SpaceX-IPO: Was gibt es Neues?
Der Raumfahrtkonzern SpaceX steht offenbar kurz vor einem der größten Börsengänge der Wirtschaftsgeschichte. Wie aus Insiderkreisen bekannt wurde, hat das von Elon Musk geführte Unternehmen bereits im vergangenen Monat vertraulich Unterlagen für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.
Ab dem 8. Juni soll die sogenannte IPO-Roadshow starten. Dabei präsentieren Unternehmensvertreter die Aktie institutionellen Investoren und Analysten, um Interesse für den Börsengang zu wecken. Ein konkretes Datum für die Erstnotiz wurde bislang zwar nicht genannt, Marktbeobachter rechnen jedoch mit einem Handelsstart Ende Juni oder Anfang Juli.
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Bewertung sprengt bisherige Maßstäbe
Mit einer angestrebten Unternehmensbewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar könnte SpaceX sämtliche bisherigen IPO-Rekorde deutlich übertreffen. Bislang gilt der Börsengang von Alibaba als größter IPO in der Geschichte der US-Börsen. Das chinesische Unternehmen wurde bei seinem Debüt allerdings „nur“ mit rund 169 Milliarden Dollar bewertet – ein Bruchteil dessen, was SpaceX nun anstrebt.
Die Erwartungen an den Börsengang sind entsprechend hoch. Anleger und Analysten sehen in SpaceX nicht nur einen führenden Raumfahrtkonzern, sondern auch einen zentralen Akteur im Zukunftsmarkt für Satellitenkommunikation und kommerzielle Raumfahrt.
Historische Daten mahnen zur Vorsicht
Trotz der großen Euphorie warnen Experten davor, unmittelbar nach dem Börsengang einzusteigen. Historische Daten zeigen, dass gerade große IPOs häufig zunächst stark unter Druck geraten.
Laut dem IPO-Forscher Jay Ritter legten zwischen 1980 und 2025 rund 9.300 Unternehmen bei ihrem ersten Handelstag durchschnittlich um 19 Prozent zu. Dieser anfängliche Kurssprung hält jedoch oft nicht lange an.
Ein Blick auf die größten Börsengänge der vergangenen Jahrzehnte zeigt ein klares Muster: Viele prominente Aktien verloren bereits wenige Monate nach ihrem Debüt deutlich an Wert. Unternehmen wie Meta Platforms, Uber Technologies, Rivian Automotive oder Coupang verzeichneten teils erhebliche Rückgänge.
Im Median lagen die zehn größten US-IPOs drei Monate nach Börsenstart bereits zehn Prozent im Minus. Nach einem Jahr betrug der durchschnittliche Rückgang sogar 31 Prozent.
Viele Mega-IPOs schlagen den Markt nicht
Auch langfristig fällt die Bilanz vieler milliardenschwerer Börsengänge ernüchternd aus. Sieben der zehn größten US-IPOs entwickelten sich seit ihrer Erstnotiz schlechter als der S&P 500. Mehrere Unternehmen blieben sogar um mehr als 100 Prozentpunkte hinter dem Leitindex zurück.
Zwar gibt es Ausnahmen: So konnten etwa Meta oder Arm Holdings den Gesamtmarkt deutlich outperformen. Dennoch zeigt die Statistik, dass hoch bewertete Börsenneulinge für Anleger oft ein schwieriges Investment darstellen.
Geduld könnte sich auszahlen
Das bedeutet allerdings nicht, dass Investoren SpaceX grundsätzlich meiden sollten. Vielmehr deuten frühere Beispiele darauf hin, dass sich attraktivere Einstiegschancen häufig erst nach dem ersten Hype ergeben.
Ein Beispiel dafür ist Uber: Die Aktie entwickelte sich nach dem IPO zunächst schwächer als der Gesamtmarkt. Anleger, die erst Jahre später einstiegen, konnten jedoch erhebliche Kursgewinne erzielen.
Auch bei SpaceX dürfte deshalb weniger die Begeisterung rund um den Börsengang entscheidend sein als die Frage, zu welchem Preis Anleger bereit sind einzusteigen. Der womöglich größte IPO aller Zeiten könnte langfristig enormes Potenzial bieten – kurzfristig aber ebenso erhebliche Risiken.
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