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Almonty-Aktie: Hohes Risiko oder Mega-Chance?

Verkäufe gehen weiter
Die Aktie von Almonty Industries steht seit einigen Wochen unter starkem Abgabedruck und hat gegenüber dem Rekordhoch von Mitte April bei 24,41 US$ inzwischen fast ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Was steckt hinter dem Kursrückgang und sollten Anleger diesen zum Einstieg nutzen?

Auf die Rallye folgt die Korrektur

Die Aktie von Almonty Industries gehörte in den vergangenen Monaten zu den größten Gewinnern im Rohstoffsektor. Explodierende Wolframpreise, geopolitische Spannungen und die Aussicht auf eine westliche Alternative zu China trieben den Kurs massiv an. Doch zuletzt hat die Aktie deutlich korrigiert, was vor allem dem schwachen Marktumfeld im Rohstoffsektor geschuldet ist.

Jetzt richtet sich der Blick auf den 21. Mai. Dann veröffentlicht Almonty die ersten Produktionszahlen der Sangdong-Mine in Südkorea und genau diese könnten entscheiden, ob der Rücksetzer eine attraktive Einstiegsgelegenheit war oder die Bewertung noch einmal unter Druck gerät.

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Sangdong wird zum Schlüsselprojekt

Sangdong ist das Herzstück der gesamten Investmentstory. Die Mine gilt als eines der wichtigsten Wolfram-Projekte außerhalb Chinas und soll künftig einen erheblichen Teil der westlichen Nachfrage bedienen. Seit Ende März läuft die erste Produktionsphase offiziell kommerziell.

Die Anlage kann zunächst rund 640.000 Tonnen Erz jährlich verarbeiten und etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat produzieren. Besonders wichtig: Der Erzgehalt liegt mit rund 0,51 Prozent Wolframtrioxid deutlich über dem weltweiten Durchschnitt – ein entscheidender Vorteil für Kosten und Profitabilität.

Die Produktionszahlen am 21. Mai dürften deshalb genau analysiert werden. Anleger achten vor allem darauf, wie stabil der Hochlauf verläuft und ob Almonty den Übergang vom Entwickler zum Produzenten erfolgreich meistert.

Explodierende Wolframpreise treiben die Story

Das Marktumfeld bleibt äußerst günstig. Der Preis für Ammoniumparawolframat (APT) hat sich innerhalb weniger Monate mehr als verdreifacht und liegt inzwischen bei über 3.100 US$ je metrischer Tonne (mtu).

Hintergrund ist vor allem Chinas Dominanz: Die Volksrepublik kontrolliert weiterhin mehr als 80% der weltweiten Wolframproduktion und verschärft ihre Exportpolitik. Gleichzeitig darf das US-Militär ab 2027 kein chinesisches Wolfram mehr verwenden.

Genau hier positioniert sich Almonty als westliche Alternative. Passend dazu verlegte das Unternehmen seinen Firmensitz zuletzt von Toronto nach Montana, um näher an US-Industrie, Verteidigungssektor und staatliche Beschaffer heranzurücken.

Starke Zahlen und solide Bilanz

Auch operativ zeigt die Entwicklung nach oben. Im ersten Quartal sprang der Umsatz um 221% auf 25,4 Millionen US$. Das bereinigte EBITDA drehte auf 6,1 Millionen US-Dollar ins Plus.

Zudem bleibt die Bilanz komfortabel: Zum 31. März verfügte Almonty über liquide Mittel von rund 259,9 Millionen US$ und ein Working Capital von 169,5 Millionen US$. Damit besitzt das Unternehmen ausreichend Spielraum für den weiteren Ausbau.

Parallel entsteht mit dem Molybdän-Projekt in Sangdong bereits ein zweites Standbein. Die gesamte geplante Produktion wurde schon langfristig verkauft.

Analysten bleiben bullish

Trotz der heftigen Korrektur bleiben Analysten optimistisch. Alliance Global Partners sieht die Aktie bei 26,25 US$ fair bewertet, Cantor Fitzgerald bei 25,80 US$ und D.A. Davidson bei 25 US$. Daraus resultiert ein Upside-Potenzial von mindestens +50%.

Die zentrale Hoffnung: Sollte Sangdong wie geplant hochlaufen, könnte Almonty künftig bis zu 40% der Wolframversorgung außerhalb Chinas bedienen – und sich damit eine strategisch äußerst wichtige Marktposition sichern.

Im Übrigen: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

ℹ️ Almonty Industries in Kürze

  • Almonty Industries (WKN: A1JSSD) mit Sitz in Toronto, Kanada ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Wolfram.
  • Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
  • Die Hauptbörsen der Aktie sind die Toronto Stock Exchange und die Nasdaq; in Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 4,65 Milliarden US$ bewertet.

Fazit

Die aktuelle Korrektur wirkt bislang eher wie eine Abkühlung nach der extremen Rallye als ein Bruch der langfristigen Story, auch wenn einige wichtige Kursmarken durchbrochen wurden. Entscheidend wird nun allerdings das Produktionsupdate am 21. Mai.

Liefert Sangdong stabile Produktionsdaten und operative Fortschritte, könnte sich der jüngste Rücksetzer im Nachhinein als attraktive Einstiegsgelegenheit erweisen. Bleiben die Zahlen dagegen hinter den Erwartungen zurück, dürfte die hohe Bewertung erneut kritisch diskutiert werden.

Dementsprechend sehe ich für Anleger aktuell keinen Handlungsbedarf. Erst nach dem Update sollten sich Investoren neu positionieren.