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Novo Nordisk-Aktie: Ist das schon die Trendwende?

Auf Erholungskurs

Die Novo Nordisk-Aktie versucht sich an einem weiteren Comeback. Seit den Tiefständen aus dem März ist der Kurs um mehr als +30% gestiegen. Unter der Woche hat der dänische Pharmakonzern seine Zahlen zum vergangenen Quartal vorgelegt, die der Markt ebenfalls mit Gewinnen quittierte. Sollten Anleger nun auf einen Turnaround setzen oder weiterhin an der Seitenlinie bleiben?

Wegovy-Pille wird zum Hoffnungsträger

Besonders im Fokus steht die seit Januar in den USA verfügbare orale Wegovy-Version. Laut Novo Nordisk entwickelte sich der Launch erfolgreicher als bei jedem bisherigen GLP-1-Produkt des Konzerns.

Mehr als zwei Millionen Rezepte wurden seit dem Marktstart bereits ausgestellt, allein in einer Aprilwoche überschritt die Zahl der Verschreibungen die Marke von 200.000. CEO Mike Doustdar sprach von einer „außergewöhnlich starken Nachfrage“. Der Umsatz mit der neuen Abnehmpille belief sich im ersten Quartal bereits auf rund 2,3 Milliarden Dänische Kronen.

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Zahlen fallen besser aus als erwartet

Insgesamt erzielte Novo Nordisk im ersten Quartal einen Umsatz von 96,8 Milliarden Dänische Kronen und steigerte den operativen Gewinn deutlich auf 59,6 Milliarden Dänische Kronen. Der Nettogewinn lag ebenfalls klar über den Erwartungen der Analysten.

Bereinigt um Sondereffekte zeigt sich allerdings auch der zunehmende Preisdruck im US-Markt: Der Umsatz sank um 4% und der operative Gewinn um 6%. Belastend wirken vor allem niedrigere Preise für Wegovy und Ozempic in den USA.

Prognose leicht angehoben

Trotz des Preisdrucks zeigt sich Novo Nordisk etwas optimistischer für das Gesamtjahr. Der Konzern erwartet nun einen währungsbereinigten Rückgang bei Umsatz und operativem Gewinn von jeweils 4 bis 12%. Zuvor lag die Prognose bei minus 5 bis 13%.

Der entscheidende Treiber ist weiterhin die hohe Nachfrage nach GLP-1-Therapien gegen Adipositas und Diabetes.

Wettbewerb mit Eli Lilly spitzt sich zu

Als größte Herausforderung erweist sich allerdings der aggressive Wettbewerb mit Eli Lilly. Der US-Konzern erhielt Anfang April ebenfalls die Zulassung für eine eigene Abnehmpille und macht Novo Nordisk damit die Vormachtstellung im boomenden Markt streitig.

Während Novo auf die schnelle Skalierung der Wegovy-Pille setzt, punktet Lilly weiterhin mit starkem Wachstum und hoher Dynamik im Spritzensegment. Weitere Belastungen sind der zunehmende Preisdruck in den USA, günstigere Konkurrenzangebote und auslaufende Patente ab 2031.

Novo versucht deshalb gegenzusteuern – unter anderem mit neuen Hochdosis-Versionen von Wegovy sowie Pipeline-Projekten wie Zenagamtide.

Analysten bleiben vorsichtig

Trotz der robusten Zahlen reagieren viele Analysten zurückhaltend:

Der Tenor: Die Zahlen waren besser als erwartet, die leichte Prognoseanhebung überrascht jedoch kaum noch, da vieles bereits im Kurs eingepreist sei.

Aktie vor möglichem Turnaround

Charttechnisch hellt sich das Bild dennoch auf. Seit dem Tief von Anfang März hat die Aktie bereits rund +30% zugelegt. Mit dem jüngsten Kurssprung rückt nun auch die wichtige 200-Tage-Linie (SMA200) bei rund 320 Dänischen Kronen wieder in Reichweite.

Ein Ausbruch darüber könnte ein neues mittelfristiges Kaufsignal liefern.

ℹ️ Novo Nordisk in Kürze

  • Novo Nordisk mit Sitz in Bagsværd bei Kopenhagen produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen.
  • Der Konzern ist der weltweit führende Hersteller von Insulin. Fast jedes dritte Diabetes-Präparat weltweit stammt vom dänischen Pharmakonzern. Außerdem ist Novo Nordisk in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente und Hormonersatztherapien aktiv.
  • Darüber hinaus ist Novo Nordisk eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von Adipositas-Medikamenten (Mittel zur Gewichtsabnahme).
  • Das Unternehmen wird aktuell mit rund 133 Milliarden € bewertet.

Fazit

Novo Nordisk zeigt, dass die Wachstumsstory rund um GLP-1-Medikamente noch längst nicht vorbei ist. Vor allem die neue Wegovy-Pille entwickelt sich bislang zu einem echten Erfolg und könnte dem Konzern helfen, verlorenes Anlegervertrauen zurückzugewinnen.

Gleichzeitig bleibt der Konkurrenzdruck durch Eli Lilly enorm. Entscheidend wird sein, ob Novo seine Marktstellung im boomenden Abnehmmarkt verteidigen und den Preisdruck in den USA begrenzen kann. Die nächsten Quartale dürften daher richtungsweisend werden – sowohl operativ als auch für die Aktie.

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