Lucid-Aktie: Ist da noch ein Funken Hoffnung?

Neue Zahlen

Für die Lucid-Aktie ist es zuletzt zappenduster geworden. Innerhalb eines Jahres brach der Kurs des amerikanischen E-Autoherstellers um atemberaubende -71% ein. Gibt es überhaupt noch einen Funken Hoffnung für Lucid oder ist das Todesurteil für die Autoaktie bereits gefällt?

Lucid
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Gravierende Probleme

Bevor ich eine Antwort auf diese Frage gebe, erst einmal ein Blick auf die jüngsten Quartalszahlen, die die Lucid Group Mitte der Woche vorlegte. Spoileralarm: Sie geben Anlegern wenig Grund zur Hoffnung.

Der Umsatz des Autoherstellers stieg im Jahresvergleich zwar um 20% auf 282,5 Millionen US$. Dieser Wert lag allerdings deutlich unter den von Analysten erwarteten 440,4 Millionen US$.

Lucid hatte zuletzt mit massiven Auslieferungsproblemen zu kämpfen. Der Grund: Ein Qualitätsproblem bei einem Zulieferer für Sitze für das neue SUV Lucid Gravity stoppte die Auslieferung des Modells für fast einen Monat. Im ersten Quartal produzierte Lucid rund 5.500 Fahrzeuge, konnte aber nur knapp 3.100 davon ausliefern.

Jedes Auto ein Verlustgeschäft

Hauptproblem von Lucid sind die immer noch extrem hohen Kosten für die Skalierung der Produktion und die Markteinführung neuer Modelle. Die Bruttomarge des Autobauers verschlechterte sich zuletzt auf -110%. Im Klartext: Die Kosten für die Herstellung der Lucid-Autos sind derzeit noch doppelt so hoch wie die Einnahmen daraus.

Unter dem Strich weitete sich der Nettoverlust im ersten Quartal massiv auf 1,13 Milliarden US$ aus. Im Vorjahr stand unter dem Strich noch ein Minus von -731 Millionen US$.

Einziger Lichtblick: Die Finanzierung von Lucid ist vorerst gesichert. Im April sicherte sich das Unternehmen 1,05 Milliarden US$ an frischem Kapital, unter anderem vom saudischen Staatsfonds PIF und vom Fahrdienstleister Uber. Lucid verfügt aktuell über liquide Mittel von ca. 4,7 Milliarden US$, was den Geschäftsbetrieb bis weit ins kommende Jahr sicherstellen sollte.

Gar nicht gut kam an der Börse aber an, dass Lucid aufgrund der Qualitätsprobleme seine Jahresprognose bis auf Weiteres aussetzte. Bislang ging der Autohersteller davon aus, 2026 25.000 bis 27.000 Fahrzeuge zu produzieren. Das wäre ein deutliches Plus von 36 bis 47% gegenüber dem Vorjahreswerts von ca. 18.4000 Autos gewesen. Das Unternehmen kündigte an, erst nach der Einarbeitungsphase des neuen CEO Silvio Napoli eine neue Prognose abzugeben.

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Am Allzeittief

Zum Chart der Lucid-Aktie muss man nicht mehr viel sagen. Seit Jahren befindet sie sich (mit zwischenzeitlichem Aufbäumen) in einem massiven Abwärtstrend. Ende April fiel der Autotitel auf ein neues Allzeittief bei 6 US$. Eine charttechnische Erholung ist angesichts der schwachen Quartalszahlen nicht in Sicht.

Lucid ist nicht Ferrari

Ich kann Anleger nicht verstehen, die noch in die Lucid-Aktie investieren. Sie war immer ein Geldgrab, sie ist es bis heute und sie wird es immer bleiben — bis zur Insolvenz.

Momentan sprechen nur zwei Argumente für ein weiteres, meiner Meinung nach zeitlich begrenztes Überleben. Saudi-Arabien und Uber halten Lucid nach wie vor die Stange. Uber plant, mindestens 35.000 Lucid-Autos für seine Flotte einzusetzen und für Saudi-Arabien ist das Unternehmen ein zentrales Puzzlestück der nationalen E-Autostrategie.

Trotzdem ist mir das alles viel zu wenig. Lucid ist auch fast 20 Jahre nach seiner Gründung weit von einer kritischen Größe in der Automobilindustrie entfernt. Der einzige Autobauer, des es schafft, mit derart geringen Produktionsmengen satt Geld zu verdienen, ist Ferrari. Aber Lucid ist eben nicht Ferrari.

Das Todesurteil ist schon gesprochen

Das Unternehmen ist meiner Überzeugung nach ein Latecomer, der zu spät auf den Markt kommt. Die Lucid-Autos überzeugen zweifellos mit einer Kombination aus schickem Design und herausragenden technologischen Eigenschaften. Das reicht aber heutzutage nicht mehr, um sich im extrem hart umkämpften E-Automarkt durchzusetzen.

Für mich gibt es keinen Funken Hoffnung mehr für die Lucid-Aktie. Und die Börse hat im Grunde genommen auch schon ihr Todesurteil gesprochen. Die Lucid-Aktie war Ende 2021 mal über 500 US$ wert. Heute notiert sich bei 6 US$.

Mehr muss man zu diesem toten Pferd nicht mehr sagen. Wer noch nicht abgestiegen ist, sollte das jetzt tun.

Abschließend: Aktien, an die wir bei sharedeals im Gegensatz zu Lucid glauben, findest Du in unseren Top-Picks 2026.

ℹ️ Lucid in Kürze

  • Lucid Motors (WKN: A3CVXG) ist ein US-amerikanischer Hersteller von Luxus-Elektroautos.
  • Das 2007 gegründete Unternehmen mit Sitz in Newark in Kalifornien produziert derzeit zwei hochpreisige Automodelle: die Limousine Air und das SUV Gravity.
  • Finanziell und strategisch wird das Unternehmen von Saudi-Arabien unterstützt, wo derzeit eine Autofabrik in Bau ist.
  • Lucid ist derzeit noch Mitglied im Nasdaq 100-Index und hat einen Börsenwert von etwa 2 Milliarden US$.
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