Partners Group-Aktie -16%: Ist sie jetzt das perfekte Dividendenschnäppchen?
Eine unerwartete Hiobsbotschaft
Der deutliche Kurseinbruch der Partners Group-Aktie zur Wochen lag an einer Nachricht, die den gesamten europäischen Sektor für alternative Vermögensverwalter belastete: Die Partners Group muss die Rückzahlungen bei einem ihrer wichtigsten Publikumsfonds deckeln.
Der Schweizer Vermögensverwalter kündigte an, die Rücknahmen bei seinem rund 8,6 Milliarden US$ schweren Global Value SICAV-Fonds auf 5% des Nettoinventarwerts pro Quartal zu begrenzen. Hintergrund dieses sogenannten „Gatings“ ist ein massiver Anstieg von Rückforderungsanträgen durch wohlhabende Privatkunden.
Im zweiten Quartal kletterten die avisierten Rückzüge auf geschätzte 9,8% des Fondsvolumens – fast doppelt so viel, wie der Fonds pro Quartal eigentlich zulässt. Über die Gründe, weshalb so viele Privatkunden derzeit ihr Geld aus dem Fonds abziehen wollen, kann nur spekuliert werden.
Ein Grund könnte sein, dass sie derzeit ihr Geld aus dem Bereich Private Equity in den Technologiesektor umschichten (wollen). Mit SpaceX, Anthropic und OpenAI stehen schließlich drei der spannendsten Börsengänge der jüngeren Geschichte an.
Ein weiterer Grund für die Flucht von Anlegern könnte die schwache Performance des Global Value SICAV-Fonds in den letzten drei Jahren gewesen sein. Viele Anlegern haben möglicherweise die Geduld mit dem Management verloren.
Und nicht zuletzt herrscht nach jüngsten Turbulenzen im weltweiten Markt für Private Credit (außerbörsliche Kredite) bei alternativen Investments wie Private Equity generell eine große Skepsis. Viele Investoren ziehen vorsorglich ihr Kapital ab.
Der Markt für Private Equity steht seit Monaten unter Druck. Nachdem bereits Branchenriesen wie Apollo, BlackRock und KKR bei einigen ihrer Vehikel die Reißleine ziehen und Auszahlungen begrenzen mussten, hat es nun auch die Schweizer erwischt.
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Vorwürfe eines Short Sellers
Der Kurseinbruch trifft die Partners Group-Aktie in einer ohnehin angespannten Phase. Erst vor wenigen Wochen geriet der Schweizer Alternative Investments-Anbieter ins Visier des bekannten US-Shortsellers Grizzly Research, der der Partners Group systematisch überhöhte Vermögensbewertungen in genau diesen Evergreen-Fonds vorwarf.
Obwohl das Management der Partners Group die Vorwürfe umgehend als verleumderisch und irreführend zurückwies, rechtliche Schritte einleitete und Gründer im Mai mit Millionenkäufen den Kurs stützten, hat der Bericht Spuren hinterlassen. Die Nachricht über das nun aktivierte Gating schürt bei den Anlegern die Sorge, dass an den Liquiditätsengpässen und Bewertungszweifeln doch mehr dran sein könnte.
Neues 6-Jahrestief
Das Chartbild der Partners Group-Aktie ist massiv angeschlagen. Seit Februar 2025 befindet sich der Kurs in einem steilen Abwärtskanal.
Durch den gestrigen Kurseinbruch fällt die Aktie auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Das 7-Jahrestief bei 670 CHF hat dem gestrigen Angriff jedoch standgehalten.
Ein echter Schnäppchenkauf
Ich würde die gestrige Hiobsbotschaft der Partners Group nicht überbewerten. Sie rechtfertigt meiner Meinung nach keinen Kurssturz in dieser Größenordnung.
Das Gating, also die Begrenzung von Rückzahlungen an Anleger, ist im Private Equity keine Seltenheit. Hierbei handelt es sich schließlich um jahrelang in nicht börsennotierten Unternehmen gebundenes Kapital.
Würden zu viele Anleger frühzeitig ihr Geld frühzeitig abziehen, wäre die Partners Group als Fondsgesellschaft dazu gezwungen, Assets zu liquidieren — sprich, Vermögenswerte zu einem unbeabsichtigten und wahrscheinlich ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen. Das Gating dient demnach dem Schutz der Fondsanleger.
Meiner Überzeugung nach ist die Partners Group zum aktuellen Kurs ein Schnäppchenkauf. Die Vermögensverwaltung ist in den letzten drei Jahren im Schnitt mit 11% gewachsen und besitzt mit einer operativen Marge von knapp über 60% eine bombastisch hohe Profitabilität. Da ist ein Forward-KGV von 14 meiner Ansicht nach eine zu niedrige Bewertung.
Perfekt für Dividendenjäger
Dividendenjänger sollten jetzt die Ohren spitzen! Durch den massiven Kurseinbruch der Partners Group über die letzten Monate hat sich die Dividendenrendite der Aktie auf 6,6% erhöht — ein Top-Wert selbst für einen Finanzdienstleister.
Und es kommt noch besser: Die Partners Group ist eine wahre „Dividendendruckmaschine“. In den letzten zehn Jahren haben die Schweizer ihre Gewinnausschüttungen im Schnitt um 18,5% p.a. gesteigert. Wer da nicht zugreift, ist selbst schuld.
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ℹ️ Partners Group in Kürze
- Die Partners Group Holding AG ist ein weltweit führender, global agierender Manager für alternative Vermögensanlagen (Private Markets) mit Hauptsitz in Baar in der Schweiz.
- Die Geschäftstätigkeit der Partners Group ruht auf vier großen Hauptsäulen: Private Equity (Außerbörsliches Eigenkapital), Private Infrastructure (Infrastrukturinvestitionen), Private Credit (Privatkredite für Unternehmen) und Private Real Estate (Außerbörsliche Immobilien).
- Aufgrund der hohen Kapitalanforderungen und der meist längerfristigen Geldanlage richtet sich das Angebot der Partners Group primär an Großinvestoren wie Pensionskassen, Lebensversicherungen, Staatsfonds und Stiftungen.
- In den letzten Jahren hat die Partners Group aber vermehrt Evergreen-Fonds aufgelegt, die wohlhabenden Privatkunden Investitionen in Private Markets ermöglichen.
- Die Partners Group notiert an der Schweizer Börse in Zürich und ist ca. 19 Milliarden CHF wert
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Fazit
Die Partners Group-Aktie ist auf dem aktuellen Kursniveau sehr moderat bewertet. Der jüngste Kursrückgang entbehrt jeder vernünftigen Grundlage.
Vor allem für Dividendenanleger ist der Schweizer Vermögensverwalter ein echter Leckerbissen. Dividendenjäger erwartet hier eine Kombination aus einer Dividendenrendite von 6,6% und ein langfristiges Dividendenwachstum von 18,5%.