Schaeffler-Aktie: Ist dieser Crash eine Kaufchance?
Umsatzziel sinkt um 3 Milliarden €
Schaeffler erwartet für 2028 nur noch einen Konzernumsatz von 24 bis 26 Milliarden €. Bislang hatte das Management 27 bis 29 Milliarden € angepeilt. Gemessen an den jeweiligen Mittelwerten sinkt das Ziel von 28 auf 25 Milliarden € – also um -10,7%.
Die bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 8% und der bereinigte Free Cashflow von 400 bis 600 Millionen € bleiben unverändert. Doch genau darin liegt das Problem: Schaeffler muss dieselbe Marge nun mit erheblich weniger Umsatz erreichen. Rechnerisch reduziert sich das mögliche bereinigte EBIT auf Basis der Zielspannen um 180 bis 240 Millionen €.
Für Powertrain & Chassis hebt Schaeffler das Margenziel um 0,5 Prozentpunkte auf 10,5 bis 12,5% an. Bei Vehicle Lifetime Solutions steigt es ebenfalls um 0,5 Prozentpunkte auf 14 bis 16%.
E-Mobility wird zum Problem
Der größte Rückschlag kommt aus der E-Mobilität. Der Umsatz soll 2028 nur noch 6,25 bis 7,25 Milliarden € erreichen. Zuvor waren es 8,25 bis 9,00 Milliarden €. Im Mittel entspricht das einer Kürzung um -21,7%.
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Besonders brisant: Rund 1,88 Milliarden € und damit rechnerisch fast zwei Drittel der gesamten Absenkung des Konzernziels entfallen auf E-Mobility. Gleichzeitig rechnet das Management dort 2028 nur noch mit einer bereinigten EBIT-Marge von -4 bis 0%. Bislang sollte mindestens der operative Break-even gelingen. Selbst 2028 sind somit weiterhin Verluste möglich.
Q2-Zahlen stehen noch aus
Wichtig: Endgültige Zahlen für das zweite Quartal 2026 wurden noch nicht veröffentlicht. Sie folgen erst am 5. August. Bislang liegen lediglich die Vorabindikationen vom 14. Juli vor.
Danach dürfte der Q2-Umsatz ungefähr auf Vorjahresniveau liegen; 2025 waren es 5,92 Milliarden €. Die bereinigte EBIT-Marge soll gegenüber 3,5% im Vorjahr steigen und sich dem Mittelwert der Jahresprognose von 4,5% nähern. Beim Free Cashflow erwartet Schaeffler dagegen einen moderat negativen Wert – vor allem wegen Auszahlungen für Restrukturierung und Integration.
ℹ️ Schaeffler in Kürze
- Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender Zulieferer der Automobil- und Industriebranche. Der Schwerpunkt dabei liegt bei Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen. Der Konzern befindet sich in einer Umbauphase hin zur Elektromobilität.
- Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenaurach, daneben ist der Konzern weltweit aufgestellt.
- Die Übernahme und Verschmelzung der Vitesco AG wurde Ende September abgeschlossen.
- Das Unternehmen ist im SDAX gelistet und wird aktuell mit rund 6,5 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Der Kurssturz wirkt heftig, ist aber nicht unbegründet. Die Vorabindikationen für Q2 deuten zwar nicht auf einen operativen Einbruch hin. Die deutlich niedrigeren Umsatz- und Margenziele der E-Mobilität beschädigen jedoch die mittelfristige Investmentstory. Die Aktie ist nach dem Absturz optisch günstiger, für einen Einstieg ist es meiner Meinung nach trotzdem zu früh. Anleger sollten zunächst die Halbjahreszahlen und die Erläuterungen des Vorstands am 5. August abwarten. Erst wenn Schaeffler nachvollziehbar erklärt, wie die unveränderten Konzernmargen trotz der niedrigeren Erlösbasis erreicht werden sollen, wird die Aktie wieder interessanter.