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Ströer-Aktie: Nur ein Übernahmewert?

Wieder Übernahmegerüchte
Die Aktie von Ströer wird derzeit weniger von der operativen Entwicklung als vielmehr von Übernahmegerüchten bewegt. Nachdem Berichte über einen möglichen Ausstieg von Blackstone aus einem Investor Konsortium kursierten, geriet die Ströer-Aktie zuletzt massiv unter Druck. Am Donnerstag legt das Papier jedoch wieder aktuell um rund +9% zu und notiert bei 37,90 €. Doch was bedeutet das für die weitere Kursentwicklung?

Übernahmegerüchte sorgen für starke Kursschwankungen

Seit Monaten kursieren immer wieder Spekulationen über eine mögliche Übernahme oder Teilübernahme des Unternehmens.

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise, dass der Infrastrukturinvestor I Squared Capital Interesse an Teilen des Werbegeschäfts inklusive des digitalen Medienbereichs habe. Damals wurde ein möglicher Unternehmenswert von rund 3,5 Milliarden € genannt.

Zu Beginn dieses Jahres folgten weitere Gerüchte: Demnach soll I Squared gemeinsam mit Blackstone insbesondere am Geschäft mit digitaler Außenwerbung interessiert gewesen sein. Der kolportierte Kaufpreis lag diesmal bei etwa 2,5 Milliarden €, was rechnerisch einem Aktienkurs von rund 45 € entsprochen hätte.

Laut aktuellen Bloomberg-Berichten soll Blackstone inzwischen jedoch aus dem Konsortium ausgestiegen sein. Gründe hierfür wurden bislang nicht bekannt. I Squared prüfe demnach weiterhin mögliche Optionen.

Solche Spekulationen wirken häufig als kurzfristiger Kurstreiber, sorgen bei negativen Meldungen allerdings ebenso schnell für starke Rückschläge. Wie belastbar die aktuellen Gerüchte tatsächlich sind, lässt sich derzeit kaum beurteilen.

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Operatives Geschäft entwickelt sich solide

Abseits der Übernahmefantasie setzt Ströer sein Wachstum operativ fort.

Nachdem bereits im vergangenen Geschäftsjahr ein Rekordumsatz erzielt wurde, stieg der Konzernumsatz auch im ersten Quartal weiter an – um 4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 496 Millionen €. Wachstumstreiber bleibt insbesondere das Geschäft mit digitaler Außenwerbung.

Beim Ergebnis zeigte sich jedoch ein gemischtes Bild: Das operative EBITDA verbesserte sich um 2 % auf 119 Millionen €. Das Konzernergebnis sank dagegen von 12,7 auf 8,8 Millionen €.

Insgesamt fiel die Entwicklung dennoch solide aus.

Das Management bestätigte die Jahresprognose und rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie einer stabilen EBITDA-Entwicklung.

KI-Transformation soll neue Wachstumschancen schaffen

Strategisch treibt Ströer aktuell den Umbau hin zu einer KI-gestützten Werbeplattform voran.

Das Unternehmen verfügt bereits heute über umfangreiche Datenbestände, Infrastruktur, Reichweite und Kundenbeziehungen. Mithilfe Künstlicher Intelligenz sollen die bislang getrennten Werbekanäle künftig stärker vernetzt und individuell auf Kunden zugeschnittene Werbelösungen angeboten werden.

Ein weiterer Baustein dieser Strategie war die Übernahme des Callcenter-Spezialisten Amevida SE, wodurch insbesondere das Dialogmarketing-Geschäft ausgebaut wurde.

Ob es tatsächlich zu einer Übernahme von Ströer SE & Co. KGaA kommt, bleibt derzeit völlig offen. Bislang handelt es sich ausschließlich um Marktgerüchte.

  • Die Ströer KGaA (WKN: 749399) ist ein führender deutscher Medien- und Werbekonzern. Neben 300.000 Außenwerbeflächen bietet das Unternehmen zunehmend Werbung auf digitalen Außentafeln an. Darüber hinaus betreibt es zahlreiche Webseiten, hierzu zählen bekannte Onlineseiten wie t-online.de oder watson.de.
  • Das Medienhaus bietet seine Leistungen überwiegend im deutschsprachigen Raum an. Der Hauptsitz befindet sich in Köln.
  • Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 2,1 Milliarden €.

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Fazit

Aus meiner Sicht besitzt die Aktie auch unabhängig davon interessante Perspektiven. Das Unternehmen verfügt über ein robustes Geschäftsmodell, eine starke Marktposition im Bereich Außenwerbung und digitale Medien.

Sollte es tatsächlich zu einem Verkauf einzelner Geschäftsbereiche kommen, schafft das die finanzielle Basis für die Transformation des Unternehmens.

Auch die Analysten zeigen sich überwiegend positiv. Deren durchschnittlicher Zielkurs liegt aktuell bei rund 50 €.

Zusätzlich spricht die vergleichsweise attraktive Dividendenrendite von derzeit etwa 4,7 % für die Aktie.

Hier sei erwähnt: Nicht jede Dividenden-Aktie bietet auch Kurspotenzial – doch einige tun es durchaus. Diese zehn Titel wurden nach beiden Kriterien ausgewählt und könnten 2026 für eine doppelte Rendite sorgen.

ℹ️ Ströer in Kürze