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PayPal-Aktie: Übernahme-Kandidat unter der Lupe

Zurück auf 100 Dollar?

Die Aktie von PayPal geriet nach den letzten Geschäftszahlen massiv unter Druck. Diverse Details in den Zahlen waren offenbar so besorgniserregend, dass der CEO gleich ausgetauscht wurde. Doch ist das robuste Kerngeschäft wirklich in Gefahr?

PayPal
Bildquelle: stock.adobe.com/michelmond

Kurssturz nach enttäuschenden Quartalszahlen

Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am 3. Februar 2026 brach der Aktienkurs von PayPal im Tagesverlauf um zeitweise über 20 Prozent ein. Die Zahlen blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Im vierten Quartal erzielte der Zahlungsdienstleister einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,23 Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit Erlösen von 8,79 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 1,29 Dollar gerechnet.

Besonders kritisch bewertet der Markt die Entwicklung des sogenannten „branded online checkout“. Dieses Kerngeschäft wuchs im Jahresvergleich lediglich um ein Prozent. Im Vorjahr lag das Wachstum noch bei sechs Prozent.

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Schwäche im Kerngeschäft belastet Wachstum

Das Management führt die Verlangsamung auf mehrere Faktoren zurück. Dazu zählen eine schwächere Konsumnachfrage im US-Einzelhandel, eine rückläufige Entwicklung in internationalen Märkten – insbesondere in Deutschland – sowie eine Abschwächung zuvor dynamischer Branchen wie Reisen, Kryptowährungen und Gaming. Jeder dieser Faktoren habe etwa einen Prozentpunkt zur insgesamt vierprozentigen Wachstumsverlangsamung beigetragen.

Die Ursachen hängen jedoch eng miteinander zusammen und spiegeln vor allem das herausfordernde globale wirtschaftliche Umfeld wider. PayPals Kundenbasis besteht zu einem großen Teil aus Haushalten mit mittleren und niedrigeren Einkommen. Gerät diese Gruppe finanziell unter Druck, wirkt sich dies unmittelbar auf das Transaktionsvolumen aus.

Zwar zeigt sich der Konsum insgesamt weiterhin robust, doch wird er zunehmend von einkommensstarken Haushalten getragen. Ökonomen sprechen in diesem Zusammenhang von einer sogenannten K-förmigen Wirtschaftsentwicklung, bei der wohlhabendere Verbraucher ihre Ausgaben steigern, während andere Gruppen zurückhaltender werden.

Operative Probleme bremsen die Transformation

Neben der konjunkturellen Entwicklung sieht das Management auch operative Schwächen als Ursache der Verlangsamung. Sowohl der damalige Vorstandsvorsitzende Alex Chriss als auch Finanzchefin Jamie Miller räumten in Gesprächen mit Analysten ein, dass die Umsetzung wichtiger strategischer Maßnahmen langsamer vorankommt als geplant.

Konkret betrifft dies die Migration der Händler auf eine neue Version des PayPal-Bezahlsystems. Viele Partner nutzen noch immer eine teils über zehn Jahre alte Plattform. Die Umstellung erfordert technische Anpassungen und intensive Unterstützung seitens des Unternehmens.

Die schleppende Umsetzung führte schließlich zu einem Führungswechsel. Der bisherige CEO Alex Chriss musste seinen Posten räumen. Neuer Vorstandsvorsitzender wird Enrique Lores, der zuvor an der Spitze von HP Inc. stand.

Die Modernisierung der Checkout-Technologie gilt als entscheidend, da Händler auf der neuen Plattform nach Unternehmensangaben höhere Abschlussquoten erzielen. Angesichts zunehmender Konkurrenz im Zahlungsverkehr ist eine schnelle Umstellung daher strategisch wichtig.

Gedämpfter Ausblick sorgt für weitere Enttäuschung

Für zusätzliche Skepsis sorgte der Ausblick für das laufende Jahr. Das Management erwartet 2026 einen leichten Rückgang der sogenannten Transaction Margin Dollars. Ohne Zinsen auf Kundenguthaben würde diese Kennzahl lediglich stagnieren.

