Meta Platforms-Aktie: Wie geht es denn jetzt weiter?
Trotz kräftiger Umsatzsprünge und steigender Werbeeinnahmen gerät die Aktie von Meta Platforms nach den Quartalszahlen erneut unter Druck. Anleger sorgen sich vor allem über die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz und den weiterhin milliardenschweren Verlustbereich Reality Labs.
Dynamisches Wachstum trifft auf skeptische Anleger
Nach Vorlage der Zahlen für das erste Quartal verlor die Meta-Aktie deutlich an Wert. Auslöser waren weniger die operativen Ergebnisse als vielmehr die anhaltend hohen Ausgaben des Konzerns. Dabei legte der Umsatz im Jahresvergleich um starke 33 Prozent zu und übertraf die Erwartungen der Analysten um rund 760 Millionen US-Dollar. Es war das höchste Wachstumstempo seit dem pandemiebedingten Boom und zugleich eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Vorquartal, als die Erlöse um 24 Prozent gestiegen waren.
Normalerweise reagieren die Märkte positiv auf derart dynamische Wachstumsraten. Im Fall von Meta überlagert jedoch die Debatte über die Kostenstruktur die operative Stärke. Finanzchef Susan Li stellte für 2026 Gesamtausgaben zwischen 162 und 169 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
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Hohe Investitionen belasten die Stimmung
Dabei zeigt ein Blick auf die Profitabilität, dass die Ausgaben das Kerngeschäft bislang kaum beeinträchtigen. Die operative Marge lag im ersten Quartal weiterhin bei starken 41 Prozent. Dennoch bleibt insbesondere die Verlustsparte Reality Labs ein Belastungsfaktor. Dort summierten sich die Verluste erneut auf mehr als vier Milliarden US-Dollar innerhalb eines Quartals. Gleichzeitig gingen die Erlöse des Bereichs auf 402 Millionen US-Dollar zurück und lagen damit unter dem Vorjahreswert.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem die Investitionen in Infrastruktur und Rechenkapazitäten. Meta rechnet für 2026 mit Investitionen zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar und erhöhte die bisherige Prognose damit um weitere zehn Milliarden US-Dollar.
Konkurrenz investiert noch aggressiver
Im Vergleich mit anderen großen Technologiekonzernen fällt Meta bei den Investitionen allerdings keineswegs aus dem Rahmen. Die führenden Hyperscaler dürften ihre Investitionen in diesem Jahr zusammen auf mehr als 700 Milliarden US-Dollar steigern. Trotz des massiven Ausgabenprogramms investiert Meta damit sogar weniger als Konkurrenten wie Amazon, Alphabet oder Microsoft.
Gleichzeitig wächst Meta derzeit deutlich schneller als diese Wettbewerber. Während Meta im Märzquartal ein Umsatzplus von 33,1 Prozent erzielte, lagen Amazon bei 16,6 Prozent, Google bei 21,8 Prozent und Microsoft bei 18,3 Prozent.
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KI treibt das Werbegeschäft an
Der entscheidende Unterschied liegt im Geschäftsmodell. Anders als die Konkurrenz betreibt Meta kein großes Cloudgeschäft für externe KI-Dienste. Genau das sorgt an der Börse für Zweifel. Google etwa verfügt über ein stark wachsendes Cloud- und KI-Geschäft mit einem Auftragsbestand von inzwischen 462 Milliarden US-Dollar.
Meta setzt stattdessen auf den Einsatz künstlicher Intelligenz innerhalb der eigenen Plattformen. Das Werbegeschäft des Konzerns erreicht inzwischen ein Volumen von rund 200 Milliarden US-Dollar und profitiert zunehmend von KI-gestützten Empfehlungen und Anzeigenoptimierungen. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Werbeeinblendungen um 19 Prozent, während die durchschnittlichen Anzeigenpreise um 12 Prozent zulegten. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in den USA und Europa.
Damit verfolgt Meta einen anderen Ansatz als die klassischen Cloudanbieter. Während Amazon, Google und Microsoft ihre milliardenschweren Investitionen vor allem nutzen, um externe KI-Dienstleistungen anzubieten, setzt Meta die Technologie zur Verbesserung der eigenen Plattformökonomie ein.
Spielraum für höhere Gewinne
Der jüngste Kursrückgang hat die Bewertung der Aktie deutlich gedrückt. Trotz des weiterhin hohen Wachstums notiert die Aktie inzwischen rund 200 US-Dollar unter dem Rekordhoch. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit nur noch bei etwa 17.
Hinzu kommt, dass Meta über erheblichen Spielraum verfügt, die Ausgaben künftig zu reduzieren. Besonders Reality Labs gilt als Bereich, dessen Verluste nicht unmittelbar mit den KI-Investitionen verbunden sind. Der Konzern rechnet dort weiterhin mit jährlichen Verlusten von rund 17 Milliarden US-Dollar, signalisiert jedoch Bereitschaft zu einer schrittweisen Begrenzung der Kosten.
Gleichzeitig ruhen Hoffnungen auf dem Geschäft mit intelligenten Brillen. Meta plant, die Produktion der gemeinsam mit Ray-Ban und Oakley entwickelten Geräte auf mehr als 20 Millionen Einheiten pro Jahr auszuweiten.
Die aktuellen Gewinnschätzungen gehen lediglich von einem moderaten Gewinnwachstum von rund fünf Prozent im laufenden Jahr aus. Sollte Meta die Kosten stärker begrenzen, könnte die Profitabilität jedoch deutlich schneller steigen. Allein der Wegfall der Verluste von Reality Labs würde den Gewinn je Aktie um rund 5,50 US-Dollar erhöhen.
Nicht frei von Risiken
Dennoch bleiben Risiken bestehen. Eine Abschwächung der Nutzeraktivität könnte das Werbegeschäft belasten. Meta verschärft zudem insbesondere in den USA und Europa die Schutzmaßnahmen für Jugendliche, was sich langfristig auf die Nutzung der Plattformen auswirken könnte.
Auch die milliardenschweren KI-Investitionen bergen Unsicherheiten. Sollte der erwartete Umsatzschub ausbleiben, könnten die hohen Infrastrukturkosten die Margen erheblich unter Druck setzen.
Bewertungsniveau wirkt attraktiv
Trotz dieser Risiken erscheint die Bewertung nach dem Kursrückgang vergleichsweise günstig. Während viele Anleger Meta wegen des fehlenden KI-Cloudgeschäfts skeptisch betrachten, sprechen die operativen Kennzahlen bislang eine andere Sprache. Das Unternehmen zählt aktuell zu den wachstumsstärksten Konzernen unter den großen KI-getriebenen Technologiewerten und verbindet hohe Profitabilität mit erheblichen langfristigen Chancen im Werbegeschäft.
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ℹ️ Meta Platforms in Kürze
- Meta Platforms (ehemals Facebook) (WKN: A1JWVX) ist ein US-Technologieunternehmen und Mutterkonzern der weltweit größten sozialen Netzwerke Facebook und Instagram.
- Darüber hinaus gehören auch die Instant-Messaging-Apps WhatsApp und Messenger sowie der Virtual-Reality-Gerätehersteller Meta Quest zu Meta Platforms.
- Der Konzern hat seinen Sitz im kalifornischen Menlo Park und ist sowohl Mitglied des Nasdaq 100 auch als des S&P 500 Index.
- Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,56 Billionen US$ liegt Meta Platforms gegenwärtig unter den Top 10 der wertvollsten Unternehmen der Welt.