Rheinmetall-Aktie: Genug korrigiert, Zeit zum Kaufen?
Die Rheinmetall-Aktie notiert nach einer starken Korrektur am Dienstagmorgen an der Kursmarke von 1.400 €. Stellt diese einen Wendepunkt dar und es geht jetzt wieder nach oben?
Partnerschaft mit Boeing
Rheinmetall und US-Flugzeughersteller Boeing haben eine strategische Partnerschaft für das unbemannte Kampfflugzeug MQ-28 Ghost Bat vereinbart. Wie der Rüstungskonzern am Dienstagmorgen mitteilt, sei es das Ziel, die MQ-28 Ghost Bat als ausgereifte Lösung für die geplante Beschaffung eines Collaborative Combat Aircraft (CCA) durch die Bundeswehr bis 2029 anzubieten.
Im Rahmen der Partnerschaft wird Rheinmetall laut Pressemitteilung als Systemmanager für die MQ-28 in Deutschland fungieren. Das Unternehmen werde die Systemintegration in bestehende und zukünftige Führungs- und Waffensysteme der Bundeswehr sowie die Anpassung an nationale Anforderungen überwachen. Zudem werde Rheinmetall die operative, wartungstechnische und logistische Unterstützung sicherstellen.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger kommentiert:
Als Systemintegrator stellen wir sicher, dass Integration, Betrieb und Weiterentwicklung aus einer Hand erfolgen und stärken gleichzeitig die industrielle Wertschöpfung in Form eines industriellen Hubs in Deutschland und Europa. Wir sehen für Rheinmetall dabei ein Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Ins Fettnäpfchen getreten
Derweil sorgt der Rheinmetall-Chef dieser Tage vermutlich unbeabsichtigt mit einer anderen umstrittenen Aussage für Aufsehen. Armin Papperger hatte laut eines Beitrags des US-Magazins The Atlantic ukrainische Drohnenhersteller als „Hausfrauen“ bezeichnet, weil sie mit 3D-Druckern in der Küche säßen und Drohnenteile herstellten.
Kritik kam umgehend, etwa vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser konterte laut Nachrichtenagentur dpa mit der Aussage, wenn jede Hausfrau der Ukraine wirklich Drohnen herstellen könne, dann könne jede Hausfrau der Ukraine auch CEO von Rheinmetall sein.
Armin Papperger dürfte inzwischen selbst eingesehen haben, dass er mit seiner Äußerung ins Fettnäpfchen getreten ist. Das belegen verschiedene Einlassungen des Konzerns auf der Plattform X. Immerhin: Der Rheinmetall-Chef hat für Diskussionsstoff gesorgt – auch eine Möglichkeit, eine zuletzt gebeutelte Aktie wieder ins Gespräch zu bringen.
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Eine verhaltene Prognose für 2026
Der Deal mit Boeing unterstreicht mit dem angenommenen Umsatzpotenzial, dass der Rüstungskonzern nicht nur auf vollen Auftragsbüchern sitzt, sondern dass ständig neue Geschäfte angebahnt werden. Vor wenigen Tagen war bereits eine Vereinbarung mit dem spanischen Technologieunternehmen Indra zur Vertiefung der strategischen Zusammenarbeit vor allem in der Fertigung von militärischen Fahrzeugsystemen für die europäischen und lateinamerikanischen Streitkräfte bekanntgegeben worden.
Gleichwohl haben die Düsseldorfer zuletzt mit ihrer Prognose für das laufende Geschäftsjahr die Erwartungen des Marktes verfehlt. Während Rheinmetall einen Umsatz von 14,0 bis 14,5 Milliarden € anpeilt, hatten die Analysten rund 15 Milliarden € auf dem Zettel. Auch die prognostizierte Marge von 19% sorgte für wenig Begeisterung.
In der Korrektur
Die Rheinmetall-Aktie befindet sich seit rund zwei Monaten in einer Korrekturphase und ist von ihrem Hoch knapp über 2.000 € bereits um -30% zurückgekommen. Die nächste Unterstützung läge bei 1.379 €.
Auf der Oberseite müsste der Titel den ersten Widerstand bei 1.520 € und vor allem den bei 1.653 € überwinden, um eine Trendwende einzuläuten.
Sind das jetzt Kaufkurse?
Nach einer Korrektur um -30% stellen sich Anleger natürlich die Frage, ob sie jetzt beim Düsseldorfer Rüstungskonzern bei Kursen um die 1.400 € einsteigen oder ihre Position wieder aufstocken sollen. Aus meiner Sicht spricht tatsächlich nichts dagegen, wobei ich Anlegern den Tipp geben würde, noch Luft für weitere Kauftranchen zu lassen, falls die Aktie doch noch keinen Boden gefunden haben sollte.
Grundsätzlich wachsen die Bäume für Rheinmetall zwar nicht mehr in den Himmel und die Bewertung ist mit einem Forward-KGV von 38 immer noch sehr sportlich, doch der satte Auftragsbestand von 65 Milliarden € und der ungebrochene Rüstungsboom sprechen für sich. Meiner Meinung nach ist diese Investmentstory noch lange nicht zu Ende erzählt.
Ein Tipp: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 65,9 Milliarden €.