Puma-Aktie: Nach deutlichem Kursanstieg noch einsteigen?
Neuausrichtung greift
Puma befindet sich weiterhin mitten in einem umfangreichen Transformationsprozess. Im Mittelpunkt des sogenannten Reset-Programms stehen der Abbau überhöhter Lagerbestände, eine Verbesserung des Produkt- und Vertriebsmixes sowie eine nachhaltige Steigerung der Profitabilität.
Das zweite Quartal war noch deutlich von diesen Maßnahmen geprägt. Der währungsbereinigte Umsatz ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,4% auf 1,7 Milliarden € zurück.
Ein wesentlicher Bestandteil der Neuausrichtung ist die Reduzierung des margenschwächeren Großhandelsgeschäfts. Gleichzeitig soll der Direktvertrieb über eigene Geschäfte und den Onlinehandel gestärkt werden. Zusätzlich belastete die schwächere Konsumnachfrage.
Von der Fußball-Weltmeisterschaft konnte Puma bislang deutlich weniger profitieren als Adidas. Nach Unternehmensangaben hatte das Turnier keinen wesentlichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung.
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Profitabilität weiterhin gering
Trotz des Umsatzrückgangs gibt es positive Signale bei der Ertragsentwicklung. Allerdings besteht hier noch viel Luft nach oben.
Die Rohertragsmarge verbesserte sich um 180 Basispunkte auf 48%. Der operative EBIT-Verlust im zweiten Quartal halbierte sich auf 53,1 Millionen €.
Allerdings erzielte Puma im ersten Quartal noch ein operatives Ergebnis von 64,4 Millionen €. Die Ertragsentwicklung bleibt daher weiterhin volatil.
Deutlich voran kommt dagegen der Abbau der Lagerbestände. Diese reduzierten sich um 15,3% auf 1,8 Milliarden €. Bis Ende 2026 soll sich das Vorratsniveau weiter normalisieren.
Auch der Free Cashflow entwickelte sich sehr erfreulich. Aufgrund des geringeren Working Capital und reduzierter Investitionen stieg er deutlich auf 328,8 Millionen €.
CEO Arthur Höld erklärte:
Im zweiten Quartal haben wir den Umbau von PUMA zu einem markenorientierten Unternehmen fortgesetzt.
Prognose bestätigt
Für den weiteren Jahresverlauf bleibt das Management vorsichtig, bestätigte jedoch seine Prognose.
Beim Umsatz wird weiterhin mit einem Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. Beim EBIT erwartet Puma einen Verlust zwischen 50 und 150 Millionen €.
Damit bleibt 2026 ein Übergangsjahr. Entscheidend wird sein, ob sich die eingeleiteten Maßnahmen ab 2027 nachhaltig in Umsatz und Ergebnis niederschlagen.
Bewertung
Die fehlenden zusätzlichen Umsätze durch die Fußball-WM sind zwar enttäuschend. Entscheidend ist jedoch die erfolgreiche Umsetzung des Reset-Programms. Hier kommt Puma nach eigenen Angaben bei Lagerbeständen, Vertrieb und Profitabilität voran. Die volatile Ertragslage beim EBIT sollte nicht überbewertet werden.
Positiv ist zudem, dass die Jahresprognose trotz des schwächeren zweiten Quartals bestätigt wurde. Das spricht dafür, dass das Management für die zweite Jahreshälfte eine Verbesserung erwartet.
Für die Aktie stellt sich allerdings eine andere Frage. Der Kurs hat sich seit dem Tief nahezu verdoppelt, obwohl Puma operativ noch weit von der früheren Ertragsstärke entfernt ist. Ein Teil der zukünftigen Erholung dürfte damit bereits im Aktienkurs berücksichtigt sein.
Zusätzlichen Rückenwind lieferte der Einstieg des neuen Großaktionärs. Dieser kann das Vertrauen der Anleger stärken und für neue strategische Impulse sorgen. Eine Garantie für eine nachhaltige operative Verbesserung ist die Beteiligung jedoch nicht.
ℹ️ Puma in Kürze
- Die Puma SE (WKN: 696960) ist neben Adidas der führende deutsche Hersteller von Sportartikeln. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine breite Palette aller möglichen Sportutensilien in verschiedenen Sportarten.
- Neben dem Hauptsitz im bayerischen Herzogenaurach unterhält Puma Produktionsstätten in mehr als 25 Ländern: Die Produkte werden in über 105 Ländern weltweit vertrieben.
- Das Unternehmen ist im MDAX gelistet. Die Marktkapitalisierung beträgt etwa 4 Milliarden €.
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Fazit
Puma befindet sich auf dem richtigen Weg, doch der Konzernumbau ist noch nicht abgeschlossen. In dem starken Kursanstieg erscheint daher bereits viel Positives eingepreist.
Auf dem aktuellen Kursniveau halte ich die Puma-Aktie daher nicht für ein geeignetes Investment. Für langfristig orientierte Anleger bleibt der Wert interessant, allerdings würde ich auf einen deutlicheren Rücksetzer oder weitere operative Fortschritte warten.
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