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Rocket Lab-Aktie -8 %: Warum Rekordzahlen nicht reichen

Rekordzahlen reichen nicht
Rocket Lab hat im zweiten Quartal erneut kräftig zugelegt und beim Umsatz einen neuen Rekord erreicht. Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich rund -8% . Der Grund liegt weniger bei den zurückliegenden Zahlen, sondern vor allem beim Ausblick auf Neutron und bei den Margen für das kommende Quartal.

Umsatz und Auftragsbestand auf Rekordniveau

Rocket Lab erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 234,1 Millionen US$. Das waren rund 62% mehr als im Vorjahr und etwas mehr als die erwarteten 231,6 Millionen US$. Vor allem das Geschäft mit Space Systems entwickelte sich stark und sorgte für den Großteil des Wachstums.

Auch beim Verlust gab es Fortschritte. Unter dem Strich stand ein Minus von 49,3 Millionen US$ beziehungsweise 0,08 US$ je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte der Verlust noch bei 66,4 Millionen US$ beziehungsweise 0,13 US$ je Aktie gelegen. Die Verluste werden also kleiner, profitabel ist Rocket Lab aber weiterhin nicht.

Sehr stark entwickelte sich der Auftragsbestand. Dieser stieg auf 2,36 Milliarden US$ und damit auf einen neuen Rekord. Rund 40% davon entfallen auf das Launch-Geschäft, etwa 60% auf Space Systems. CEO Peter Beck erklärte zudem, dass allein im laufenden dritten Quartal bereits neue Verträge im Wert von mehr als 1 Milliarde US$ abgeschlossen wurden.

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Neutron sorgt für die eigentliche Enttäuschung

Trotz der starken Zahlen ging die Aktie nachbörslich rund -8% nach unten. Der wichtigste Grund dafür ist Neutron. Die neue, deutlich größere Rakete ist ein zentraler Teil der Wachstumsstory von Rocket Lab und soll das Unternehmen langfristig in direkte Konkurrenz zu größeren Launch-Anbietern bringen.

Bisher war der erste Start noch für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Das Management spricht nun aber nur noch davon, Neutron im vierten Quartal auf die Startrampe bringen zu wollen. Einen konkreten Termin für den Erstflug gibt es nicht mehr. Damit wird ein Start noch in diesem Jahr zwar nicht komplett ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber deutlich gesunken.

Nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate reagieren Anleger auf solche Verzögerungen empfindlich. Bei Rocket Lab steckt ein großer Teil der zukünftigen Erwartungen in Neutron. Je länger sich der Start verschiebt, desto länger dauert es auch, bis das Unternehmen mit der neuen Rakete größere Umsätze erzielen kann.

Ausblick stark, Margen aber schwächer

Für das dritte Quartal erwartet Rocket Lab einen Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen US$. Das liegt deutlich über der bisherigen Analystenschätzung von rund 238,5 Millionen US$ und würde erneut einen Umsatzrekord bedeuten.

Bei den Margen fiel der Ausblick dagegen schwächer aus. Grund dafür ist unter anderem ein höherer Anteil des Geschäfts mit Satellitenplattformen, der niedrigere Margen mit sich bringt. Dazu laufen die Investitionen in Neutron weiter auf Hochtouren. Rocket Lab baut Personal auf, investiert in Infrastruktur und steckt weiter viel Kapital in Entwicklung und Produktion.

Die Zahlen zeigen damit gut, wo Rocket Lab aktuell steht. Das bestehende Geschäft wächst sehr schnell und die Auftragsbücher sind voll. Gleichzeitig kostet der nächste große Wachstumsschritt mit Neutron weiterhin viel Geld und braucht offenbar mehr Zeit als ursprünglich geplant.

ℹ️ Rocket Lab USA in Kürze

  • Rocket Lab USA (WKN: A419CG) ist ein in Long Beach in Kalifornien ansässiger Hersteller von Luft- und Raumfahrtprodukten und Anbieter von Raketentransporten.
  • Das 2006 gegründete Unternehmen entwickelt und betreibt die Trägerrakete Electron, die Kleinsatelliten ins All transportiert.
  • Darüber hinaus stellt Rocket Lab USA Satellitenkomponenten wie Star Tracker, Reaktionsräder, Solarzellen und -anordnungen, Satellitenfunkgeräte, Trennsysteme sowie Flug- und Bodensoftware her.
  • Rocket Lab USA ist Mitglied im Nasdaq 100 und ist ca. 47,9 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Operativ waren die Zahlen von Rocket Lab stark. Rekordumsatz, ein neuer Höchststand beim Auftragsbestand und ein Ausblick von bis zu 265 Millionen US$ Umsatz sprechen klar für weiteres Wachstum. Der Kursrückgang von rund -8% hängt vor allem an Neutron. Anleger hatten auf mehr Sicherheit beim Erstflug gehofft und bekommen stattdessen einen etwas vorsichtigeren Zeitplan. Dieses Thema dürfte die Aktie in den kommenden Monaten weiter begleiten.