Rheinmetall-Aktie -40% seit Jahresanfang – jetzt zugreifen?
Rüstungsaktien wenig gefragt
Nach den starken Bombardements im Herbst und Winter seitens Russlands auf die Ukraine boomten die Rüstungsaktien. Die Ukraine wehrte sich erfolgreich und benötigte viele Waffen. Eigentlich besteht dieses Szenario immer noch. Mittlerweile gewinnt die Ukraine wieder an militärischer Stärke und entwickelt ihrerseits leistungsfähige Raketen und Drohnen. Dennoch werden ausländische Waffen in hoher Menge benötigt. Auch die NATO-Staaten rüsten massiv auf.
Der damalige Boom der Rüstungsaktien wurde durch den Boom bei KI-Aktien abgelöst. Alle Aktien, die mit zukünftigen KI-Rechenzentren oder den benötigten Chips in Verbindung stehen, legten deutlich zu. Mittlerweile droht hier eine Überhitzung.
Markterwartungen verfehlt
Im ersten Quartal setzte sich das dynamische Wachstum beim Umsatz und Ertrag fort. Dennoch wurden die Markterwartungen beim Umsatz deutlich verfehlt. Die Analysten gingen von einem Umsatz von 2,3 Milliarden € aus. Erreicht wurden in den ersten drei Monaten nur 1,9 Milliarden €. Der Grund dafür war, dass Umsätze von 300 Millionen € ins zweite Quartal verschoben wurden. Gegenüber dem Vorjahreswert ist der Umsatz um 7,7% gestiegen.
Beim operativen Gewinn sieht es anders aus. Hier verbesserte sich der Gewinn um 33 Millionen € auf 224 Millionen €. Daraus ergibt sich eine Marge von 11,6% – im Vorjahreszeitraum lag sie bei 10,5%.
Jahresprognose bestätigt
Trotz des rückläufigen Umsatzes wurde die Jahresprognose bestätigt. Demnach wird mit einem Wachstum von 40 bis 45% gerechnet. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Wert von 14 bis 14,5 Milliarden €.
Bei der operativen Marge stehen 19% auf dem Zettel und die Cash-Conversionsrate (Verhältnis Cashflow zum Nettogewinn) soll mindestens bei 40% liegen.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Seit Anfang 2023 ist der Konzern Mitglied im deutschen Leitindex DAX und 52,3 Milliarden € wert.
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Fazit
Der Preissturz der Aktie ist aus meiner Sicht völlig übertrieben und ein erstes Ziel sollte bei 1.600 € liegen. Allerdings bedarf es vorher einer veränderten Grundeinstellung zu Rüstungswerten.
Die Kursschwäche beruht auf Kritiken von Analysten. JP Morgan bemängelte das zuletzt schwächere Wachstum und senkte seinen Zielkurs von 2.130 € auf 1.500 €. Damit liegt der Wert jedoch noch immer deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Das mittlere Kursziel aller Einschätzungen liegt bei rund 2.000 €.
Die kurzfristigen Erwartungen waren zuletzt offensichtlich zu hoch. Auftragsverschiebungen ins nächste Quartal sind jedoch ein normaler Vorgang. Wichtiger ist, dass die Jahresprognose bestätigt wurde.
Ich bleibe mittelfristig optimistisch und halte die aktuellen Kurse für ein gutes Einstiegsniveau.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Rheinmetall. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.