Gleichzeitig sollen die nicht transaktionsbezogenen Betriebskosten um etwa drei Prozent steigen. Unter dem Strich rechnet PayPal deshalb mit einem mittleren einstelligen Rückgang des GAAP-Gewinns je Aktie, obwohl Aktienrückkäufe im Umfang von rund sechs Milliarden Dollar geplant sind.

Der bereinigte freie Cashflow soll hingegen weiterhin über sechs Milliarden Dollar liegen. Diese Kennzahl berücksichtigt nicht zeitliche Effekte aus der Vergabe und dem späteren Verkauf von Forderungen aus „Buy Now Pay Later“-Finanzierungen.

Zudem nimmt das Unternehmen Abstand von den langfristigen Zielen, die beim Investorentag im Vorjahr präsentiert wurden. Die Entwicklungen der vergangenen Monate hätten die ursprünglichen Annahmen deutlich verändert.

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Investitionen in drei zentrale Initiativen

Trotz des kurzfristigen Drucks will PayPal gezielt Kapital in drei strategische Bereiche investieren: die Verbesserung des Nutzererlebnisses, eine bessere Platzierung des Bezahlbuttons sowie eine stärkere Kundenbindung.

Der wichtigste Hebel ist die beschleunigte Einführung der neuen Checkout-Technologie. Bislang haben lediglich rund 25 Prozent der Händler auf die modernisierte Version umgestellt. Die Mehrheit nutzt weiterhin das ältere System.

Das Unternehmen konzentriert sich nun verstärkt auf größere und strategisch wichtige Händler, die etwa ein Viertel des gesamten PayPal-Checkout-Volumens ausmachen. Ein erheblicher Teil des geplanten Kostenanstiegs dürfte in diese Initiative fließen.

Parallel investiert PayPal in Maßnahmen zur besseren Sichtbarkeit seines Bezahlbuttons. Untersuchungen zeigen, dass Verbraucher häufiger PayPal auswählen, wenn der Button im Checkout über konkurrierenden Optionen angezeigt wird.

Darüber hinaus sollen Bonusprogramme, Belohnungen und weitere Anreize dafür sorgen, dass Kunden PayPal häufiger und regelmäßiger nutzen.

Diese Maßnahmen belasten kurzfristig die Margen. Rabatte, Umsatzbeteiligungen und Prämien wirken sich direkt auf die Einnahmen aus, während die Transaktionskosten weiterhin vollständig anfallen.

Kurzfristige Belastung für langfristige Strategie

Die zusätzlichen Investitionen drücken zunächst auf die Profitabilität. Gleichzeitig können sie jedoch langfristig höhere Umsätze und Cashflows ermöglichen.

Bei Technologieunternehmen entstehen häufig Aufwendungen mit langfristigem Nutzen, die jedoch unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden. Dazu zählen etwa Forschung, Produktentwicklung oder Marketingmaßnahmen.

PayPal verfügt jedoch über eine solide Bilanz und starke Cashflows. Dadurch kann das Unternehmen diese Investitionen tätigen, ohne seine finanzielle Stabilität oder die Rückführung von Kapital an Aktionäre zu gefährden.

Bei einer Marktkapitalisierung von rund 42,5 Milliarden Dollar entspricht ein freier Cashflow von mehr als sechs Milliarden Dollar einer Rendite von etwa 14 Prozent. Ein großer Teil dieser Mittel soll weiterhin in Aktienrückkäufe fließen.

Wachstumstreiber Venmo und Buy Now Pay Later

Neben der Modernisierung des Kerngeschäfts setzt PayPal auf neue Wachstumsfelder. Besonders wichtig sind dabei der Bezahldienst Venmo sowie das Ratenzahlungsangebot Buy Now Pay Later.

Im Jahr 2025 stieg das Transaktionsvolumen von Venmo um zwölf Prozent. Die Erlöse des Dienstes legten sogar um rund 20 Prozent zu.

Auch das BNPL-Segment entwickelte sich dynamisch und wuchs beim Transaktionsvolumen um etwa 20 Prozent. Diese Finanzierungsmethode erweitert den adressierbaren Markt, da sie Käufe ermöglicht, die Verbraucher nicht sofort vollständig bezahlen können.

