Alzchem Group AG

Alzchem-Aktie: Kaufen oder verkaufen – was ist jetzt ratsam?

Rüstungskonzern steigt ein
Die Alzchem-Aktie befindet sich seit Anfang 2025 in einem beeindruckenden Aufwärtstrend. Mit einem Kurs von 206 € erreichte das Papier zuletzt sogar ein neues Allzeithoch. Am Mittwoch gibt die Aktie jedoch aktuell um rund -5% nach und notiert bei 187,80 €. Nach der starken Kursrally stellt sich nun die entscheidende Frage: Ist weiteres Potenzial vorhanden oder droht nach dem Höhenflug eine größere Korrektur?

Tschechischer Rüstungskonzern baut Beteiligung aus

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte Anfang Juni der Einstieg eines weiteren Großaktionärs.

Am 2. Juni teilte Alzchem mit, dass die tschechische Czechoslovak Group (CSG) ihre Beteiligung weiter ausgebaut hat. Über ihre Tochtergesellschaft Staluna hält die Unternehmensgruppe inzwischen direkt 9,9% der Stimmrechte. Hinzu kommen weitere 10,2%, die über Total-Return-Swaps mit einer Laufzeit bis Mai 2027 abgesichert sind.

CSG betonte jedoch ausdrücklich, dass derzeit weder ein Unternehmenszusammenschluss noch eine Vertretung im Aufsichtsrat von Alzchem geplant sei. Vielmehr betrachtet der Rüstungskonzern die Beteiligung als strategische Investition. Alzchem passt mit seinen Spezialchemikalien und Vorprodukten – die teilweise auch in der Rüstungsindustrie eingesetzt werden – gut in das bestehende Portfolio.

Damit verfügt Alzchem nun über einen weiteren bedeutenden Ankerinvestor. Größter direkter Einzelaktionär bleibt Four Two NA mit 10,14%, gefolgt von der Löw SE mit 6,39%. Darüber hinaus sind zahlreiche institutionelle Investoren beteiligt.

Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.

Ertragskraft wächst deutlich schneller als der Umsatz

Operativ knüpfte das Unternehmen nahtlos an die starke Entwicklung des Vorjahres an. Besonders erfreulich verlief dabei die Ergebnisentwicklung.

Das operative EBITDA stieg im ersten Quartal um 18% auf 32 Millionen €. Gleichzeitig verbesserte sich die EBITDA-Marge von 18,9% auf 21,7%.

Auch unter dem Strich legte die Profitabilität deutlich zu. Das Periodenergebnis erhöhte sich von 14,6 auf 18 Millionen €.

Beim Umsatz fiel das Wachstum mit 3% auf 149 Millionen € deutlich moderater aus. Wachstumstreiber war erneut das Segment Specialty Chemicals, dessen Erlöse um 11% auf 105,3 Millionen € zunahmen. Das Segment Basic Chemicals musste dagegen Umsatzrückgänge hinnehmen.

Die hohe Bedeutung des Spezialchemiegeschäfts zeigt sich auch bei den Ergebnissen: Während das Segment rund 71% des Konzernumsatzes erwirtschaftet, steuert es gleichzeitig rund 97% des EBITDA bei.

Insgesamt präsentiert sich Alzchem damit operativ in einer sehr starken Verfassung.

CEO Andreas Niedermaier kommentierte die Entwicklung wie folgt:

Der erfolgreiche Auftakt in das Jahr 2026 beweist die Stärke und Resilienz unseres Geschäftsmodells. Unsere Segmente haben sich genau wie prognostiziert entwickelt.

Jahresprognose bestätigt

Nach dem gelungenen Jahresstart bleibt das Management optimistisch.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Konzern sogar eine weitere Beschleunigung des Wachstums. Die Jahresprognose wurde daher bestätigt.

Für 2026 rechnet Alzchem weiterhin mit einem Umsatz von rund 600 Millionen € sowie einer EBITDA-Marge von etwa 21%.

ℹ️ Alzchem in Kürze

  • Die Alzchem Group AG mit Sitz im bayerischen Trostberg ist ein Hersteller von diversen Spezialchemieprodukten. Das Unternehmen hat eine führende Marktposition in ausgewählten Nischenmärkten, darunter die Märkte für Futtermittelzusatzstoffe und Nahrungsergänzungsmittel.
  • Der Konzern beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland und drei weiteren im Ausland.
  • Die Marktkapitalisierung beträgt 1,9 Milliarden €.

Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.

Sichere Dir hier Deinen Informationsvorsprung »

Fazit

Die operative Entwicklung von Alzchem überzeugt weiterhin. Das Unternehmen wächst profitabel, verfügt über starke Marktpositionen in attraktiven Nischenmärkten und konnte seine Margen zuletzt deutlich verbessern.

Allerdings scheint ein großer Teil dieser positiven Perspektiven inzwischen bereits im Aktienkurs berücksichtigt zu sein. Der Einstieg der Czechoslovak Group dürfte die Kursentwicklung zusätzlich beflügelt haben. Da CSG jedoch ausdrücklich betont hat, keine Übernahmepläne zu verfolgen, sollte dieser Aspekt nicht überbewertet werden.

Nach dem starken Kursanstieg erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau daher weniger attraktiv als noch vor einigen Monaten. Für einen Neueinstieg bietet sich aus meiner Sicht derzeit keine ideale Gelegenheit.

Anleger, die bereits investiert sind und von den deutlichen Kursgewinnen profitiert haben, könnten hingegen über Teilgewinnmitnahmen nachdenken.

Relevant in diesem Kontext: Während sich Militärhaushalte weltweit verdoppeln, analysiert unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ einen unterbewerteten Rohstoff, der für Hochpräzisionswaffen unverzichtbar ist – und den passenden Aktientip.