Rheinmetall-Aktie +32%: Ist die Munition verschossen?
Starke Zahlen reichen vorerst nicht aus
Der heutige Halbjahresbericht liefert fundamental eigentlich reichlich Argumente für die Bullen. Rheinmetall steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um +39% auf 5,23 Milliarden €, während sich das operative Ergebnis um +74% auf 786 Millionen € erhöhte. Der Auftragsbestand erreichte 80,5 Milliarden €. Gleichzeitig belasteten verschobene Kundenanzahlungen, der Aufbau von Vorräten und hohe Investitionen den operativen Free Cashflow, der auf -1,62 Milliarden € abrutschte. Meine Kollegin Polina Dmitrovskaya hat die Gründe für die verhaltene Reaktion auf die starken Halbjahreszahlen bereits zur heutigen Mittagszeit ausführlich eingeordnet.
Hinzu kommt die angepasste Jahresprognose nach dem Aus für das F126-Fregattenprogramm. Rheinmetall erwartet 2026 nun einen Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden € und damit jeweils 300 Millionen € weniger als zuvor. Das Margenziel von rund 19% wurde allerdings bestätigt. Charttechnisch fällt dennoch auf, dass die Aktie in der Zone zwischen 1.177 und 1.233,40 € auf deutlichen Widerstand trifft. Das heutige Tageshoch bei 1.238 € wurde bislang klar abverkauft.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
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Quelle Chart: stock3
Bleibt die Rheinmetall-Aktie daher unterhalb der Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 € und setzt sich der aktuelle Rücklauf fort, dürfte zunächst die Unterstützung bei 1.122 € wieder in den Fokus rücken. Eine zwischenzeitliche Gegenbewegung wäre dort denkbar, doch unterhalb dieser Marke sollte sich der Verkaufsdruck erneut deutlich erhöhen. In diesem Fall könnte sich die Korrektur bis zur mittelfristig steigenden Aufwärtstrendlinie und der bekannten Unterstützung bei 946,60 € ausweiten.
Für eine erneute Aufhellung müsste der Titel dagegen die Zone bis 1.233,40 € nachhaltig per Tagesschlussstand überwinden. Gelingt dieser Befreiungsschlag, dürfte zunächst der Widerstand bei 1.318,34 € auf einen Test warten. Oberhalb davon könnte sich die Erholung bis 1.458,53 € ausdehnen. Gegenwärtig spricht die Reaktion am Widerstand allerdings eher für das präferierte Rückschlagszenario in Blau und somit für Kurse unterhalb von 1.000 € je Anteilsschein.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 54 Milliarden €.
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Fazit
Die Rheinmetall-Aktie hat seit dem Julitief eine kräftige Erholung von rund +32% geliefert, trifft nun jedoch auf eine massive Widerstandszone. Der Rücklauf vom heutigen Tageshoch und die mögliche Ausbildung einer Candlestick-Umkehrkerze mahnen zur Vorsicht. Solange 1.233,40 € nicht nachhaltig überwunden werden, erscheint ein Rücksetzer bis 1.122 € und später möglicherweise bis 946,60 € wahrscheinlicher. Erst oberhalb der Widerstandszone würde sich neues Potenzial bis 1.318,34 und 1.458,53 € eröffnen.
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