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D-Wave Quantum-Aktie: Das 2.000%-Wunder in den Büchern

Auftragsbestände explodieren
Polina Dmitrovskaya

Zwischen „hässlichen“ Zahlen der Gegenwart und einer fast schon unverschämt optimistischen Zukunft liegt D-Wave Quantum mit seinen neuesten Quartalszahlen. Die letzten 3 Monate zeigen einen Aufwärtstrend (+22%) im Kurs. Hoffnung keimt auf, denn die Auftragsbestände explodieren. Reicht die Zahl aus, um das Momentum aufrechtzuerhalten und wäre das die letzte Kaufgelegenheit unter 25 US$?

Die guten Nachrichten

Die aktuellen Zahlen waren auf den ersten Blick schwach: Der Umsatz fiel auf rund 2,9 Millionen US$ (Rückgang von etwa 81% gegenüber dem Vorjahr). Der Grund? Im Vorjahr gab es einen einmaligen Systemverkauf, der dieses Mal fehlte. Die Aktie sackte vorbörslich erst mal um knapp -8% ab. Dabei bleiben die Verluste weiterhin hoch.

Heute geht es bereits mit +2,2% wieder aufwärts, denn was bei D-Wave aktuell tatsächlich zählt, ist nicht der aktuelle Umsatz, sondern die sogenannten Bookings. Diese schossen um unglaubliche 1.994% auf 33,4 Millionen US$ nach oben. Darunter ein 20-Millionen-Deal mit der Florida Atlantic University und ein 10-Millionen-Vertrag mit einem Fortune-100-Konzern. Darin liegt der eigentliche Grund für die aufkeimende Hoffnung an der Börse. 

Die Kirsche auf dem Sahnetörtchen ist der mittlerweile sehr solide Cash-Bestand. Etwa 588 Millionen US$ Cash und Wertpapiere meldete es laut neuestem Quartal. Das ist für ein Quantum-Unternehmen wichtig, weil die Branche extrem kapitalintensiv ist. Während andere Quanten-Startups (wie IonQ oder Rigetti) oft um jede Finanzierungsrunde kämpfen müssen, kann D-Wave die nächsten 2–3 Jahre aggressive Forschung und Entwicklung betreiben, ohne neues Kapital am Markt aufnehmen zu müssen.

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Einsteigen oder Finger weg?

Der gestrige Umsatz-Einbruch um 81% zeigt das größte Problem: D-Wave hängt noch zu sehr von einzelnen, riesigen Systemverkäufen ab. Fehlt einer, sieht die Bilanz katastrophal aus. Der Wandel zum „Abo-Modell“ dauert.

Durch den Aufbau des Gate-Model-Bereichs (via Übernahmen von Quantum Circuits im Januar 2026) kämpft D-Wave nun an zwei Fronten gleichzeitig. Das verbrennt massiv Kapital, streut aber das Risiko, nur von einem Geschäftsbereich abhängig zu sein.

Das Sentiment an der Wall Street ist nach den gestrigen Zahlen gespalten, aber tendenziell bullisch. Die Analysten ignorieren den Umsatz-Miss und feiern die Buchungen.

An diese Aktien glauben wir übrigens mehr als an D-Wave. Schau mal in unsere Top-Picks 2026 rein!

ℹ️ D-Wave Quantum in Kürze

  • D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9), kurz D-Wave, ist ein Hardwareunternehmen, das sich mit der Entwicklung von Quantencomputern beschäftigt.
  • Das Unternehmen mit dem Hauptsitz in Burnabay, Kanada, wurde 1999 gegründet. Bekannt wurde es durch den Verkauf des ersten Quantencomputers 2011 an Lockheed Martin.
  • Neben der Hauptbörse NYSE kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 8,3 Milliarden US$.
Polina Dmitrovskaya

Fazit

Viele Investoren spekulieren darauf, dass D-Wave Quantum ein ähnliches Wachstumspotenzial wie Nvidia entwickeln könnte, da Quantencomputing als möglicher nächster Technologiesprung gehandelt wird. Dadurch wird der Kurs teilweise stärker von irrationalen Zukunftsfantasien als von fundamentalen Kennzahlen beeinflusst. Trotz Hype macht D-Wave aktuell noch relativ wenig Umsatz. Aus diesem Grund stufe ich die Aktie aktuell noch nicht als einen Kaufkandidaten ein.