Iran: Trump droht jetzt mit schwerer Strafe nach Huthi-Angriffen
Trump droht dem Iran, Öltanker brennen im Roten Meer, und der Ölpreis knackt die 100-US$-Marke. Die Lage spitzt sich zu, und das hat Folgen für die Börse.
Huthi-Angriff im Roten Meer
Am Montag riefen die Huthi eine "Blockade" der Seefahrt für Saudi-Arabien aus. Rund ein halbes Dutzend Schiffe änderte daraufhin ihren Kurs, um die Meerenge Bab al-Mandab zu meiden. In der Nacht zum Donnerstag wurde der saudi-arabische Öltanker "Encelia" attackiert. An Bord brach Feuer aus. Die Huthi meldeten gleichzeitig Angriffe auf zwei saudi-arabische Öltanker, die die ausgerufene Blockade verletzt hätten. Etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden.
US-Präsident Trump reagierte prompt auf seiner Plattform Truth Social: Sollten die Huthi erneut angreifen, würden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Miliz als Stellvertreter Teherans agiere. Er kündigte schwere militärische Strafen gegen den Iran und die Huthi an. Saudi-Arabien erklärte seinerseits, alle notwendigen Schritte zum Schutz seiner Schiffe zu unternehmen.
Wer darf noch durchfahren
Unklar blieb, ob Schiffe mit Bezug zu anderen Ländern als Saudi-Arabien die Meerenge weiterhin passieren können. Laut dem Fachmedium "Lloyd's List" wurde einem chinesischen Öltanker die Durchfahrt genehmigt. Chinesische Tanker könnten womöglich von Fall zu Fall mit der Miliz verhandeln. Die EU-geführte Mission Aspides warnte Schiffe mit Bezug zu Israel, den USA oder Saudi-Arabien ausdrücklich vor einer Durchfahrt. Durch diese Meerenge und das Rote Meer verläuft der zentrale Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.
Oman versucht zu vermitteln
Der Oman warnte vor weiterer Eskalation und arbeitet nach eigenen Angaben mit den Huthi, Saudi-Arabien und den Vereinten Nationen daran, die Lage zu entschärfen. Saudi-Arabien führt seit mehr als zehn Jahren gemeinsam mit Jemens international anerkannter Regierung Krieg gegen die Miliz. Alle politischen Lösungsversuche scheiterten bisher. Oman trat dabei immer wieder als Vermittler auf und rettete zuletzt bereits die Waffenruhe, die im Frühjahr 2025 nach US-Bombardierungen ausgehandelt worden war.
Ölpreis über 100 US$
Der Brent-Preis stieg am Donnerstag auf bis zu 100,36 US$ je Barrel, rund 88 €. Das sind 6,6 Prozent mehr als am Vortag und der höchste Stand seit zwei Monaten. Befeuert wird der Anstieg durch die Konflikte im Roten Meer und den anhaltenden Iran-Krieg. Die USA griffen in der zwölften Nacht in Folge Ziele im Iran an, darunter Raketen- und Drohnenlager sowie Anlagen zur Küstenüberwachung.
Was das für die Börse bedeutet
Meiner Meinung nach dürfte die anhaltende Eskalation im Roten Meer Energietitel weiter antreiben. Ölkonzerne wie Shell oder TotalEnergies könnten von den hohen Rohölpreisen profitieren, während Reedereien und Logistikunternehmen, die auf die Route durch den Suezkanal angewiesen sind, weiter unter Druck geraten dürften. Solange keine politische Lösung in Sicht ist und der Iran-Krieg eskaliert, wäre ein Rückgang des Ölpreises kaum zu erwarten. Der Brent-Kurs bei 100 US$ je Barrel könnte dabei erst der Anfang sein.
Quelle: dpa-AFX
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