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Salesforce-Aktie nach Zahlen: Ist das etwa zu wenig?

Markt nicht überzeugt
Redaktion
Die Aktie von Salesforce steht nach den jüngsten Quartalszahlen erneut mitten der Debatte um die Zukunft großer Softwarekonzerne im Zeitalter künstlicher Intelligenz. Während Anleger bei vielen Tech-Unternehmen zuletzt zunehmend skeptisch reagierten, liefert Salesforce nun Argumente dafür, dass KI die Nachfrage nach Unternehmenssoftware nicht verdrängt, sondern sogar beschleunigen könnte. Trotzdem bleibt der Titel unter Druck.

Salesforce trotzt der Skepsis im Softwaresektor

Vor den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 herrschte am Markt eine gewisse Nervosität. Selbst starke Ergebnisse galten zuletzt nicht mehr automatisch als Kurstreiber, wie der deutliche Rücksetzer bei Intuit trotz angehobener Prognose gezeigt hatte. Gerade große Softwareunternehmen leiden derzeit unter der Sorge, dass KI-Modelle klassische Softwarelösungen langfristig ersetzen könnten.

Bei Salesforce spielt jedoch eine andere Dynamik eine Rolle. Die KI-Plattform Agentforce soll nicht bestehende Produkte überflüssig machen, sondern deren Bedeutung weiter erhöhen. Entscheidend dabei ist die enge Verzahnung der Software mit unternehmenseigenen Daten, Arbeitsabläufen und Kundenprozessen. Genau dieser strukturelle Vorteil könnte verhindern, dass generative KI klassische Plattformanbieter verdrängt.

Agentforce entwickelt sich zum Wachstumsmotor

Besonders aufmerksam verfolgte der Markt die Entwicklung der jährlich wiederkehrenden Erlöse von Agentforce. Analysten hatten mit rund 900 Millionen Dollar gerechnet, tatsächlich meldete Salesforce jedoch bereits 1,2 Milliarden Dollar. Gleichzeitig legten die ausgelieferten agentenbasierten Arbeitseinheiten gegenüber dem Vorquartal um 111 Prozent zu.

Diese Zahlen gelten als wichtiges Signal dafür, dass KI innerhalb des Salesforce-Ökosystems nicht zu Umsatzverlusten führt. Vielmehr scheint jede zusätzliche KI-Anwendung den Bedarf an Salesforce-Produkten weiter zu erhöhen. Damit etabliert sich Agentforce zunehmend als eigenständiger Wachstumstreiber mit erheblichem Margenpotenzial.

Auch bei den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zeigte sich Stabilität. Das Wachstum der sogenannten cRPO-Kennzahl lag wie erwartet bei 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar hätte ein Wert oberhalb von 15 Prozent ein noch stärkeres Signal für die kommenden Quartale geliefert, dennoch untermauern die aktuellen Daten die Erwartung einer Wachstumsbeschleunigung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres.

Erhöhte Prognose dank Rückenwind

Der Gesamtumsatz stieg auf 11,05 Milliarden Dollar und lag damit 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Bereinigt um den Beitrag der übernommenen Informatica-Geschäfte ergibt sich allerdings ein organisches Wachstum von rund 8,5 Prozent. Damit zeigt sich, dass sich das traditionelle Kerngeschäft zuletzt etwas abgeschwächt hat.

Salesforce übertraf darüber hinaus die Erwartungen an die Margen leicht und profitierte zusätzlich von umfangreichen Aktienrückkäufen im Volumen von 25 Milliarden Dollar, die den Gewinn je Aktie spürbar stützten. So wurden bereinigt 3,88 Dollar pro Anteil verdient; erwartet wurden 3,12 Dollar.

Besonders stark fiel die Anhebung der Jahresprognose aus. Die bisherige Gewinnprognose je Aktie zwischen 13,11 und 13,19 Dollar wurde deutlich auf 14,06 bis 14,12 Dollar erhöht. Für viele Investoren war dies der wichtigste Hinweis darauf, dass Salesforce trotz eines schwierigen Marktumfelds weiter auf Wachstumskurs bleibt.

Informatica-Übernahme zahlt sich aus

Die Integration von Informatica scheint bislang deutlich besser zu verlaufen als viele Beobachter erwartet hatten. Dass Umsatzwachstum und Profitabilität gleichzeitig zulegen, wird als Zeichen gewertet, dass die Übernahme strategisch sinnvoll war und operativ erfolgreich umgesetzt wird.

Gerade im Zusammenspiel mit KI-Anwendungen dürfte die Kombination aus Datenmanagement und CRM-Infrastruktur künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen.

Niedrige Bewertung spiegelt anhaltende Vorsicht wider

Trotz der starken Zahlen bleibt die Bewertung von Salesforce ungewöhnlich niedrig. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt lediglich bei rund 13, während auch die Multiplikatoren auf EBITDA- und Free-Cashflow-Basis deutlich unter früheren Bewertungsniveaus notieren.

Der Markt preist damit weniger die aktuelle Geschäftsentwicklung ein als vielmehr die Sorge, dass sich das Wachstum der Cashflows künftig deutlich abschwächen könnte. Selbst unter konservativen Annahmen ergeben sich in Bewertungsmodellen jedoch weiterhin deutliche Aufwärtspotenziale für die Aktie.

Vor allem die anhaltend schwache Stimmung gegenüber Softwarewerten verhindert derzeit eine deutlichere Neubewertung. Sollte Salesforce allerdings auch in den kommenden Quartalen vergleichbare Ergebnisse liefern, könnte sich diese Haltung allmählich verändern.

ℹ️ Salesforce in Kürze

  • Salesforce (WKN: A0B87V) mit Sitz in San Francisco ist der weltweit führende Anbieter von Customer Relationship Management Software-Lösungen (Unternehmenssoftware für das Management von Kundenbeziehungen).
  • Der Konzern bietet Unternehmen jeder Größe Cloud-basierte Lösungen in den Bereichen Kundenservice, Marketing und Vertrieb.
  • Der im Dow Jones gelistete Software-Konzern ist an der Börse ca. 145 Milliarden US$ wert.

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Redaktion

Fazit

Salesforce hat mit den aktuellen Quartalszahlen gezeigt, dass künstliche Intelligenz für das Unternehmen bislang eher Wachstumstreiber als Bedrohung ist. Die Kombination aus steigender Nachfrage, robuster Profitabilität und niedriger Bewertung könnte der Aktie mittelfristig neues Potenzial eröffnen.

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