Nel ASA-Aktie: Ist das die letzte Chance?
Die Nel ASA-Aktie zeigte sich in den letzten Tagen hochgradig nervös. Nachdem der Kurs des norwegischen Elektrolyseurherstellers von Dienstag bis Dienstag um fast +40% in die Höhe schoss, brach er am gestrigen Mittwoch um über -10% ein. Was steckt hinter der enormen Volatilität und was sollten Anleger jetzt tun?
Eine neue Produktionstechnologie
Auslöser der jüngsten Kursschwankungen der Nel ASA-Aktie ist wahrscheinlich die zur Wochenmitte vorgestellte nächste Generation der Elektrolyseursysteme der Norweger. Dabei handelt es sich um einen Druck-Alkali-Elektrolyseur, der mit einem Druck von 15 Bar arbeitet.
Acht Jahre lang tüftelte das Unternehmen nach eigenen Angaben an diesem neuen System, das einen technologischen Durchbruch in der Wasserstoffproduktion ermöglichen soll. Da der Wasserstoff dadurch bereits vorkomprimiert aus der Anlage kommt, sparen sich Kunden teure nachgelagerte Kompressionsstufen.
Nel verspricht, mit diesem modularen System neue Benchmarks bei den Investitionskosten zu setzen. Sie sollen um 40 bis 60% gegenüber bisherigen Elektrolyseuranlagen sinken. Das könnte ein entscheidender Faktor sein, um grünen Wasserstoff im Vergleich zu fossilen Brennstoffen weltweit wettbewerbsfähig zu machen.
Das Wasserstoffunternehmen ist bereits dabei, in seiner norwegischen Heimat Produktionskapazitäten von einem Gigawatt pro Jahr Aufzubauen. Die EU wird das Vorhaben voraussichtlich mit ihrem Innovationsfonds unterstützen. Nel hat dabei die Aussicht, mit bis zu 135 Millionen € unterstützt zu werden.
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Kursgewinne lösen sich in Luft auf
Das Chartbild der Nel ASA-Aktie lässt sich meiner Meinung nach schon seit geraumer Zeit nicht mehr vernünftig analysieren. Der Kurs dümpelt seit zwölf Monaten an der Marke von 0,20 € entlang.
Zwischenzeitlich gelingen der Aktie Ausbrüche auf 0,25 € (oder wie zuletzt auf 0,30 €). Diese Kursgewinne lösen sich aber innerhalb kurzer Zeit wieder in Luft auf. Ich gehe davon aus, dass es auch diesmal so sein wird.
Es wird kein Gamechanger
Die neue Anlagengeneration von Nel ASA hört sich gut an. Trotzdem glaube ich nicht, dass sie ein Gamechanger für die Norweger sein wird.
Der Wettbewerb in der Elektrolyseurproduktion ist viel zu hart. Zudem arbeiten auch andere Unternehmen aus Europa, China und den USA, die über wesentlich größere finanzielle Ressourcen verfügen, an der Verbesserung ihrer Systeme. Einen technologischen Wettbewerbsvorteil von Nel ASA sehe ich deshalb nicht.
Die Ende April vorgelegten Quartalszahlen von Nel waren eine einzige Katastrophe. Das Wasserstoffunternehmen hat nach wie vor mit einer Kombination aus sinkenden Umsätzen, einem einbrechenden Auftragseingang, hohen Verlusten und einem massiven Cashburn zu kämpfen.
An dieser Todeskombination wird sich auch durch die neue Produktgeneration nichts ändern. In meiner letzten Analyse habe ich Anlegern empfohlen, der Nel ASA-Aktie den Stecker zu ziehen. An dieser Empfehlung hat sich nichts geändert.
Ob die neue Elektrolyseurtechnik die letzte Chance für Nel ist, kann ich nicht abschließend beurteilen. Viele Chancen werden die Norweger meiner Meinung nach aber nicht mehr an der Börse bekommen.
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ℹ️ Nel ASA in Kürze
- Nel ASA (WKN: A0B733) bietet Lösungen für die Herstellung, Speicherung und Verteilung von aus elektrischer Energie gewonnenem Wasserstoff an.
- Kerngeschäft des norwegischen Unternehmens mit Sitz in Oslo ist die Produktion von Elektrolyseuren zur Gewinnung von Wasserstoff.
- Nel ASA notiert an der Börse Oslo und ist derzeit rund 530 Millionen € wert.