Assembly Biosciences: Nächste Stufe HDV – EASL-Daten am 27. Mai
Bei Assembly Biosciences verdichten sich derzeit mehrere Entwicklungen zu einem verdächtigen Gesamtbild. Nachdem das Unternehmen die Präsentation von Topline-Daten aus der Phase-1a-Studie seines Hepatitis-D-Kandidaten ABI-6250 für den 27. Mai auf dem EASL-Kongress angekündigt hat, rücken nun zusätzlich strategische Faktoren in den Fokus.
Besonders spannend erscheint die Kombination aus klinischem Momentum, auffallend selbstbewussten Aussagen des Managements, dem Einstieg prominenter Investoren und der engen Verbindung zu Pharmariese Gilead Sciences, der sich aktuell mit einer Milliarden-Finanzierung für weitere potenzielle Übernahmen rüstet.
Bereits in meinem letzten Update hatte ich auf auffällige Käufe eines bekannten Star-Investors verwiesen. Paradigm BioCapital – erst letztes Jahr in zwei hochlukrative Buyouts involviert – hatte seinen Anteil an Assembly zuletzt auf 5,4 Prozent ausgebaut. Solche Positionierungen erfolgen im Small-Cap-Biotech-Sektor selten zufällig – insbesondere nicht unmittelbar vor wichtigen klinischen Präsentationen. Offenbar sehen zunehmend mehr professionelle Anleger die Möglichkeit, dass Assembly vor einer entscheidenden Neubewertung stehen könnte.
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ABI-6250 entwickelt sich zu einem weiteren Werttreiber
Neben einer zukünftig wahrscheinlich viele Milliarden schweren Herpes-Franchise rückt nun zunehmend ABI-6250 ins Rampenlicht. Der oral verfügbare Entry-Inhibitor gegen Hepatitis D adressiert einen Markt mit massivem medizinischem Bedarf, in dem bislang nur wenige Therapieoptionen existieren.
Chronische Hepatitis D gilt als eine der aggressivsten viralen Lebererkrankungen überhaupt und führt häufig zu schweren Leberschäden oder Leberversagen. Mit Gileads spritzbarem Bulevirtide exisitert lediglich ein explizites HDV-Medikament, das zudem in den USA erst noch vor der Zulassung steht.
Genau deshalb wird der Markt für innovative HDV-Therapien von Investoren besonders aufmerksam beobachtet. Assembly verfolgt dabei einen Ansatz, der sich deutlich von Konkurrenzprogrammen unterscheidet. ABI-6250 soll den Eintritt des Virus in die Leberzellen blockieren und könnte damit direkt an einem frühen Punkt des Infektionszyklus ansetzen. Gleichzeitig handelt es sich um einen oral verfügbaren Wirkstoff – ein möglicher entscheidender Vorteil gegenüber komplexeren oder injizierbaren Therapieansätzen.
Bereits die bislang veröffentlichten Phase-1a-Daten hatten bei Marktbeobachtern für Aufmerksamkeit gesorgt. Vor allem die lange Halbwertszeit von rund vier Tagen deutet auf das Potenzial einer einfachen einmal täglichen Dosierung hin. Zusätzlich berichtete Assembly über ein überzeugendes pharmakokinetisches Profil sowie dosisabhängige Biomarker-Aktivität. Für viele Investoren sind genau diese Eigenschaften entscheidend, weil erfolgreiche antivirale Therapien langfristig nicht nur wirksam, sondern vor allem praktikabel und patientenfreundlich sein müssen.
Management sendet zunehmend bullische Signale
Besonders bemerkenswert wirkten zuletzt die Aussagen des Managements auf der Bank of America Global Healthcare Conference in Las Vegas. Dort machte Medizinchef Anuj Gaggar deutlich, dass ABI-6250 noch dieses Jahr in eine Phase-2-Studie überführt werden und bereits nächstes Jahr entscheidende Daten aus dieser produzieren soll. Ein nahtloser Übergang in eine Zulassungsstudie soll folgen. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist ein derart ambitionierter Zeitplan keineswegs selbstverständlich.