Klagen von Anlegern nach Kurseinbruch

Der drastische Kursrückgang nach den Quartalszahlen führte zu Klagen von Investoren. Kläger argumentieren, dass PayPal seine beim Investorentag formulierten Erwartungen nicht erfüllen konnte und der schwache Ausblick für 2026 zu erheblichen Verlusten geführt habe.

Solche Auseinandersetzungen sind an den Kapitalmärkten jedoch nicht ungewöhnlich. Prognosen des Managements können wertvolle Hinweise liefern, bleiben jedoch stets mit Unsicherheiten behaftet.

Führungswechsel mit begrenztem Risiko

Der Wechsel an der Unternehmensspitze sorgt zwar für zusätzliche Unsicherheit, könnte sich jedoch weniger disruptiv auswirken als befürchtet.

Der neue CEO Enrique Lores sitzt bereits seit fünf Jahren im Verwaltungsrat von PayPal. Damit ist er mit der strategischen Ausrichtung und den internen Entscheidungsprozessen vertraut.

Da Mitglieder des Verwaltungsrats häufig an der strategischen Planung beteiligt sind, deutet seine Ernennung darauf hin, dass das Unternehmen grundsätzlich an seiner bisherigen Strategie festhalten will.

Übernahmegerüchte treiben den Kurs

Am 23. Februar 2026 legte die PayPal-Aktie zeitweise um fast zehn Prozent zu, nachdem Berichte über mögliches Übernahmeinteresse aufkamen. Am Ende des Handelstages blieb ein Plus von rund sechs Prozent.

Unter den potenziellen Interessenten wurde auch der Zahlungsdienstleister Stripe genannt. Demnach könnten sowohl eine vollständige Übernahme als auch der Kauf einzelner Geschäftsbereiche geprüft werden.

PayPal selbst erklärte später, das Unternehmen stehe nicht zum Verkauf. Gleichzeitig bereite man sich auf mögliche Aktivisteninvestoren oder einen feindlichen Übernahmeversuch vor.

Sollte ein Gesamtverkauf nicht zustande kommen, könnte auch eine Veräußerung einzelner Geschäftsbereiche eine Option sein. Insbesondere das Unbranded-Checkout-Segment gilt als potenzieller Kandidat.

Bewertung signalisiert deutlichen Abschlag

Zur Abschätzung des Unternehmenswerts kann der Gewinn mit dem branchenüblichen Bewertungsmultiplikator multipliziert werden.

Bei einem Nettogewinn von rund 5,2 Milliarden Dollar im Jahr 2025 und einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 15 für integrierte Zahlungsdienstleister ergibt sich ein theoretischer Unternehmenswert von rund 78 Milliarden Dollar.

Verglichen mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von etwa 43 Milliarden Dollar entspricht dies einem Abschlag von rund 55 Prozent.

Wettbewerb als größtes Risiko

Trotz der attraktiven Bewertung bestehen erhebliche Risiken. Der Wettbewerb im Zahlungsverkehr nimmt kontinuierlich zu, während PayPal gleichzeitig mit operativen Herausforderungen kämpft.

Sollte es dem Unternehmen nicht gelingen, die technologische Modernisierung schnell genug umzusetzen, könnten Konkurrenten weitere Marktanteile gewinnen.

Hinzu kommt die dynamische Entwicklung der Branche. Technologische Innovationen können bestehende Marktstrukturen rasch verändern. Marktführer von heute müssen ihre Position ständig verteidigen, um auch künftig relevant zu bleiben.

Aktie bleibt eine Beobachtung wert

Gleichzeitig verfügt PayPal weiterhin über starke Cashflows und eine etablierte Marktposition. Diese Kombination verschafft dem Unternehmen die finanziellen Mittel, um strategische Anpassungen vorzunehmen und neue Wachstumsfelder zu erschließen.

Signalisieren kommende Zahlen eine Trendwende bei wichtigen Kennziffern oder konkretisieren sich Übernahmegerüchte, könnten bei PayPal sogar dreistellige Notierungen schnell wieder in den Fokus rücken. Der Titel gehört damit mindestens auf die Watchlist.

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ℹ️ PayPal in Kürze

  • PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 420 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal ist aktuell an der Börse mit rund 43 Milliarden US$ bewertet.
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