Hensoldt-Aktie: Warum mag die Börse sie nicht mehr?

Neue Zahlen

Für die Hensoldt-Aktie ging es in den letzten fünf Handelstagen um -10% bergab. Und auch am Donnerstagmorgen setzt der Rüstungselektronikhersteller mit einem Minus von -3% seine Talfahrt auf ein neues 3-Monatstief fort. Was drückt momentan auf den Kurs der Hensoldt-Aktie und wie sollten sich Anleger positionieren?

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Enttäuschende Zahlen

Hensoldt legte heute den endgültigen Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vor und es gibt keine Überraschungen. Die bereits im Februar vorgestellten Zahlen wurden darin bestätigt. Und sie hauen einen nicht vom Hocker.

Der Gesamtumsatz stieg um knapp 10$ auf 2,46 Milliarden €. Im Kernsegment Sensoren (Radare für Eurofighter und Luftverteidigungssysteme) wuchs der Umsatz um magere 8% auf 2,06 Milliarden €. Eine höhere Dynamik gab es im Bereich Optronik (Visiere, Periskope, Fernoptik). Hier lag das Plus bei 20% auf ca. 420 Millionen €.

Eine große Enttäuschung ist zweifellos, dass das Nettoergebnis von 106 Millionen € im Jahr 2024 auf 86 Millionen € im vergangenen Jahr zurückging. Ursächlich hierfür waren laut Geschäftsbericht höhere Finanzierungskosten und Steuern sowie Investitionen in den Ausbau der Produktionskapazitäten.

Und ein wenig begeisternder Ausblick

Auch der Ausblick von Hensoldt für das laufende Jahr lockt keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Zwar rechnet der Rüstungselektronikspezialist mit einem Umsatzwachstum auf 2,75 Millionen €, was einer Steigerung von ca. 12% entspricht. Aber Analysten hatten zuvor im Schnitt einen um 2% höheren Wert auf dem Zettel.

Die bereinigte EBITDA-Marge soll von 18,5 auf 19,0% steigen. Auch diese minimale Verbesserung der Profitabilität löst keine Begeisterung an der Börse aus.

Bei diesen Aktien sind wir uns ziemlich sicher, dass sie im laufenden Jahr eine Top-Performance zeigen werden. Schau Dir mal unsere Liste der Top-Picks 2026 an!

Vom 3- auf das 6-Monatstief?

Das Chartbild der Hensoldt-Aktie hat sich deutlich eingetrübt. Der MDAX-Wert notiert aktuell auf einem neuen 3-Monatshoch und nähert sich mit Riesenschritten dem 6-Monatstief bei 66 €. Der seit Mitte Januar anhaltende Abwärtskanal ist nach wie vor intakt.

Viel zu teuer für diesen Optimismus

Die Kursziele für die Hensoldt-Aktie bewegen sich derzeit in einem Bereich von 85 bis 106 €. Analysten sehen demnach ein Upside für den MDAX-Titel zwischen +18 und +48%.

Ich kann diesen Optimismus ganz und gar nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist die Hensoldt-Aktie immer noch überbewertet. Das Forward-KGV liegt bei 82. Für ein Unternehmen mit einem nur knapp zweistelligen Wachstum und einer für einen Rüstungstechnologiespezialisten unterdurchschnittlichen Profitabilität ist mir diese Bewertung viel zu ambitioniert.

Ja, Hensoldt hat extrem ambitionierte Mittelfristziele. Aber auch 2026 zeichnet sich kein besonders hohes Umsatz- und Gewinnwachstum ab — und das vor dem Hintergrund des gewaltigen Sondervermögens der Bundeswehr, der Budgeterhöhung vieler anderer europäischer Staaten im Verteidigungssektor und der Eskalation im Nahen Osten.

Ein abschließender Hinweis: Militärische Nachfrage lässt Silberverbrauch explodieren – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ präsentiert 2 Top-Player, mit denen man auf weitere Preisschübe setzen kann.

ℹ️ Hensoldt in Kürze

  • Die Hensoldt AG (WKN: HAG000) mit Sitz in Taufkirchen bei München ist ein Rüstungsunternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Radar- und Sensortechnologien spezialisiert ist.
  • Hauptprodukte sind Radar-, Avionik- und optoelektronische Systeme sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung.
  • Hensoldt ging 2017 aus Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space hervor und notiert seit 2020 an der Börse.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und ca. 8,3 Milliarden € an der Börse wert.
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