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Rheinmetall-Aktie: Jetzt verkaufen oder halten?

Rüstungsaktie unter Druck
Redaktion | Wirtschaft

Rheinmetall-Aktie bricht mehr als zwölf Prozent ein. Ein einziger Magazinbericht reicht aus, um Milliarden an Börsenwert zu vernichten. Was steckt dahinter?

Pistorius wechselt das Lager

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" plant Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, das Projekt zum Bau von Fregatten des Typs F126 nicht weiter fortzusetzen. Stattdessen soll nun TKMS mit seinen Fregatten des Typs Meko-200 zum Zug kommen. Für Rheinmetall ist das ein Desaster. Die Düsseldorfer hatten den Schiffsbauer Naval Vessels Lürssen (NVL) übernommen, der als Generalunternehmer für das F126-Projekt vorgesehen war.

Herber Rückschlag für Rheinmetall

JPMorgan-Analyst David Perry spricht von einem "herben Rückschlag". Den Auftragswert beziffert er auf rund 12 Mrd. €. Das ist kein Pappenstiel. Rheinmetall dürfte damit die eigenen Vorgaben für den Auftragseingang im zweiten Quartal und im Gesamtjahr wohl verfehlen. Ob die NVL-Übernahme damit quasi ihre Geschäftsgrundlage verliert, ist noch offen. Der Bund könnte NVL für ein anderes Kriegsschiff beauftragen oder das Unternehmen als Subunternehmer einsetzen.

Börse reagiert gnadenlos

Die Reaktion an der Börse war eindeutig. Rheinmetall-Aktien brachen heute Morgen um mehr als zwölf Prozent ein und rutschten auf das tiefste Niveau seit April des vergangenen Jahres. Auf der anderen Seite schossen TKMS-Papiere um mehr als elf Prozent hoch. Klarer Fall: Die Börse bestraft den Verlierer und belohnt den Gewinner ohne Umschweife. Für Rheinmetall-Anleger stellt sich jetzt die Frage, ob der Rücksetzer eine Kaufgelegenheit ist oder ob weiterer Druck droht, sollten sich die Auftragsziele nicht anderweitig kompensieren lassen.

Quelle: dpa-AFX

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