Bloom Energy-Aktie: Erstes Milliarden-Dollar-Quartal jemals
Aus Stromlieferanten werden Champions
Der Gewinn war mehr als doppelt so hoch wie erwartete und die Jahresprognose wurde zum zweiten mal in Folge angehoben. Im Analystencall hieß es: Kunden kommen schneller als je zuvor. Kein Wunder, denn wer einen Netzanschluss oder eine klassische Gasturbine für sein Rechenzentrum will, wartet teilweise Jahre. Bloom macht es deutlich schneller möglich.
Ein Plus von 165% beim Umsatz. Die Firma erzielte in Q2 2026 einen Rekordumsatz von 1,06 Milliarden US$ und schreibt damit das erste Quartal überhaupt jenseits der Milliardenschwelle. Noch beeindruckender: Das reine Produktgeschäft (Verkauf der Hardware wie der Bloom Energy Server) wuchs um erstaunliche 215%.
Die Bruttomarge kletterte von 26,7 % auf einen Gewinn von 182,2 Millionen US$. Auch der operative Cashflow drehte von minus 213 Millionen auf plus 226 Millionen US$. Die Kirsche auf dem Sahnetörtchen: Für das Gesamtjahr hob das Management die Prognose ein weiteres mal an.
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Was im Kleingedruckten steckt
CEO KR Sridhar erklärte, mittlerweile hätten alle großen US-Hyperscaler sowie über ein Dutzend Neoclouds (Unternehmen, die ihre Rechenleistung vermieten), KI-Labore Blooms Lösungen für ihre KI-Fabriken validiert. Bloom sei der Standard für dezentrale KI-Stromversorgung geworden.
Beim erneuten Blick in die Bilanz fällt eine weiteres Engagement seitens Bloom Energy auf, das die erste Lektüre noch unterschätzt hat. Laut Fußnote 12 gab es eine aktienbasierte Vorabvergütung an den Kunden eines Kunden im Rahmen der Brookfield-Joint-Ventures. Das ist eine ungewöhnliche, dreistufige Konstruktion, in der Bloom mit eigenen Aktien vorzahlt, damit ein Kunde eines Kunden mitzieht. Der Konzern sichert sein Wachstum inzwischen über komplexe, related-party-lastige Finanzierungsarchitekturen ab und das klingt vielversprechend.
Volatilität bleibt das Kerngeschäftsrisiko
Dass die Aktie vor den Zahlen so stark unter Druck geriet, lag auch an zwei im Juli eingereichten Sammelklagen wegen angeblich verschwiegener chinesischer Scandium-Bezüge.
Am Dienstag, den 28. Juli, dem Tag der Zahlen selbst, fiel die Aktie im regulären Handel noch vor Börsenschluss um rund -11%. Der Markt hatte sich, offenbar geleitet von der schlechten Stimmung der Vortage, auf enttäuschende Zahlen eingestellt. Dann, nach US-Börsenschluss, drehte die Börse einmal um 360 Grad auf ein Plus von rund +10%. Der Aufwärtstrend setzte sich in den folgenden Handelstagen fort. Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie stark Erwartungshaltung und Optionsmarkt-Positionierung (die Put/Call-Ratio lag vor den Zahlen bei bärischen 2,65) den kurzfristigen Kursverlauf verzerren können, unabhängig von der fundamentalen Realität.
Der Aschenbrenner-Faktor
Wer die Bloom-Energy-Story seit Ende 2025 verfolgt, kommt an einem Namen nicht vorbei: Leopold Aschenbrenner, der frühere OpenAI-Forscher, der mit seinem Manifest Situational Awareness bekannt wurde und seither den Hedgefonds Situational Awareness LP leitet. Seine Kernthese: Nicht Algorithmen, sondern Strom werde zum eigentlichen Flaschenhals der KI-Revolution. So begann seine Positionierung bei Bloom Energy, die bis heute die größte Einzelposition seines Fonds ist.
Im ersten Quartal 2026 reduzierte der Fonds allerdings die Position bereits um rund 35%. Weitere Verkäufe entstanden durch den Rückschlag im Juli, bei dem die Hebel- und Derivat-Positionen des Fonds unter Druck gerieten und weitere Liquidation erzeugten.
ℹ️ Bloom Energy in Kürze
- Bloom Energy (WKN: A2JQTG) ist ein 2001 gegründetes amerikanisches Wasserstoffunternehmen mit Sitz in San José in Kalifornien.
- Das Unternehmen produziert und vertreibt Festoxid-Brennstoffzellen für den Einsatz in der stationären Energieversorgung.
- Kernprodukt ist der Bloom Energy Server, dessen Zellen durch Oxidation elektrischen Strom aus Wasserstoff, Erdgas, Biogas oder Diesel herstellen.
- Seit 2018 ist Bloom Energy börsennotiert und aktuell ca. 61 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Meiner Meinung nach klingt alles sehr attraktiv an dieser Aktie, außer das erwartete KGV von 60. Wenn der Markt wieder mal seine Skepsis an den Kursen zeigt, dann dürfte Bloom Energy extrem davon betroffen sein und der Kurs stärker einbrechen.
Außerdem ist die Aktie mit über +100% Kurszuwachs bereits sehr gut gelaufen und das macht sie umso anfälliger für Gewinnmitnahmen. Daher ist es aktuell kein guter Einstiegszeitpunkt, wenn auch das Geschäftsmodell noch extremes Wachstum verspricht.
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