D-Wave Quantum-Aktie: Muss Nvidia jetzt zittern?
Der Stromverbrauch als Wettbewerbsvorteil
Es ist keine Unternehmensmeldung von D-Wave Quantum selbst, die die Aktie des Quantencomputing-Unternehmens dieser Tage stark steigen lässt, sondern eine Trendwende in der allgemeinen Branchenstimmung. Diese Wende ist zwei Industriekonferenzen zu verdanken, die Anfang dieser Woche stattfinden: der Semafor World Economy Summit und der World Quantum Day.
D-Wave-CEO Alan Baratz ist bekannt für sein großes Marketingtalent und er nutzt auch diese beiden Konferenzen, um kräftig Werbung für die Branche und sein eigenes Unternehmen zu machen. Vor globalen Wirtschaftsführern und Regierungsvertretern betonte Baratz, dass Quantencomputing die Phase des Experimentierens verlassen hat und nun reale kommerzielle Werte schaffe.
Besonders hob der D-Wave-Chef die Rolle des Quantencomputerherstellers als zukunftsträchtige Lösung für den explodierenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren hervor.
„Wenn ich Nvidia wäre, müsste ich nun zittern“,
so Baratz markige Worte.
Ihmzufolge sind klassische GPU-Computersysteme Quantencomputern aufgrund ihres Energieverbrauchs weit unterlegen. Während Nvidia-Blackwell-Chipsysteme laut Baratz rund 1.000 kW Leistung benötigen, gibt sich ein D-Wave-System mit gerade mal 10 kW zufrieden. Für die Lösung bestimmter Probleme, die Quantencomputer in Minuten schaffen, würde ein herkömmlicher GPU-Rechner die Energie der ganzen Welt benötigen, sagte der D-Wave-Chef.
Du willst keine Entwicklung im Quantencomputing verpassen? Dann abonniere hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!
Trendwende gelungen?
Durch den starken Kursanstieg zum Wochenbeginn deutet sich eine Trendwende bei der D-Wave Quantum-Aktie an. Von einem nachhaltigen Aufwärtstrend würde ich allerdings erst sprechen, wenn der Kurs wieder die Marke von 20 US$ knackt.
Man braucht viel Fantasie und Optimismus
Die Behauptung, dass Quantencomputing-Systeme komplexe Optimierungsprobleme mit einem Bruchteil des Energieverbrauchs klassischer Supercomputer lösen können, stößt bei institutionellen Investoren und Privatanlegern offenbar auf offene Ohren. Dass Nvidia deshalb zittern muss, halte ich für eine etwas verwegene Behauptung des D-Wave-Chefs, denn der Chipgigant ist ebenfalls seit längerem auf dem Feld des Quantencomputings aktiv.
Ein Investment in die D-Wave Quantum-Aktie ist und bleibt zum jetzigen Zeitpunkt eine Glaubensfrage. Die meisten Analysten glauben an die Zukunft des kanadischen Quantencomputerspezialisten. Die Kursziele zwischen 30 und 40 US$ implizieren eine mehr als Verdoppelung des aktuellen Aktienkurses.
In der Tat hat sich D-Wave Quantum durch die Anfang 2026 abgeschlossene Übernahme von Quantum Circuit sehr gut positioniert. Das Unternehmen fährt nun mit dem Angebot von Quantum Annealing- als auch Gate-Model-Systemen eine „Dual-Plattform“-Strategie — ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Konkurrenten wie IBM oder Rigetti.
Mir ist die D-Wave Quantum-Aktie trotz aller Fantasie und trotz allen Optimismus ihres Chefs einfach zu luftig bewertet. Das Forward-KUV liegt bei über 140. So viel Fantasie und Optimismus kann ich leider gegenwärtig nicht aufbringen.
An diese Aktien glauben wir übrigens mehr als an D-Wave. Schau mal in unsere Top-Picks 2026 rein!
ℹ️ D-Wave Quantum in Kürze
- D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9), kurz D-Wave, ist ein Hardwareunternehmen, das sich mit der Entwicklung von Quantencomputern beschäftigt.
- Das Unternehmen mit dem Hauptsitz in Burnabay, Kanada, wurde 1999 gegründet. Bekannt wurde es durch den Verkauf des ersten Quantencomputers 2011 an Lockheed Martin.
- Neben der Hauptbörse NYSE kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 6,3 Milliarden US$.