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Moderna-Aktie: Was steckt hinter dem großen Comeback?

Seit Kauftipp mehr als verdoppelt
Redaktion
Die Aktie von Moderna hat sich nach dem massiven Einbruch seit dem Ende des Corona-Booms deutlich erholt, seit unseres Kauftipps im August letzten Jahres hat sich der Kurs sogar mehr als verdoppelt. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun sein, ob das Unternehmen seine mRNA-Technologie erfolgreich auf neue Geschäftsfelder übertragen kann.

Vom Corona-Gewinner zum Neuaufbau

Moderna wurde vor allem durch seinen Covid-19-Impfstoff bekannt. Mit dem Rückgang der Pandemie brachen jedoch Impfstoffumsätze und Gewinne deutlich ein, was die Aktie zeitweise rund 90 Prozent unter ihr Hoch fallen ließ. Gleichzeitig lieferte der Erfolg der Covid-Impfstoffe den Beweis, dass die mRNA-Technologie auch bei anderen Krankheiten wirksam eingesetzt werden kann.

Heute steht das Unternehmen vor der Aufgabe, die während der Pandemie aufgebauten finanziellen Ressourcen in neue Produkte und Märkte umzuwandeln. Die Pipeline ist inzwischen deutlich breiter aufgestellt als noch vor einigen Jahren.

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Grippeimpfstoff als wichtigster Umsatztreiber

Besonders große Erwartungen ruhen auf dem saisonalen Grippeimpfstoff mRNA-1010, der unter dem Namen mFlusiva entwickelt wird. In einer Phase-3-Studie mit mehr als 40.000 Teilnehmern zeigte das Präparat eine um 26,6 Prozent höhere Wirksamkeit als ein Vergleichsimpfstoff von GSK. Zwar traten lokale Reaktionen und typische Nebenwirkungen häufiger auf, insgesamt blieb das Sicherheitsprofil jedoch akzeptabel.

Der größte Vorteil der mRNA-Technologie liegt in ihrer Flexibilität. Neue Virusvarianten können schneller berücksichtigt werden als bei klassischen, auf Eiern basierenden Grippeimpfstoffen. Sollte Moderna die behördliche Zulassung erhalten, könnte sich daraus ein milliardenschweres Marktpotenzial entwickeln.

Kombinationsimpfstoff erweitert Marktchancen

Zusätzlich arbeitet Moderna an einem Kombinationsimpfstoff gegen Covid-19 und Grippe. Das Präparat mCombriax erhielt bereits eine Zulassungsempfehlung in Europa für Menschen ab 50 Jahren. Der kommerzielle Erfolg bleibt allerdings davon abhängig, ob die Nachfrage nach Covid-Impfungen langfristig stabil bleibt.

Weitere Impfstoffprogramme schaffen Perspektiven

Neben Covid und Influenza verfügt Moderna bereits über einen zugelassenen RSV-Impfstoff. Allerdings liegt dessen Wirksamkeit nach bisherigen Daten hinter den Konkurrenzprodukten von GSK und Pfizer zurück, weshalb die Umsatzchancen derzeit begrenzt erscheinen.

Größeres Potenzial bietet die Entwicklung eines Norovirus-Impfstoffs. Für diese weltweit verbreitete Magen-Darm-Erkrankung existiert bislang kein zugelassener Impfstoff. Moderna setzt auf einen mehrwertigen mRNA-Ansatz, der sich flexibel an neue Virusvarianten anpassen lässt. Ergebnisse aus der laufenden Phase-3-Studie werden für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.

Krebsforschung als nächster großer Hebel

Besonders spannend ist die Zusammenarbeit mit Merck & Co. im Bereich personalisierter Krebsimpfstoffe. Der Kandidat Intismeran Autogene wird derzeit in mehreren Phase-3-Studien untersucht, unter anderem bei Haut-, Lungen-, Blasen- und Nierenkrebs.

Bei Melanompatienten reduzierte die Kombination mit dem Krebsmedikament Keytruda das Risiko eines Rückfalls oder Todes in bisherigen Studien um 49 Prozent gegenüber einer alleinigen Behandlung mit Keytruda. Sollte sich dieser Erfolg bestätigen, könnte sich für Moderna ein völlig neues Umsatzsegment eröffnen.

Seltene Erkrankungen ergänzen Pipeline

Auch bei seltenen Krankheiten arbeitet Moderna an innovativen Therapien. Gemeinsam mit Vertex Pharmaceuticals entwickelt das Unternehmen eine mRNA-Therapie gegen Mukoviszidose. Darüber hinaus befinden sich Programme gegen Propionsäureämie und Methylmalonazidämie in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien.

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Solide Finanzbasis trotz anhaltender Verluste

Trotz fortlaufender Verluste verfügt Moderna weiterhin über liquide Mittel und kurzfristige Anlagen von mehr als fünf Milliarden US-Dollar. Damit besitzt das Unternehmen ausreichend finanzielle Reserven, um seine umfangreiche Pipeline weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wurden die Betriebskosten in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt.

Risiken bleiben jedoch bestehen. Dazu zählen politische Debatten über mRNA-Impfstoffe sowie mehrere laufende Patentstreitigkeiten, die potenziell hohe Belastungen nach sich ziehen könnten.

Bewertung spiegelt hohe Erwartungen wider

Der Markt setzt inzwischen auf eine deutliche Umsatzbeschleunigung ab 2027. Vor allem mFlusiva, mCombriax und die Krebsprogramme gelten als potenzielle Wachstumstreiber der kommenden Jahre. Nach der starken Kursrally dürften jedoch bereits viele positive Erwartungen eingepreist sein.

ℹ️ Moderna in Kürze

  • Moderna (WKN: A2N9D9) ist ein in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts ansässiges Biotech-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von mRNA-basierten Arzneimitteln konzentriert.
  • Weltweite Bekanntheit erlangte der Wirkstoffhersteller durch die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19.
  • Moderna fokussiert sich sich in der Forschung und Entwicklung auf personaliserte Impfstoffe und Therapeutika gegen Krebs und seltene Erkrankungen wie Methylmalonazidurie und Propionazidämie.
  • Moderna notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist rund 23,5 Milliarden US$ wert.

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Redaktion

Fazit

Moderna hat sich vom reinen Covid-19-Profiteur zu einem breit aufgestellten mRNA-Spezialisten entwickelt. Gelingt die erfolgreiche Vermarktung der fortgeschrittenen Impfstoff- und Krebsprogramme, könnte die Aktie langfristig weiterhin großes Potenzial besitzen, auch wenn kurzfristige Rückschläge möglich sind.

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