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SMAG-Aktie: Börsenstart misslungen – was jetzt?

Ausgabepreis deutlich unterschritten
Der Börsenstart des deutschen Herstellers mobiler Funkmasten am 13. Juli ist gründlich misslungen. Bereits der erste Kurs lag deutlich unter dem Ausgabepreis von 46 €. Am Dienstag erholt sich die SMAG-Aktie leicht und notiert aktuell bei knapp 30 €. Hier stellt sich die Frage: War der Kursrutsch übertrieben und wie geht es weiter?

Börsenstart misslungen

Der Ausgabepreis der Aktie lag bei 46 €. Bereits zum Handelsstart notierte das Papier jedoch nur bei rund 35 € und damit deutlich unter dem Emissionspreis. Im weiteren Handelsverlauf fiel die Aktie zeitweise sogar auf rund 26 €.

Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, ob der Ausgabepreis zu ambitioniert angesetzt wurde.

Nach Unternehmensangaben wurden im Vorfeld zahlreiche Gespräche mit institutionellen Investoren und Banken geführt. Auf Basis dieser Rückmeldungen sei der Emissionspreis festgelegt worden.

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Rüstungswerte derzeit nicht im Fokus

Der Börsengang erfolgte in einem schwierigen Marktumfeld. Zu Jahresbeginn war das Interesse an Rüstungsaktien noch deutlich größer. Mittlerweile hat die Dynamik jedoch spürbar nachgelassen, was sich auch bei vielen etablierten Branchenvertretern wie Rheinmetall zeigt.

Dieses schwächere Anlegerinteresse dürfte den Börsenstart zusätzlich belastet haben. Mittelfristig könnte sich die Stimmung im Verteidigungssektor allerdings wieder verbessern.

Hoher Auftragsbestand

Operativ präsentiert sich SMAG hingegen sehr solide. Im Zuge des Ukraine-Kriegs und der steigenden Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten legten die Auftragseingänge deutlich zu. Die meisten davon sind langjährige Rahmenverträge.

Nach Unternehmensangaben entspricht der aktuelle Auftragsbestand (1,4 Milliarden €) inzwischen dem Vielfachen des letzten Jahresumsatzes von rund 30 Millionen €.

Um diese Aufträge abarbeiten zu können, sollen die Produktionskapazitäten erheblich ausgebaut werden. Ein wesentlicher Teil der Erlöse aus dem Börsengang fließt deshalb in neue Fertigungskapazitäten und den Ausbau des Vertriebs.

Bewertung

Der misslungene Börsenstart ändert zunächst nichts an den grundsätzlich attraktiven Wachstumsperspektiven des Unternehmens. Der außergewöhnlich hohe Auftragsbestand zeigt, dass die Nachfrage nach mobilen Kommunikationslösungen im militärischen Bereich hoch ist. Mit der Bundeswehr verfügt SMAG bereits über einen langfristigen Rahmenvertrag. Auch zahlreiche osteuropäische NATO-Staaten investieren derzeit verstärkt in moderne Kommunikationssysteme.

Die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg haben gezeigt, wie wichtig eine schnell verfügbare und zuverlässige Kommunikationsinfrastruktur im Einsatz ist. Mobile Kommunikationsmasten können innerhalb kurzer Zeit aufgebaut und wieder verlegt werden und erfüllen damit eine zentrale militärische Funktion.

Dennoch sollten Anleger die Risiken nicht unterschätzen. Nach einem Börsengang kommt es häufig zu erhöhter Volatilität. Bleibt das Interesse an Rüstungsaktien schwach, sind weitere Kursrückgänge durchaus möglich.

ℹ️ SMAG in Kürze

  • Die SMAG Mobile Antenna Masts, kurz SMAG, (WKN: A42FR1) produziert mobile und ausfahrbare Kommunikationsmaste. Sie werden fast ausschließlich im militärischen Bereich eingesetzt.
  • Der Hauptsitz ist in Salzgitter, die Funkmaste werden in rund 20 Ländern vertrieben, hauptsächlich in NATO-Ländern.
  • Das Unternehmen wird aktuell mit etwa 160 Millionen € bewertet.

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Fazit

Kurzfristig dürfte die Aktie weiterhin von hohen Schwankungen geprägt bleiben. Der enttäuschende Börsenstart allein muss jedoch kein dauerhaftes Warnsignal sein. Für langfristig orientierte Anleger könnte das deutlich niedrigere Kursniveau durchaus interessante Einstiegschancen bieten.

Entscheidend wird nun sein, ob SMAG den hohen Auftragsbestand erfolgreich in steigende Umsätze und eine nachhaltig verbesserte Profitabilität umsetzen kann.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.