Super Micro Computer-Aktie +10%: Geht diese Rallye noch weiter?
Großes Aufatmen
Der Hauptgrund für den heutigen Kurssprung der Super Micro Computer-Aktie ist die Aufklärung eines Schmugglerrings in Taiwan. Supermicro steht seit Monaten im Verdacht, hochmoderne, mit Nvidia-Chips betriebene KI-Server illegal in die Volksrepublik China exportiert zu haben. Für Investoren war das ein Horrorszenario, da bei Verstößen gegen US-Technologieexportkontrollen drakonische Strafen durch Washington bis hin zu Lieferstopps von Nvidia gedroht hätten.
Heute sorgte der Serverkonzern mit der Mitteilung für Aufatmen an der Börse, dass man in Zusammenarbeit mit den Taiwanesischen Behörden den illegalen Export von Servern nach China verhindert habe. Bei einer Operation der Polizei wurden mehrere Verdächtige verhaften und 50 Server beschlagnahmt.
Die Wall Street feiert diese Nachricht, weil sie möglicherweise den Beweis darstellt, dass Super Micro Computer doch kein systemisches Compliance-Problem hat, sondern Opfer eines Betrugs wurde. Der Serverhersteller hat eigenen Angaben nach die Geräte an autorisierte Händler in Taiwan verkauft, die diese aber offenbar an weitere Parteien verkauften. Supermicro betonte, dass dieser Fall die Probleme verdeutliche, die entstehen, wenn Server über mehrere nachgelagerte Parteien außerhalb der Kontrolle des Herstellers weiterveräußert werden.
Und weitere KI-Euphorie
Gleichzeitig profitiert die Super Micro Computer-Aktie von der aktuellen Euphorie rund um KI-Infrastruktur. Konkurrent Dell Technologies meldete zuletzt sehr starke Zahlen, deren positiver Effekt auf Supermicro überschwappte. Zudem sorgte der Cloud-Anbieter Snowflake mit einem gigantischen Deal mit Amazon Web Services für gute Stimmung in der Branche.
Weiter angeheizt wurde die Euphorie durch die Vorstellung der neuen „Gold Series“-Serverlösung für Großunternehmen. Diese neuen Systeme versprechen noch höhere Energieeffizienz bei maximaler KI-Rechenleistung, was neue Großaufträge ermöglicht. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Deal mit dem europäischen KI-Cloud-Anbieter Verda bekannt.
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Widerstand voraus
Seit ihrem 12-Monatstief Ende März befindet sich die Super Micro Computer-Aktie in einem steilen Aufwärtstrend, der durch den heutigen Kurssprung noch einmal beschleunigt wird. Innerhalb von gut zwei Monaten hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.
Bei 47 US$ stößt die Supermicro-Aktie auf einen starken Widerstand. Bei diesem Kursniveau wird sich zeigen, wie viel Kraft der Trend noch hat.
Die Aktie ist zu heißgelaufen
Ich bin kein Fan der Super Micro Computer-Aktie und das hat mit der Geschäftsentwicklung des Serverherstellers zu tun. Das Umsatzwachstum ist zwar nach wie vor atemberaubend hoch, aber die Entwicklung der Profitabilität bereitet mir große Bauchschmerzen.
Die operative Marge ging in den letzten drei Jahren von knapp über 10% auf inzwischen nur noch rund 5% zurück. Dieser Margenrückgang ist angesichts der enorm hohen Nachfrage nach Servern für mich nicht vernünftig nachvollziehbar.
Eigentlich müsste Supermicro in der Lage sein, seine Preise zu erhöhen und Preissteigerungen bei Bauteilen an seine Kunden weiterzugeben. Aber offenbar ist das nicht der Fall. Das spricht dafür, dass der Wettbewerb durch Dell Technologies, HP Enterprise und andere Serverspezialisten sehr hart.
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Die Schmuggelvorwürfe nach China mögen fürs Erste vom Tisch sein. Trotzdem ist das für mich kein Grund, in die Super Micro Computer-Aktie zu investieren.
ℹ️ Super Micro Computer in Kürze
- Super Micro Computer (WKN: A0MKJF) mit Sitz in San José in Kalifornien ist ein US-Anbieter von Server- und Speichertechnologien.
- Das Unternehmen verfügt über eine sehr breite Produktpalette, die von Hauptplatinen und Barebones über Server bis zu Computergehäusen und Kühlungslösungen reicht.
- Die Hauptbörse der Aktie von Super Micro Computer ist die Technologiebörse Nasdaq, in Deutschland ist sie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit rund 25 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Mir ist die Super Micro Computer-Aktie zu heiß gelaufen. Der aktuelle Kurs liegt über den Kurszielen fast aller Analysten. Bären, wie die Bank of America und Goldman Sachs, sehen inzwischen ein Downside von fast -50%. Das Risiko eines Investments ist aktuell zu hoch.