Celestica-Aktie im KI-Rausch: Wie viel Euphorie ist berechtigt?

Nach +5.500% in 5 Jahren

Neben Überflieger Micron gehört auch die Aktie von Celestica zu den großen Gewinnern des anhaltenden KI-Booms. Trotz eines zwischenzeitlichen Rückschlags nach den jüngsten Quartalszahlen sprechen die starken Investitionen der Hyperscaler und die dynamische Entwicklung im Cloudgeschäft weiterhin für anhaltendes Wachstum.

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Überraschend starke Quartalszahlen treiben das Wachstum an

Celestica profitierte im ersten Quartal von der hohen Nachfrage nach Cloudlösungen für große KI-Rechenzentren und übertraf die Erwartungen des Marktes deutlich. Der Konzern meldete einen bereinigten Gewinn von 2,16 US-Dollar je Aktie und lag damit über den Analystenschätzungen. Der Umsatz erreichte 4,05 Milliarden US-Dollar und blieb lediglich minimal hinter den Prognosen zurück.

Trotz der starken Zahlen und einer angehobenen Prognose für das Geschäftsjahr 2026 verlor die Aktie nach Veröffentlichung der Ergebnisse Ende April zeitweise rund 14 Prozent. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es sich dabei vor allem um Gewinnmitnahmen nach der außergewöhnlich starken Kursentwicklung der vergangenen Monate handelte. Der Kurs zeigte in der Folge auch wieder eine deutliche Erholung.

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Cloudgeschäft entwickelt sich zum zentralen Treiber

Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das Segment Cloud and Connectivity Solutions. Der Bereich steigerte seine Erlöse im Jahresvergleich um 76 Prozent auf 3,2 Milliarden US-Dollar und machte damit rund 80 Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus.

Celestica liefert komplexe Design-, Fertigungs- und Lieferkettenlösungen für große Cloudanbieter und Hyperscaler, die ihre KI-Infrastruktur massiv ausbauen. Die Systeme werden für Hochleistungsrechenzentren benötigt, um KI-Anwendungen und datenintensive Dienste im großen Maßstab zu betreiben.

Das zweite Standbein des Unternehmens, das Segment Advanced Technology Solutions, erzielte im ersten Quartal Erlöse von 806 Millionen US-Dollar und bewegte sich damit auf Vorjahresniveau. Hier produziert Celestica unter anderem Kommunikationshardware, Navigationssysteme und optische Präzisionstechnologien.

Milliardeninvestitionen der Tech-Konzerne bleiben entscheidend

Die Perspektiven des Unternehmens hängen maßgeblich davon ab, wie konsequent die großen Technologiekonzerne ihre Investitionen in KI-Infrastruktur fortsetzen. Branchenprognosen zufolge könnten die Investitionen der Hyperscaler im Jahr 2026 auf mehr als 600 Milliarden US-Dollar steigen, was einem Zuwachs von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.

Ein erheblicher Teil dieser Ausgaben entfällt auf Unternehmen wie Oracle, Meta Platforms, Microsoft, Alphabet und Amazon. Genau in diesem Umfeld positioniert sich Celestica als wichtiger Zulieferer für den Ausbau moderner KI-Rechenzentren.

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Freier Cashflow wächst trotz hoher Investitionen

Auch beim freien Cashflow zeigt sich die operative Stärke des Unternehmens. Im jüngsten Quartal erwirtschaftete Celestica einen freien Cashflow von 138 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiterhin massiv in den Ausbau seiner Produktions- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Die Prognose für die Investitionsausgaben im Gesamtjahr wurde bei rund einer Milliarde US-Dollar bestätigt. Damit unterstreicht das Management das Vertrauen in die langfristige Nachfrageentwicklung.

Höhere Bewertung spiegelt die KI-Erwartungen wider

Für das Geschäftsjahr 2026 hob Celestica seine Umsatzprognose deutlich an. Erwartet werden nun Erlöse von rund 19 Milliarden US-Dollar statt der zuvor prognostizierten 17 Milliarden US-Dollar.

Die Aktie wird inzwischen mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 28 bewertet und damit deutlich höher als im historischen Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die beschleunigte Wachstumsdynamik im Zuge des weltweiten KI-Ausbaus erklärt jedoch den Bewertungsaufschlag aus Sicht vieler Investoren.

Sollte Celestica seine starke Entwicklung im Cloudgeschäft fortsetzen und gleichzeitig die Profitabilität weiter verbessern, könnte auch eine noch höhere Bewertung gerechtfertigt erscheinen.

Abhängigkeit vom KI-Investitionszyklus bleibt das größte Risiko

Das wichtigste Risiko für Celestica bleibt eine mögliche Abschwächung der Investitionen in KI-Rechenzentren. Das Unternehmen profitiert derzeit stark vom aggressiven Ausbau der Infrastruktur durch die großen Cloudanbieter.

Sollten die Hyperscaler ihre Ausgaben reduzieren oder sich die Monetarisierung von KI-Diensten langsamer entwickeln als erwartet, könnte dies die Wachstumsdynamik von Celestica spürbar bremsen.

Sinnvolle Depot-Position

Der Kursrückgang nach den Quartalszahlen wirkte angesichts der operativen Entwicklung überraschend deutlich. Inzwischen hat sich die Aktie allerdings weitgehend erholt und notiert wieder in der Nähe des Niveaus vor der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Die Kombination aus stark steigenden Umsätzen, robustem Cashflow und weiterhin hohen Investitionen in KI-Infrastruktur spricht dafür, dass Celestica auch in den kommenden Jahren zu den wichtigen Profiteuren des globalen Ausbaus von Rechenzentren zählen dürfte.

Die Celestica-Aktie stellt damit auch nach einer Performance von rund 5.500% über die letzten fünf Jahre weiterhin eine sinnvolle Beimischung im Tech-Depot dar.

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