeme für die Herstellung indiumphosphidbasierter Komponenten, die in Hochgeschwindigkeitsnetzwerken von KI-Rechenzentren eingesetzt werden.
Der Anlagen-Auftragsbestand kletterte auf 359,1 Millionen € und signalisiert zunehmende Dynamik für die kommenden Quartale. Gleichzeitig hob Aixtron seine Jahresprognose an und erwartet für 2026 nun rund 560 Millionen € Umsatz sowie eine EBIT-Marge von 17 bis 20%.
Bewertung wird immer ambitionierter
Die Euphorie hat allerdings ihren Preis. Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie inzwischen mehr als verdreifacht, auf Sicht von zwölf Monaten sogar annähernd verfünffacht. Damit gehört Aixtron inzwischen zu den teuersten europäischen Halbleiterwerten.
Das Forward-KGV liegt mittlerweile bei über 70 – ein Bewertungsniveau, das nur mit dauerhaft hohen Wachstumsraten zu rechtfertigen ist. Hinzu kommt: Das Zahlenwerk ist trotz der starken Auftragslage noch nicht makellos. Im ersten Quartal schrieb Aixtron operativ rote Zahlen, während Umsatz und EBIT noch deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen.
Auch institutionelle Investoren werden vorsichtiger. Goldman Sachs reduzierte zuletzt seine Gesamtposition unter die Marke von 10% – ein Signal, das nach der starken Rallye genau beobachtet wird.
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Charttechnik spricht weiter für die Bullen
Charttechnisch bleibt das Bild dennoch beeindruckend. Die Aktie hat die langjährige Widerstandszone zwischen 34 und 40 € dynamisch durchbrochen und damit ein starkes Kaufsignal aktiviert. Mit dem Ausbruch wurde zugleich der Weg in Richtung des Rekordhochs aus der Dotcom-Ära bei 89,50 € freigemacht.
ℹ️ Aixtron in Kürze
- Aixtron ist ein Hersteller von CVD-Anlagen (Chemical Vapour Deposition), mit denen Bauelemente für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs- und organischen Halbleitern produziert werden.
- In einigen Bereichen gehört das Unternehmen zu den weltweit führenden CVD-Anlagenherstellern. Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenrath.
- Das Unternehmen ist Mitglied im MDAX und im TecDAX und wird an der Börse aktuell mit rund 6,4 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Solange der Titel oberhalb der alten Ausbruchszone notiert, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Kurzfristig könnte die hohe Bewertung zwar jederzeit für schärfere Rücksetzer sorgen. Fundamental und charttechnisch spielt Aixtron derzeit aber weiterhin in einer der heißesten Wachstumsstories Europas mit.