Am Markt werden solche Aussagen häufig als Zeichen interpretiert, dass intern bereits ein hohes Maß an Vertrauen in die bisherigen Sicherheits-, Verträglichkeits- und Pharmakokinetikdaten besteht. Gleichzeitig deutet die Kommunikation darauf hin, dass Assembly dem Programm intern offenbar erhebliches strategisches Potenzial zuschreibt.
Hinzu kommt, dass das Unternehmen zuletzt die notwendigen chronischen Toxikologiestudien für ABI-6250 erfolgreich abgeschlossen hat – ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg in die nächste klinische Entwicklungsphase und damit Richtung Zulassung.
Immer stärkere Übernahme-Indizien
Klar ist: Pharmariese Gilead ist bereits eng mit Assembly verbunden und hatte sich in der Vergangenheit nicht nur umfangreiche Rechte an Teilen der Pipeline gesichert, sondern auch seine Beteiligung am Unternehmen ausgebaut.
Nun sorgt zusätzlich eine aktuelle Kapitalaufnahme von Gilead für neue Spekulationen. Der Konzern hat aktuell Unternehmensanleihen im Volumen von drei Milliarden US-Dollar platziert und damit erhebliche finanzielle Flexibilität geschaffen. Die Gelder sollen laut Filing potenziell auch Akquisitionen dienen.
Die strategische Logik hinter einer Komplettübernahme Assemblys wäre nachvollziehbar. Gilead zählt traditionell zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich antiviraler Therapien, hat aber Probleme, seine Early-Stage-Pipeline aus eigener Kraft zu stärken. Assembly hingegen besitzt einen weltweit führenden Forschungsmotor für innovative antivirale Therapien und konnte zuletzt durchweg positive bis herausragend starke Daten liefern. Viele Assembly-Wissenschafter inklusive CEO Jason Okazaki haben eine Gilead-Historie. Der Firmensitz liegt nahezu um die Ecke. Das Management wurde für einen etwaigen Verkauf ausreichend über Aktien incentiviert.
Wie entscheidet Gilead?
Stand jetzt müsste Gilead allein für eine Einlizenzierung von ABI-6250 nach Phase 2 satte 125 Millionen US-Dollar leisten, darüber hinaus weitere signifikante Meilensteinzahlungen und spätere Umsatzbeteiligungen. Bereits im kommenden Oktober würden zudem 75 Millionen US-Dollar für eine Verlängerung der Kooperation fällig.
Ein noch wesentlicherer Grund, der Gilead zu einer kurzfristigen Übernahme drängen könnte: Assembly besitzt das Recht, für das bereits auslizenzierte Herpes-Portfolio ein Profit-Cost-Share-Modell zu wählen. Nach den herausragenden Proof-of-Concept-Daten der Blockbuster-Kandidaten ABI-5366 und ABI1179 dürfte der Pharmakonzern kein Interesse daran haben, 40 Prozent Gewinnanteil an seiner Zukunfts-Franchise abzugeben. Eine Entscheidung hierzu wird bis Mitte des Jahres erwartet, wenn Gilead den weiteren Entwicklungsplan vorgelegt hat.
Fazit
Die Aktie von Assembly Biosciences bleibt dramatisch unterbewertet. Ich erwarte innerhalb der nächsten sechs Wochen entscheidende Entwicklungen bezüglich der Zukunft des Unternehmens. Anleger sind hierbei in einer komfortablen Position.
Sowohl Assembly als auch Gilead haben HDV-Präsentationen auf der EASL am 27. Mai angekündigt. Aufmerksamkeit ist garantiert.
Im Falle einer Übernahme winken kurzfristig weitere mehrere Hundert Prozent Kursgewinn und möglicherweise gar dreistellige Notierungen. Bleibt Assembly eigenständig, dürfte hier ebenso ein Multi-Milliarden-Unternehmen reifen und Aktionären langfristig Freude bereiten.
Nach Gewinnmitnahmen im Laufe der Woche habe ich in der heutigen Schwäche wieder Assembly-Aktien zugekauft.
Vor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Assembly Biosciences in signifikantem Umfang. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.