Almonty-Aktie: Startet nun das große Comeback?
Kapitalmarkt wird neu aufgestellt
Derzeit richtet Almonty seine Börsenstruktur grundlegend neu aus. Nach dem bereits angekündigten Rückzug von der Toronto Stock Exchange (TSX) zum 31. Juli hat nun auch die australische Börse ASX dem freiwilligen Delisting zugestimmt. Der Handel mit den dort notierten CHESS Depositary Interests endet am 28. August, das offizielle Delisting folgt zum 1. September.
Künftig konzentriert sich der Handel auf die Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie die Frankfurter Börse. Hintergrund ist die deutliche Verlagerung des Handelsvolumens an die Nasdaq. Da australische Investoren inzwischen weniger als 1% aller ausstehenden Aktien halten, stehen die Kosten und regulatorischen Anforderungen der Nebenlistings nach Unternehmensangaben in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zum Nutzen.
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Deutsche Rohstoff realisiert Millionengewinn
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte in dieser Woche die Deutsche Rohstoff AG. Sie verkaufte fünf Millionen Almonty-Aktien und realisierte damit einen Vorsteuergewinn von rund 65 Millionen €. Dennoch bleibt das Unternehmen mit 5,5 Millionen Aktien sowie Wandelanleihen weiterhin ein bedeutender Investor.
Am Markt wurde der Schritt überwiegend als klassische Gewinnmitnahme nach der außergewöhnlichen Kursrallye der vergangenen Jahre interpretiert und nicht als Vertrauensverlust. Dafür spricht auch, dass zuletzt mehrere institutionelle Investoren ihre Positionen ausgebaut haben. Der Aktionärskreis verschiebt sich damit zunehmend von frühen Risikokapitalgebern hin zu langfristig orientierten institutionellen Anlegern.
Operativ beginnt jetzt die entscheidende Phase
Während sich an der Börse vieles um die Kapitalmarktstruktur dreht, rückt operativ die Sangdong-Mine in Südkorea immer stärker in den Mittelpunkt. Anfang Juli hat dort die Aufbereitungsanlage offiziell den Betrieb aufgenommen. Damit entwickelt sich Almonty endgültig vom Projektentwickler zum Produzenten.
Besonders wichtig ist dabei der langfristige Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders, einer Tochter der Plansee Group. Die Vereinbarung wurde jüngst auf insgesamt 21 Jahre verlängert und sichert einen Großteil der Produktion langfristig ab. Vor dem Hintergrund der chinesischen Dominanz im Wolframmarkt gewinnt Almonty als westlicher Lieferant strategisch immer mehr an Bedeutung.
Aus Analystensicht bleibt deshalb weniger das Delisting entscheidend als vielmehr die Frage, ob der Produktionshochlauf planmäßig gelingt. Die nächsten Quartale dürften zeigen, ob die technischen Zielgrößen erreicht und die erwarteten Cashflows tatsächlich realisiert werden können.
Chart an wichtiger Wegmarke
Charttechnisch befindet sich die Aktie ebenfalls in einer spannenden Situation. Nach der fast 50-prozentigen Korrektur seit dem Rekordhoch im April erfolgte zuletzt ein Pullback bis an die 200-Tage-Linie. Genau dort kamen in der vergangenen Woche wieder Käufer in den Markt.
Für eine nachhaltige Trendwende müssen nun allerdings weitere Hürden überwunden werden. Ein Anstieg über die bei 17,15 US$ verlaufende 50-Tage-Linie sowie der Bruch der kurzfristigen Abwärtstrendlinie im Bereich von 17,40 US$ würden das Chartbild deutlich aufhellen. Fällt die Aktie dagegen nachhaltig unter die 200-Tage-Linie zurück, dürfte sich der Verkaufsdruck nochmals erhöhen.
ℹ️ Almonty Industries in Kürze
- Almonty Industries (WKN: A1JSSD) mit Sitz in Toronto, Kanada ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Wolfram.
- Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
- Die Hauptbörsen der Aktie sind die Toronto Stock Exchange und die Nasdaq; in Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 4,02 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Kurzfristig dürfte die Aktie aufgrund der Delistings, der Neuordnung des Aktionärskreises und des laufenden Produktionshochlaufs volatil bleiben. Für langfristig orientierte Anleger spricht jedoch weiterhin vieles für Almonty. Mit der Sangdong-Mine verfügt das Unternehmen über eines der strategisch wichtigsten Wolframprojekte außerhalb Chinas und profitiert zusätzlich von der wachsenden Bedeutung sicherer westlicher Lieferketten.
Gelingt der Produktionshochlauf wie geplant und werden die langfristigen Lieferverträge erfolgreich in steigende Cashflows umgesetzt, dürfte die aktuelle Konsolidierung rückblickend eher als gesunde Verschnaufpause innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends in Erinnerung bleiben.
Im Übrigen: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.