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Dax: Neue Bestmarke – so viel gewann der Index diese Woche

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Redaktion | Börse

Der Dax hat heute ein weiteres Rekordhoch markiert. Mit einem Plus von 0,5 Prozent kletterte der Leitindex auf 25.706 Punkte, der MDax legte sogar 1,2 Prozent auf 32.928 Zähler zu. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Gewinn von rund vier Prozent. Kein schlechter Abschluss.

KI-Fantasie und Zinshoffnung treiben den Markt

Marktanalyst Timo Emden bringt es auf den Punkt. Das Rekordhoch sei das Ergebnis zweier Kräfte: anhaltende KI-Fantasie auf der einen Seite, nachlassende Zinsangst auf der anderen. Der US-Arbeitsmarktbericht vom Vortag hat dabei geholfen, die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen kurzfristig zu dämpfen. Was bleibt, sind die strukturellen Unsicherheiten aus Geldpolitik und Geopolitik. Die hohen Erwartungen an den KI-Sektor sind ebenfalls noch lange nicht verdaut.

Energieversorger profitieren am stärksten

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Versorgern. Eon sprang um 3,8 Prozent nach oben, RWE legte 1,8 Prozent zu. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Utilities erreichte dabei das höchste Niveau seit Mai. Das kommt nicht von ungefähr, denn der Sektor reagiert sehr sensitiv auf Zinsbewegungen. Hohe Fremdfinanzierungskosten belasten das kapitalintensive Geschäftsmodell der Versorger stark, die zudem mit vergleichsweise hohen Dividendenrenditen punkten. Fällt der Zinsdruck nach, steigt die Attraktivität automatisch wieder. Zusätzlich plant die Bundesregierung eine Nachschärfung bei der Umstellung auf intelligente Stromzähler, was den Energiewendeprozess in Deutschland beschleunigen soll.

Halbleiter oben, Software schwächelt

Die kräftige Erholung der Börsen in Japan und Südkorea zum Wochenschluss, ebenfalls KI-getrieben, schwappte auf die europäischen Halbleiterwerte über. Infineon gewann 1,1 Prozent, Aixtron, Siltronic, PVA Tepla und Suss Microtec verbuchten Aufschläge zwischen 4,3 und 8,1 Prozent. Software-Titel blieben dagegen außen vor. SAP verlor 2,0 Prozent, Nemetschek 0,9 Prozent und Teamviewer 2,8 Prozent.

Rheinmetall unter Druck, GEA mit Rückenwind

Rheinmetall gab 1,4 Prozent ab. Das ist nach einer Wochenerholung von 18 Prozent zwar verschmerzbar, der stornierte Fregatte-F126-Auftrag des Verteidigungsministeriums bleibt aber ein echter Unsicherheitsfaktor. Gelingt es nicht, kurzfristig Ersatzumsätze zu identifizieren, könnte der Erlös im laufenden Jahr um bis zu 300 Mio. € sinken. Auf der anderen Seite stand GEA Group mit einem Plus von 2,4 Prozent. RBC hat die Aktie von "Sector Perform" auf "Outperform" hochgestuft.

Für Anleger bleibt der heutige Tag ein starkes Signal. Der Dax auf Rekordniveau zeigt, dass der Markt Rückenwind hat. Wer auf Versorger oder Halbleiterwerte gesetzt hat, liegt aktuell richtig. Bei Rüstungswerten wie Rheinmetall lohnt ein genauerer Blick auf die Auftragslage, bevor man eine Position aufbaut oder ausbaut.

Quelle: dpa-AFX

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