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CrowdStrike-Aktie +12%: Jetzt noch kaufen?

IBM als Katalysator
Vincent Uhr

Die Aktie von CrowdStrike zeigte sich am Dienstag in einer geradezu blendenden Verfassung. Die Anteilsscheine legten am 14. Juli um +12,1% zu und beendeten den Handel bei 210,73 $. In der Spitze kletterte der Kurs sogar auf 211 $. Seit Jahresanfang hat die Aktie damit mittlerweile rund +80% an Wert gewonnen. Der überraschende Grund für den jüngsten Kurssprung: Nicht CrowdStrike selbst legte neue Zahlen vor. Ausgerechnet eine Gewinnwarnung von IBM entfachte neue Begeisterung für Cybersecurity-Aktien. Aber ist das wirklich ein Grund, jetzt noch auf diese Erfolgsgeschichte zu setzen?

CrowdStrike: IBM liefert unfreiwillig die Kaufstory

Eigentlich hatte IBM am Dienstag wenig Grund zum Feiern. Der traditionsreiche Technologiekonzern veröffentlichte vorläufige Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz stieg lediglich um +1% auf 17,2 Milliarden US$. Während die Softwareerlöse um +5% zulegten, brach der Umsatz im Infrastrukturgeschäft um -7% ein. Die IBM-Aktie verlor daraufhin rund ein Viertel ihres Börsenwertes.

Für CrowdStrike war jedoch ein einzelner Satz aus dem Investorenbrief von IBM-Chef Arvind Krishna entscheidend. Krishna erklärte, dass Kunden ihre Investitionsbudgets kurzfristig in Richtung Server, Speicher und Arbeitsspeicher verschoben hätten. Zudem seien Unternehmen durch sich schnell verändernde, branchenweite Cybersecurity-Sorgen abgelenkt worden.

An der Wall Street wurde diese Aussage als Hinweis darauf verstanden, dass Unternehmen mehr Aufmerksamkeit und womöglich auch mehr Geld in ihre IT-Sicherheit stecken müssen. Neben CrowdStrike profitierten deshalb auch Palo Alto Networks, Zscaler, Fortinet und Okta. Das US-Unternehmen führte die Bewegung jedoch mit deutlichem Abstand an.

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Mehr als nur ein Satz aus einem IBM-Brief

Vollkommen aus der Luft gegriffen ist die Begeisterung nicht. IBM und CrowdStrike arbeiten bereits zusammen. Erst im März 2026 erweiterten die Unternehmen ihre strategische Partnerschaft. Dabei wird das Unternehmen KI-Lösung Charlotte AI mit IBMs Plattform ATOM verbunden. Auch in den von IBM angebotenen Sicherheitsdienstleistungen soll die Falcon-Plattform von CrowdStrike verstärkt zum Einsatz kommen.

Die beiden Unternehmen wollen dadurch Cyberangriffe schneller erkennen, untersuchen und eindämmen. Laut den von IBM und CrowdStrike veröffentlichten Daten ist die durchschnittliche Zeit, die Cyberkriminelle benötigen, um sich nach einem ersten Zugriff innerhalb eines Unternehmensnetzwerks auszubreiten, auf 29 Minuten gefallen. Im schnellsten beobachteten Fall waren es lediglich 27 Sekunden.

Hinzu kommen starke operative Ergebnisse. CrowdStrike steigerte den Umsatz im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2027 um +26% auf 1,39 Milliarden US$. Die jährlich wiederkehrenden Erlöse, kurz ARR, wuchsen um +24% auf 5,51 Milliarden US$. Gleichzeitig erzielte das Unternehmen einen freien Cashflow von 468 Millionen US$ und hob seine Erwartungen für das Wachstum der neu gewonnenen ARR deutlich an. CrowdStrike profitiert somit schon heute von einer kräftigen Nachfrage und nicht nur von einer vagen Aussage des IBM-Chefs.

ℹ️ CrowdStrike in Kürze

  • CrowdStrike Holdings (WKN: A2PK2R) ist ein US-amerikanischer Cybersecurity-Spezialist mit Hauptsitz im kalifornischen Sunnyvale.
  • Kerngeschäft des Unternehmens sind die Aufklärung über Bedrohungen, der Schutz von Endgeräten und Reaktionsdienste auf Cyberattacken.
  • In der Vergangenheit war CrowdStrike an der Analyse und Aufklärung verschiedener Hackerangriffe beteiligt.
  • CrowdStrike ist Mitglied im US-Technologieindex Nasdaq 100 und aktuell ca. 217 Milliarden US$ wert.

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Vincent Uhr

Fazit

CrowdStrike bleibt eine spannende Wachstumsgeschichte, die durch die Aussagen von IBM wieder an Fahrt aufgenommen hat. Das Megatrend-Thema Cybersecurity bleibt der langfristige Werttreiber. Wichtig ist, dass das US-Sicherheitsunternehmen jetzt zunehmend profitabel wächst. Bei einer Marktkapitalisierung von 214 Milliarden US$ und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von ca. 40 ist aber viel Erwartungen in die Aktie eingepreist. Ich persönlich würde auf einen Kursrücksetzer warten, ehe ich die Aktie kaufe.

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