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Eon-Aktie: Jetzt einsteigen, solange die Zinsen nachgeben?

Energiewerte im Fokus
Redaktion | Börse

Versorgeraktien schieben sich nach vorne. Der Stoxx Europe 600 Utilities kletterte heute bis an die Chartmarke von 570 Punkten, das ist das höchste Niveau seit Mai. Treiber dahinter ist ein nachlassender Zinserhöhungsdruck in den USA nach dem Arbeitsmarktbericht vom Donnerstag.

Zinssensitiv und Dividendenstark

Der Versorgersektor reagiert besonders empfindlich auf Zinserwartungen. Das Geschäftsmodell ist kapitalintensiv, steigende Zinsen verteuern Fremdfinanzierungen erheblich. Obendrauf kommt, dass die typisch hohe Dividendenrendite von Versorgern bei steigenden Marktzinsen als Kaufargument an Strahlkraft verliert. Kommen die Zinsen aber nicht mehr weiter hoch, kehrt genau dieses Argument zurück. Und das spüren die Kurse heute.

Reformpaket gibt zusätzlichen Rückenwind

Das Reformpaket der Bundesregierung vom Donnerstag setzt noch einen drauf. Es sieht eine Nachschärfung bei der Einführung intelligenter Stromzähler vor, eine Voraussetzung, die für das Gelingen der Energiewende kaum zu unterschätzen ist. Für Versorger in Deutschland ist das ein strukturelles Signal, das über den Tageshandel hinausgeht.

Eon mit fast 4 Prozent vorn

Die stärkste Einzelbewegung kommt von Eon. Die Aktie sprang heute um knapp 4 Prozent auf rund 19,10 €. Damit hat sie die 100-Tage-Linie nach oben durchbrochen. Das nächste Ziel ist das Jahreshoch vom März bei 20,39 €. Analyst Robert Pulleyn von Morgan Stanley schraubte sein Kursziel am Donnerstagabend auf 22 € nach oben. Sein Kollege Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler hatte bereits im Mai 24 € auf dem Zettel. Meiner Meinung nach ist der Ausbruch über die 100-Tage-Linie charttechnisch ein klares Kaufsignal, solange das Zinsumfeld mitspielt.

Was bedeutet das für Anleger

Versorger profitieren doppelt: weniger Zinsdruck, mehr politischer Rückenwind. Eon steht mit dem Ausbruch über die 100-Tage-Linie und Kurszielen von 22 € bis 24 € gut da. Wer den Sektor beobachtet, sollte das Jahreshoch bei 20,39 € als kurzfristigen Schlüsselwiderstand im Blick behalten.

Quelle: dpa-AFX

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