BMW schockt den Markt. Mit einer drastisch gesenkten Gewinnprognose hat der Münchner Autobauer am Mittwoch den Dax klar nach unten gezogen und gleich eine ganze Branche in Mitleidenschaft gerissen.
Gewinnwarnung mit Wucht
Statt der bisher anvisierten operativen Marge von 4 bis 6 Prozent rechnet BMW in diesem Jahr nur noch mit 1 bis 3 Prozent. Das ist ein Desaster. Mehrere Analysten sprachen von einer "bedeutenden" Gewinnwarnung. Deutsche-Bank-Analyst Tim Rokossa erklärte, die Kürzung an sich sei keine Überraschung gewesen, wohl aber das Ausmaß. Die Gründe: anhaltende Marktschwäche in China und der Iran-Krieg.
BMW-Aktien stürzten am Morgen in der Spitze um 12 Prozent ab und fingen sich erst knapp unter 60 € auf einem Tief seit 2020. Zuletzt betrug der Abschlag noch etwa 7 Prozent. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem Weckruf für die gesamte Branche. Mercedes-Benz verloren 3,8 Prozent, Volkswagen büßten 2,8 Prozent ein.
Dax testet die 25.000 erneut nicht
Der Dax verlor am Nachmittag 0,2 Prozent auf 24.870 Punkte. Zweimal bereits in dieser Woche scheiterte der Leitindex an der 25.000-Punkte-Marke. Nun rückte er wieder an seine 21-Tage-Linie heran. Daneben lauert noch die US-Zinsentscheidung am Abend: Es ist das Debüt von neuem Fed-Chef Kevin Warsh, und Anleger wollen laut eToro-Experte Maximilian Wienke vor allem wissen, ob die Fed unter dem Druck von Donald Trump ihre Unabhängigkeit wahrt.
Fazit
Die BMW-Gewinnwarnung trifft einen ohnehin angeschlagenen Automobilsektor hart. Für den Dax bedeutet das weiteren Gegenwind. Solange Branchenschwergewichte wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen schwächeln, bleibt der Weg über die 25.000 Punkte verbaut. Der Abend bringt mit dem Fed-Entscheid die nächste Weichenstellung.
Quelle: dpa-AFX