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Commerzbank-Aktie: Greift der Bund jetzt doch ein?

Neue Wendung bei Übernahme
Vincent Uhr
Die Commerzbank-Aktie beendete den Freitag mit einem Plus von +0,9% bei 37,67 €. Damit liegt sie rund -3,9% unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,18 €. Im Übernahmekampf mit UniCredit sucht Vorstandschefin Bettina Orlopp inzwischen den Dialog. Gleichzeitig wird eine Sperrminorität des Bundes diskutiert. Kann das die Italiener noch aufhalten?

Orlopp sucht den Dialog mit UniCredit

Der Ton verändert sich. Orlopp erklärte in einer internen Mitteilung, dass beide Banken in den kommenden Wochen und Monaten über den weiteren Weg sprechen werden. Dabei sollen das Geschäftsmodell, der Standort, Arbeitsplätze und die übrigen Aktionäre berücksichtigt werden.

UniCredit könnte nach Abschluss des Übernahmeangebots und dem Zugriff auf weitere Aktien rechnerisch bis zu 47,59% der Commerzbank kontrollieren. Darin enthalten sind 26,77% bereits gehaltener Aktien, 17,6% angediente Papiere sowie Optionen auf weitere 3,22%. Ein Teil der Stimmrechte unterliegt noch regulatorischen Genehmigungen.

Eine absolute Mehrheit wäre damit nicht erreicht. Auf einer schwach besuchten außerordentlichen Hauptversammlung könnte UniCredit trotzdem die Mehrheit der vertretenen Stimmen und großen Einfluss auf die Bank erlangen.

Sperrminorität für rund 5,5 Milliarden €

Die Bundesregierung hält rund 12% der Commerzbank. Für eine Sperrminorität von 25% plus einer Aktie müsste sie weitere 13% zukaufen. Bei einem Börsenwert von etwa 42,5 Milliarden € würde das rund 5,5 Milliarden € kosten.

Damit könnte der Bund grundlegende Beschlüsse blockieren, die eine Mehrheit von 75% erfordern. Die Kontrolle durch UniCredit würde eine Sperrminorität jedoch nicht automatisch verhindern.

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Entscheidend ist: Bislang handelt es sich nicht um einen offiziellen Plan der Bundesregierung. Die Forderung wurde von der AfD-Fraktion erneut aufgegriffen. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am 15. Juli, dass die Bundesregierung die Fusion beziehungsweise Übernahme nicht verhindere. Der Bund lehnt das Vorgehen von UniCredit ab und hat seine Aktien nicht angedient.

Starke Zahlen sind das bessere Argument

Für die Commerzbank spricht nicht nur die Übernahmefantasie. Im ersten Quartal stieg der Nettogewinn um +9% auf 913 Millionen €. Das operative Ergebnis verbesserte sich um +11% auf den Rekordwert von 1,4 Milliarden €. Für 2026 erwartet das Management einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden €.

Daraus ergibt sich derzeit ein KGV von rund 12,5. Das ist für eine Bank nicht mehr ausgesprochen günstig. Für 2026 hält die Commerzbank jedoch an einer Ausschüttungsquote von 100% des Nettogewinns nach AT1-Kupons fest. Das Geld soll über Dividenden und Aktienrückkäufe zurückfließen. Neue Quartalszahlen folgen am 6. August.

Apropos, Dividende: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit 42,2 Milliarden € bewertet.

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Vincent Uhr

Fazit

Für mich bleibt die Commerzbank eine Aktie, die in dem Übernahme-Poker sehr viel Kursfantasie bereits eingepreist hat. Die Sperrminorität ist bislang nur eine politische Forderung. Operativ ist die Bank stark, doch bei 37,67 € ist die Aktie schon gut gelaufen. Für den Moment würde ich daher die Finger von der Aktie lassen. Eine mögliche Übernahme ist kein Investment-Case, auf den ich gerne baue.