Hensoldt-Aktie: Ein vernachlässigter Rüstungswert?

Neue Geschäftszahlen

Die Hensoldt-Aktie musste seit dem Hoch im Oktober mit rund 116 € herbe Verluste hinnehmen. Von dem Tief im März mit rund 66 € wurde wieder ein deutlicher Anstieg erzielt. Am Donnerstag verliert sie aktuell -1% und steht bei rund 80 €. Besteht hier noch weiteres Potenzial?

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Rekordauftragseingang erzielt

Die westliche Welt befindet sich in einer Phase der Aufrüstung, das gilt insbesondere für die europäischen NATO‑Staaten. Das schlägt sich in den Auftragseingängen von Hensoldt nieder; diese haben sich mit knapp 1,5 Milliarden € mehr als verdoppelt. Der Auftragsbestand erreichte mit 9,8 Milliarden € ebenfalls ein Rekordniveau – im Vorjahreszeitraum hatte er bei 6,9 Milliarden € gelegen. Hauptsächlich das Segment Optronics verzeichnete einen deutlich höheren Auftragseingang.

Der Umsatz in den ersten drei Monaten verbesserte sich um 25% auf rund 0,5 Milliarden €. Das Book-to-Bill-Verhältnis (Auftragseingang zu Umsatz) erhöhte sich von 1,8x auf 3x. Das bereinigte EBITDA stieg von 30 auf 44 Millionen €. Die sich daraus ergebende EBITDA‑Marge erhöhte sich von 7,6 auf 8,9%.

Das Defizit beim Free Cashflow reduzierte sich von 107 auf 95 Millionen €. Das zeigt, dass der Konzern nach wie vor hohe Investitionen tätigt. Im März wurde die niederländische Nedinsco, ein Optronic-Spezialist, übernommen.

In der Summe sind die Quartalszahlen vom 6. Mai sehr gut ausgefallen.

Christian Ladurner, CFO von HENSOLDT, kommentierte die Geschäftsentwicklung so:

Unser Rekordauftragsbestand von nahezu 10 Mrd. EUR schafft eine hohe Visibilität und bildet die Grundlage für weiteres Wachstum.

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Prognose bestätigt

Aufgrund der guten Geschäftszahlen im ersten Quartal bestätigte der Konzern seine Jahresprognose. Demnach wird mit einem Umsatz von 2,75 Milliarden € gerechnet. Beim Book-to-Bill-Verhältnis stehen 1,5x bis 2x auf der Agenda.

Analysten sind zuversichtlich

Die Analysten sehen einheitlich weiteres Potenzial. Dabei reicht deren Bandbreite von 85 € bis 101 €. JP Morgan begründet seinen Zielkurs von 85 € damit, dass die Zahlen im Rahmen der Erwartungswerte lagen.

Mein Fazit

Ich teile die Einschätzungen der Analysten und sehe weiteres Potenzial. Allerdings sind die großen Kurssprünge erst mal vorbei. Der faire Wert dürfte bei 90 € liegen.

Dass die Zahlen besser ausfielen, war keine Überraschung. Auch die hohen Auftragseingänge waren zu erwarten.

Momentan stehen die Rüstungswerte nicht mehr so stark im Fokus, KI-Werte boomen aktuell.

Kurzfristig ist das Potenzial begrenzt, mittelfristig sieht es wieder besser aus. Dann sind auch wieder dreistellige Kurse zu erwarten.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die Profiteur zu großen Profiteuren werden dürften.

ℹ️ Hensoldt in Kürze

  • Die Hensoldt AG (WKN: HAG000) mit Sitz in Taufkirchen bei München ist ein Rüstungsunternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Radar- und Sensortechnologien spezialisiert ist.
  • Hauptprodukte sind Radar-, Avionik- und optoelektronische Systeme sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung.
  • Hensoldt ging 2017 aus Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space hervor und notiert seit 2020 an der Börse.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und ca. 9,3 Milliarden € an der Börse wert.
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