Lockheed Martin-Aktie +11%: Rekordaufträge und höhere Prognose
Deutlich höheres Umsatzwachstum im zweiten Quartal
Nach einer über die letzten Monate überaus verhaltenen Kursentwicklung der Lockheed-Martin-Aktie sorgten nun die Zahlen für das zweite Quartal für einen kräftigen Kurssprung.
Der Konzern steigerte den Umsatz im zweiten Quartal auf 20,06 Milliarden US-Dollar und übertraf damit den Vorjahreswert um elf Prozent. Im ersten Quartal war das Umsatzwachstum noch nahezu zum Erliegen gekommen. Die nun sichtbare Beschleunigung deutet darauf hin, dass das Unternehmen bei der Ausweitung seiner Produktionskapazitäten spürbare Fortschritte erzielt. Das Management sprach im Rahmen der Quartalsmitteilung von einem wichtigen Schritt bei der Modernisierung und Erweiterung der Munitionsfertigung.
Bemerkenswert ist zudem, dass sämtliche Geschäftsbereiche gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten. Besonders stark entwickelte sich die Sparte Missiles & Fire Control, die von der hohen Nachfrage infolge der Konflikte im Nahen Osten profitiert. Auch das größte Segment Aeronautics verzeichnete mit einem Umsatzplus von neun Prozent ein solides Wachstum. Insgesamt übertraf Lockheed Martin die Erwartungen beim Umsatz deutlich.
Rekordauftragsbestand sichert Auslastung über Jahre
Die Nachfrage nach den Produkten des Konzerns bleibt außergewöhnlich hoch. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Lockheed Martin über einen Auftragsbestand von rund 230 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Der Quartalsumsatz lag bei etwas mehr als 20 Milliarden US-Dollar.
Hinzu kommt ein Book-to-Bill-Verhältnis von 3,2. Damit gehen deutlich mehr neue Aufträge ein, als das Unternehmen derzeit abarbeiten kann. Diese Entwicklung unterstreicht die starke Marktposition und spricht für eine langfristig hohe Auslastung der Produktionskapazitäten.
Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
Profitabilität verbessert sich weiter
Auch bei der Ertragskraft präsentierte sich Lockheed Martin überzeugend. Die operative Marge der Geschäftsbereiche erreichte im zweiten Quartal 10,8 Prozent. Der Vergleich mit dem Vorjahr ist aufgrund damaliger Sonderbelastungen nur eingeschränkt aussagekräftig. Gegenüber dem ersten Quartal verbesserte sich die Marge jedoch von 10,1 auf 10,8 Prozent und signalisiert damit eine steigende Effizienz.
Der Gewinn je Aktie belief sich auf 7,94 US-Dollar und lag ebenfalls über den Erwartungen. Auch wenn der Vergleich zum Vorjahr durch außergewöhnliche Belastungen verzerrt wird, zeigen die Zahlen eine insgesamt robuste Ertragslage. Sowohl der operative Cashflow als auch der freie Cashflow fielen deutlich höher aus als im Vorjahresquartal.
Die Aktionäre profitierten zudem von Dividendenzahlungen in Höhe von rund 800 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus kündigte Lockheed Martin eine Quartalsdividende von 3,45 US-Dollar je Aktie an. Die solide Cashflow-Entwicklung schafft eine gute Grundlage für weitere Ausschüttungen.
Optimistischere Prognose für das Gesamtjahr
Nach dem starken Quartal hob das Management seine Erwartungen für mehrere wichtige Kennzahlen an. Auf Basis der neuen Prognosespanne wird für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von rund acht Prozent erwartet. Damit würde sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr nochmals beschleunigen.
Auch bei der operativen Marge deutet die Prognose auf ein Niveau von etwa 10,7 Prozent hin und bestätigt damit die starke Entwicklung des zweiten Quartals. Gleichzeitig wurde die Gewinnprognose je Aktie nach oben angepasst und auch die Erwartungen für den Cashflow wurden erhöht. Insgesamt spricht vieles dafür, dass sich das laufende Geschäftsjahr für Lockheed Martin erfolgreich entwickeln dürfte.
Neue Produkte stärken Marktposition
Neben den starken Quartalszahlen arbeitet das Unternehmen daran, von den aktuellen geopolitischen Entwicklungen zu profitieren. Ende Juli stellte Lockheed Martin eine kostengünstigere Version des Patriot-Abfangsystems vor. Hintergrund ist der gestiegene Bedarf an Patriot-Raketen, nachdem die Bestände der USA infolge der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten erheblich beansprucht wurden.
Darüber hinaus präsentierte der Konzern mit dem MORFIUS X-Rotor eine moderne Abwehrlösung gegen Drohnen. Das System kann nach Unternehmensangaben während eines Einsatzes mehr als 50 Drohnen bekämpfen, ohne auf spezielle Feuerleitradare oder proprietäre Sensoren angewiesen zu sein. Angesichts der wachsenden Bedeutung unbemannter Luftfahrzeuge in modernen Konflikten eröffnet dieses Geschäftsfeld zusätzliche Wachstumschancen.
Unsicherheit rund um F-35-Programm
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gibt es weiterhin Risiken. Mitte Juli wurde bekannt, dass das US-Verteidigungsministerium den jährlichen Kontrollbericht zum F-35-Programm erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht veröffentlicht hat.
Dadurch fehlt Investoren eine wichtige unabhängige Informationsquelle über eines der bedeutendsten Rüstungsprogramme der USA. Da die Sparte Aeronautics den größten Geschäftsbereich von Lockheed Martin darstellt, dürfte diese eingeschränkte Transparenz vorerst ein Unsicherheitsfaktor bleiben.
ℹ️ Lockheed Martin in Kürze
- Die Lockheed Martin Corporation (WKN: 894648) mit Sitz in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland ist der weltgrößte Rüstungskonzern.
- Der Konzern ist in den Segmenten Sicherheit, Luft- und Raumfahrt tätig und entwickelt, produziert und integriert zahlreichen Waffen- und sonstige Technologiesysteme.
- Zum Produktspektrum zählen u. a. Jagdflugzeuge und Bomber, Aufklärungs- und Transportflugzeuge, Hubschrauber, Drohnen, Artillerie sowie ballistische, Flugabwehr- und Interkontinentalraketen.
- Größter Kunde von Lockheed Martin sind die Streitkräfte der Vereinigten Staaten.
- Lockheed Martin notiert an der New York Stock Exchange und ist ca. 131 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Trotz der kräftigen Kursgewinne nach den Quartalszahlen erscheint die Bewertung weiterhin vergleichsweise günstig. Die Bewertungskennzahlen wie das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis und das PEG-Verhältnis liegen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt des Industriesektors.
Gleichzeitig sprechen die beschleunigte Umsatzentwicklung, die starke Nachfrage, die solide Margenentwicklung sowie die angehobene Jahresprognose für eine Fortsetzung des positiven Geschäftsverlaufs. Der hohe Auftragsbestand sorgt zusätzlich für eine außergewöhnlich gute Planbarkeit der künftigen Geschäftsentwicklung. Selbst auf Basis der erwarteten Gewinne für das Jahr 2029 wird die Aktie lediglich mit einem moderaten Bewertungsniveau gehandelt, was angesichts der stabilen Ertragsaussichten attraktiv erscheint.
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