Schott Pharma hat heute für eine echte Überraschung gesorgt. Der Mainzer Pharmazulieferer, im SDax notiert, hebt nach einem starken dritten Quartal seine Jahresprognose gleich in mehreren Punkten an. Und der Markt quittiert das mit einem kräftigen Kurssprung von bis zu 22 Prozent am Donnerstag.
Prognose deutlich angehoben
Beim währungsbereinigten Umsatzwachstum rechnet Schott Pharma für das Geschäftsjahr 2026 nun mit 5 bis 6 Prozent. Bisher waren es 2 bis 5 Prozent. Auch bei der Ebitda-Marge geht das Unternehmen jetzt von 27 bis 28 Prozent aus, statt wie zuvor von rund 27 Prozent. Beide Werte liegen laut Schott über den Markterwartungen. Das ist ein klares Aufwärtssignal.
Auf Basis vorläufiger Zahlen erzielte Schott im dritten Quartal ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund 8 Prozent bei einer operativen Marge von rund 27 Prozent. Der Markt hatte im Schnitt nur 3,5 Prozent Umsatzwachstum und 27,5 Prozent Marge erwartet. Besonders beim Umsatz wurden die Erwartungen also massiv übertroffen.
Einigung mit Schlüsselkunden als Wendepunkt
Neben der operativen Entwicklung und einem starken Schlussquartal nennt Schott eine Einigung mit einem wichtigen Kunden im Bereich Glasspritzen als Grund für die Anhebung. Diese Einigung beinhaltet sowohl Umsatz- als auch Ausgleichskomponenten, die sich in zukünftigen Perioden auswirken werden. Genau dieser Kunde war laut RBC-Analyst Charles Weston der Auslöser für die Gewinnwarnung im Dezember 2025. Dass das Thema nun vom Tisch ist, nimmt dem Titel einen erheblichen Belastungsfaktor.
Wo steht die Aktie charttechnisch
Meiner Meinung nach ist das Chartbild bei Schott Pharma weiterhin ambivalent. Im März fiel die Aktie auf ein Rekordtief von 12,62 €. Seither läuft eine Erholung, aktuell notiert das Papier bei gut 20 €. Bis zum Allzeithoch aus dem Frühjahr 2024 bei über 43 € ist der Weg noch weit. Den vollständigen Quartalsbericht will Schott am 12. August veröffentlichen.
Meiner Überzeugung nach dürfte die heutige Meldung die Stimmung rund um Schott Pharma spürbar aufhellen. Die Kombination aus überraschend starken Quartalszahlen, einer deutlich angehobenen Prognose und dem gelösten Kundenkonflikt könnte weiteren Auftrieb liefern. Ob daraus eine nachhaltige Kurserholung in Richtung alter Hochs wird, bleibt jedoch abzuwarten. Für Anleger, die auf eine Fortsetzung des Erholungskurses setzen wollen, könnte der vollständige Bericht am 12. August der nächste wichtige Katalysator sein.
Quelle: dpa-AFX
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