Nemetschek-Aktie: Hat sie wirklich Verdoppelungspotenzial?
Die Nemetschek-Aktie treibt Anlegern weiterhin die Tränen in die Augen. Mit einem Kursverlust von -8% ist der Bausoftware-Anbieter am Montagmorgen der mit Abstand schwächste Wert im MDAX. Innerhalb eines halben Jahres hat sich der Aktienkurs fast halbiert. Was zieht die Nemetschek-Aktie immer tiefer in den Kurskeller und ist jetzt vielleicht der beste Zeitpunkt für einen Kauf?
Eine Bank senkt den Daumen
Auslöser des starken Kursrückgangs der Nemetschek-Aktie zum Wochenbeginn ist ein massives Downgrade durch die Schweizer Großbank UBS. Sie senkte nicht nur das Rating der Aktie von „Neutral“ auf „Verkaufen“, sondern strich auch das Kursziel drastisch von bislang 76 auf nunmehr 56 € zusammen. Das entspricht dem aktuellen Kursniveau von Nemetschek.
Die Analysten der UBS warnen davor, dass die Umstellung auf Abo-Modelle ab dem zweiten Jahr zunehmend für Gegenwind beim Cashflow sorgen wird. Zudem sehen sie die Gefahr, dass die Börse die strukturellen Risiken bei langjährigen Verträgen mit der aktuell herrschenden KI-Disruptionsangst verknüpft. Der Markt befürchtet seit Monaten, dass KI-gestützte Designtools klassische CAD/BIM-Software schneller ersetzen könnte als bisher angenommen.
Ein weiterer Belastungsfaktor für die Nemetschek-Aktie könnte auch das neue KI-Modell Claude Mythos sein, dass der Entwickler Anthropic Ende vergangener Woche vorstellte. Zwar hat das Modell, das sich auf IT-Sicherheit fokussiert, keine direkten Auswirkungen auf das deutsche Software-Unternehmen. Doch es gießt weiteres Öl ins Feuer der KI-Angst in der gesamten Software-Branche.
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Am 3-Jahrestief
Das Chartbild der Nemetschek-Aktie ist seit acht Monaten der reinste Horror. Nachdem der MDAX-Wert im August vergangenen Jahres auf ein Allzeithoch geklettert ist, kennt er nur noch eine Richtung, und zwar nach unten.
Inzwischen ist der Aktienkurs beim 3-Jahrestief bei 55 € angekommen. Sollte dieser Support nicht halten, droht ein weiterer Rückfall auf knapp unter 50 €.
Das nächste KI-Opfer
Nun ist also auch die Nemetschek-Aktie zum Opfer der sogenannten „SaaSpocalyse“ geworden. Eine Software-Subbranche nach der anderen wird derzeit von der gewaltigen KI-Disruptionsangst der Börse erfasst. Nun trifft es auch spezialisierte Software-Anbieter im Bausektor.
Besonders exponiert sind Software-Unternehmen mit hohen Bewertungen. Und mit einem Forward-KGV von 26 muss man die Nemetschek-Aktie leider zu dieser Gruppe hinzuzählen.
Aber in meinen Augen ist die Bewertung in dieser Höhe gerechtfertigt, denn die Geschäftsentwicklung von Nemetschek ist hervorragend. Von 2021 bis 2024 steigerte der Software-Anbeiter seinen Umsatz im Schmitt mit 14% pro Jahr. 2025 erhöhte sich das Umsatzwachstum sogar auf fast 20%.
Zugleich ist Nementschek ein hochprofitables Unternehmen. Die operative Marge liegt bei ca. 24%. Und auch die Transformation zu einem Abo-Geschäftsmodell ist sehr erfolgreich verlaufen. Inzwischen machen Abos über 70% des Gesamtumsatzes aus. Der Anteil der planbaren, wiederkehrenden Umsätze liegt inzwischen bei beeindruckenden 92%.
Nicht zuletzt ist die Nemetschek-Aktie auch eine echte Dividendenperle. Die aktuelle Dividendenrendite liegt zwar nur bei mageren 1,2%. Aber Nemetschek zählt zu den kontinuierlichsten Dividendenzahlern mit den höchsten Steigerungsraten unter allen deutschen Unternehmen.
Seit 14 Jahren erhöht der Software-Anbieter kontinuierlich seine Gewinnausschüttungen — und das in seinem rasanten Tempo. Das langfristige Dividendenwachstum liegt bei rund 15%. Für den Aufbau eines passiven Einkommens ist die Nemetschek-Aktie in meinen Augen ein heißer Tipp.
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Bullen und ein Superbulle
Neben einer starken Dividenenperspektive winken auch Kurssteigerungen bei der Nementschek-Aktie. Bei weitem nicht alle Banken sind so pessimistische eingestellt wie die UBS.
Das durchschnittlich Kursziel liegt derzeit bei 87 €, also über +50% über dem aktuellen Kursniveau. Super bullisch ist die US-Großbank JPMorgan, die mit einem fairen Wert von 110 € glatt an eine Kursverdoppelung der Nemetschek-Aktie glaubt. Ganz so optimistisch bin ich nicht eingestellt, aber für langfristig orientierte Anleger (vor allem Dividendenjäger) ist die der MDAX-Titel in meinen Augen auf dem aktuellen Kursniveau ein guter Kauf.
ℹ️ Nemetschek in Kürze
- Bei der Nemetschek SE (WKN: 645290 handelt) es sich um einen Anbieter von Software für Architekten und Ingenieure aus der Bauindustrie. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt also Softwarelösungen für die Planung, das Design, das Bauen sowie die Nutzung von Bauwerken und Immobilien.
- Das Unternehmen verfügt eigenen Angaben zufolge über mehr als sechs Millionen Kunden in mehr als 140 Ländern, der Hauptsitz ist in München.
- Das im MDAX notierte Unternehmen wird mit 6,6 Milliarden € bewertet.