stock.adobe.com/OlegD

Puma-Aktie: Ist die Raubkatze doch nicht so stark?

Das drückt auf den Kurs
Für die Puma-Aktie ging es am gestrigen Dienstag um über -7% bergab. Am Mittwochmorgen kann sich der Kurs des deutschen Sportartikelherstellers aber wieder leicht erholen. Was hat den Kursrückgang ausgelöst und ist alles doch nicht so schlimm?

Eine pessimistische Analystenstimme

Der gestrige herbe Kursrückgang der Puma-Aktie ist gleich zwei Faktoren geschuldet. Der erste war eine pessimistische Analystenstimme.

Das US-Analysehaus Bernstein Research blickt deutlich zurückhaltender auf die anstehenden Zahlen zum zweiten Quartal, die am 31. Juli veröffentlicht werden. Bernstein erwartet für das abgelaufene Vierteljahr einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9%. Der Marktkonsens geht bislang nur von einem Minus von 6% aus. Puma leidet derzeit unter einer Normalisierung der Nachfrage und vor allem unter sehr harten Vorjahresvergleichswerten im US-Massenmarkt.

Zudem senkten die Experten von Bernstein die Gewinnprognose für das Gesamtjahr von ohnehin schon negativen -1,30 € auf -1,42 € je Aktie. Da die Puma-Aktie in den letzten drei Monaten recht gut gelaufen ist, war die negative Studie von Bernstein für viele Anleger ein Katalysator, aus dem Sporttitel auszusteigen.

Und eine Qualitätsdebatte

Zusätzlich zu den nackten Zahlen gab es gestern auch noch negative Schlagzeilen aus dem sportlichen Kerngeschäft. Wer derzeit viel Zeit vor dem Fernseher verbringt, um sich die zahlreichen Spiele der Fußball-WM anzuschauen, wird bemerkt haben, dass es häufiger zu Rissen in den Trikots der Spieler kommt.

Betroffen sind die extrem leichten Ultraweave-Trikots von Puma. Bis zum gestrigen Dienstag waren in den Vorrundenspielen bereits bei vier Profis die Puma-Trikots im laufenden Spiel komplett zerrissen. Drei Spieler mussten für einen Trikotwechsel sogar den Platz verlassen.

In den Medien und sozialen Netzwerken entbrannte gestern eine hitzige Debatte darüber, ob Puma bei dem Versuch, das leichteste Performance-Material zu entwickeln, die Reißfestigkeit und Qualität vernachlässigt hat. An der Börse mag man solche Qualitätsdebatten während eines globalen Großereignisses überhaupt nicht.

Wir halten Dich in Sachen Sportartikel auf dem Laufenden. Abonniere gleich hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Negative Chartsignale

Der gestrige Kurseinbruch der Puma-Aktie war ein massiv negatives Signal für den Chart. Der seit drei Monaten bestehende Aufwärtstrend wurde dadurch durchbrochen.

Hinzu kommt, dass der Sportartikeltitel seit März 2025 nicht die Marke von 30 € überwinden konnte. Auch Ende Mai scheiterte ein Angriff auf diesen Widerstand. Ich sehe deshalb aktuell kein Potenzial der Puma-Aktie, wieder über die 30 €-Marke zu steigen.

Die Börse preist einen zu schnellen Turnaround ein

Ich rate Anlegern derzeit davon ab, in die Puma-Aktie einzusteigen. Ein sportliches Großereignis wie die Fußball-WM bringt den Aktien von Sportartikelherstellern zwar generell Rückenwind, überbewerten würde ich das aber nicht — vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Qualitätsdebatte hinsichtlich der Trikots.

Ich glaube, dass die Börse in den letzten Wochen schon zu viel Optimismus in Bezug auf den laufenden Turnaround in die Puma-Aktie eingepreist hat. Obwohl sich die Zahlen des deutschen Sportartikelproduzenten im ersten Quartal deutlich gebessert haben, ist der Turnaround noch lange nicht geschafft.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnen Analysten mit einem Umsatzrückgang von 5%. Erst im kommenden Jahr dürfte Puma wieder mit 7% wachsen. Auch beim Ergebnis sind erst 2027 wieder schwarze Zahlen zu erwarten.

Mit einem Forward-KGV von rund 70 auf Basis der Gewinnschätzung für das kommende Jahr ist mir die Puma-Aktie zu ambitioniert bewertet. Diese Bewertung bedeutet für mich, dass das Unternehmen bereits 2027 wieder über den Berg ist.

Zum Schluss: Aktien, an die wir bei sharedeals mehr glauben als an Puma, findest Du in unseren Top-Picks 2026.

ℹ️ Puma in Kürze

  • Die Puma SE (WKN: 696960) ist neben Adidas der führende deutsche Hersteller von Sportartikeln. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine breite Palette aller möglichen Sportutensilien in verschiedenen Sportarten.
  • Neben dem Hauptsitz im bayerischen Herzogenaurach unterhält Puma Produktionsstätten in mehr als 25 Ländern: Die Produkte werden in über 105 Ländern weltweit vertrieben.
  • Das Unternehmen ist im MDAX gelistet. Die Marktkapitalisierung beträgt knapp 3,8 Milliarden €.

Wenn Du Puma beobachtest, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei diesem und ähnlichen Werten – kompakt und ohne Umwege.

Puma weiter verfolgen – Newsletter kostenlos abonnieren »

Fazit

Obwohl Puma mit dem chinesischen Sportartikelriesen Anta Sports, der knapp 30% der Anteile der Deutschen hält, seit Jahresbeginn einen sehr erfahrenen und potenten Großaktionär im Rücken hat, zweifle ich an der Geschwindigkeit des Turnarounds. Ich glaube, dass Puma länger braucht, um wieder zu Umsatzwachstum und Profitabilität zurückzukehren.

Der aktuelle Kurs der Puma-Aktie preist jedoch einen schnellen Turnaround der Raubkatze ein. Ich befürchte, so schnell und stark ist sie nun doch nicht.