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Autodesk-Aktie -7%: Warum so pessimistisch?

Starke Zahlen und eine Übernahme
Die Autodesk-Aktie verliert am Freitagmorgen über -7% und hält damit die rote Laterne im Nasdaq 100-Index fest in der Hand. Was steckt hinter dem großen Kursverlust des CAD-Softwareanbieters und können Anleger hier nun ein Schnäppchen machen?

Makellose Zahlen

Der heutige Kursrückgang der Autodesk-Aktie ist eigentlich widersinnig, denn das Software-Unternehmen lieferte exzellente Quartalszahlen. Autodesk gelang nicht nur ein „Double Beat“ beim Umsatz und beim Ergebnis, sondern hob auch noch seine Jahresprognose an.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal (das am 30. April endete) um 18,4% gegenüber dem Vorjahr auf 1,93 Milliarden US$ und übertraf damit die Markterwartung von 1,89 Milliarden US$. Besonders stark zeigte sich das Segment Make (Bausoftware und Fertigung), in dem die Erlöse um 25% auf 224 Millionen US$ hochschossen.

Noch besser liest sich die Ergebnisentwicklung von Autodesk. Die operative Marge nach Rechnungslegungsstandard (GAAP) sprang von zuvor 14% auf 28% nach oben. Die bereinigte Marge (Non-GAAP) verbesserte sich leicht auf bärenstarke 39%. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte auf Jahressicht um 30,6% auf 2,99 US$ zu und der Free Cashflow erhöhte sich sogar um 58,3% auf 876 Millionen US$.

Beflügelt durch das starke Auftaktquartal schraubte das Management die Ziele für das gesamte laufende Geschäftsjahr nach oben. Erwartet werden nun ein Jahresumsatz zwischen 8,16 und 8,22 Milliarden US$. Zuvor lag das obere Ende der Umsatzprognose bei 8,12 Milliarden US$.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt Autodesk eine Spanne von 12,40 bis 12,65 US$ an. Und der freie Cashflow soll zwischen 2,73 und 2,80 Milliarden US$ liegen.

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Aber zwei Haare in der Suppe

Trotz dieser makellosen Zahlen hat die Börse eine große Sorge, und zwar die zeitgleich angekündigte 3,6 Milliarden US$ teure Barübernahme des Cloud-Software-Unternehmens MaintainX. MaintainX bietet mobile Wartungs- und Betriebssoftware für Werkshallen und Baustellen an. Autodesk will damit das neue Segment Autodesk Operations Solutions pushen.

Ein zweites Haar in der Suppe fand die Börse offenbar auch in der Verlangsamung des Wachstums. In den letzten zwölf Monaten ging das Umsatzwachstum auf ca. 11% zurück. Das ist zwar ein sehr solider Wert, signalisiert dem Markt jedoch, dass das starke Momentum des jüngsten Quartals wohl nicht dauerhaft gehalten werden kann.

Kurs auf das 12-Monatstief

Die Autodesk-Aktie pendelte zuletzt in einem engen Seitwärtsband zwischen 230 und 250 US$ auf und ab. Durch den heutigen Kursverlust wird dieses Band nach unten durchbrochen. Nun dürfte die Aktie abermals ihr 12-Monatstief bei 218 US$ testen.

Attraktive Bewertung und kein KI-Opfer

Ich glaube, dass die Autodesk-Aktie in den letzten Monaten (und auch heute) zu stark unter die Räder gekommen ist. Das Forward-KGV von 19 liegt inzwischen deutlich unter dem Durchschnittswert der letzten Quartale.

Wir sprechen hier über ein Unternehmen, dass in den letzten Jahren seinen Umsatz und seinen operativen Gewinn wie ein Uhrwerk zweistellig gesteigert hat. Und die Prognoseanhebung für das laufende Geschäftsjahr zeigt, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.

Auch der CAD-Softwarespezialist wurde in den letzten Monaten ein Opfer der Angst vor KI-Disruption. Die Börse geht offenbar davon aus, dass die Software von Autodesk früher oder später KI-Modellen zum Opfer fällt.

Diese Sorge teile ich nicht. CAD-Software für Anwendungen in der Architektur, dem Autobau, der Gebäudetechnik, dem Hoch- und Tiefbau, dem Maschinenbau und der Telekommunikation ist absolut erfolgskritisch. Hier können sich Anbieter rein gar keine Fehler erlauben. Das bedeutet, dass die Kundentreue und die Wechselschwelle sehr hoch sind.

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ℹ️ Autodesk in Kürze

  • Autodesk (WKN: 869964) ist ein US-amerikanischen Software-Unternehmen mit Sitz in San Rafael in Kalifornien.
  • Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Software in den Bereichen Computer-aided Design und Computeranimation.
  • Die Software-Lösungen von Autodesk kommen in einer Vielzahl von Branchen zum Einsatz, darunter Architektur, Autobau, Gebäudetechnik, Hoch- und Tiefbau, Maschinenbau, Medien, Pharma und Telekommunikation.
  • Autodesk ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und an der Börse aktuell ca. 51 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Meiner Meinung nach ist der heutige Kursrückgang ein guter Zeitpunkt, um in die Autodesk-Aktie einzusteigen. Der Anbieter von Spezialsoftware ist keineswegs ein KI-Opfer und die Bewertung liegt inzwischen auf einem attraktiven Niveau.