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IBM-Aktie: Plötzlich ein hervorragender Dividenden-Titel?

Nach Kurssturz
Redaktion
Ein schwacher Quartalsausblick hat die Aktie von IBM massiv unter Druck gesetzt. Nachdem der US-Technologiekonzern vorläufige Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht hatte, brach der Kurs am Dienstag um 25 Prozent ein – der größte Tagesverlust in der 115-jährigen Unternehmensgeschichte. Dennoch sehen einige Marktbeobachter den Rückschlag als kurzfristiges Problem und verweisen auf die langfristigen Wachstumsperspektiven des Unternehmens.

CEO räumt Fehler offen ein

Mit ungewöhnlich selbstkritischen Worten wandte sich IBM-Chef Arvind Krishna an die Aktionäre. In seinem Schreiben räumte er ein, dass das Unternehmen im zweiten Quartal hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben sei. Kunden hätten ihre Investitionen kurzfristig von IBM-Lösungen hin zu Speicher- und Memory-Produkten verlagert, um sich vor erwarteten Preissteigerungen bei DRAM- und NAND-Speichern einzudecken. Zudem seien mehrere Großaufträge nicht wie geplant abgeschlossen worden, was den Umsatz belastet habe.

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Historischer Kurseinbruch an der Börse

Die Reaktion der Anleger fiel entsprechend drastisch aus. Die IBM-Aktie verlor an einem einzigen Handelstag rund ein Viertel ihres Wertes und liegt seit Jahresbeginn 2026 damit rund 26 Prozent im Minus. Dabei hatte sich das Papier zuvor noch deutlich besser entwickelt: Im Jahr 2025 war die Aktie um 35 Prozent gestiegen, getragen von einer starken Nachfrage nach Mainframes und Servern. Darüber hinaus zählt IBM weiterhin zu den verlässlichen Dividendenwerten im Technologiesektor und hat seine Ausschüttung seit 31 Jahren in Folge erhöht. Durch die Korrektur ist die Dividendenrendite mittlerweile auf über 3 Prozent gestiegen.

Speicherboom belastet das Kerngeschäft

Als Hauptursache für die schwachen Zahlen gilt die derzeit hohe Nachfrage nach Speicher- und Memory-Produkten. Viele Rechenzentrumsbetreiber investieren aktuell verstärkt in DRAM- und NAND-Speicher, um sich vor möglichen Preissteigerungen einzudecken. Davon profitieren vor allem Speicherhersteller, während Investitionen in andere IT-Infrastrukturen vorübergehend verschoben werden. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass sich dieses Ungleichgewicht mit einer Entspannung der Angebotslage wieder normalisieren dürfte.

KI-Mainframes und Quantencomputing als Wachstumstreiber

Langfristig setzt IBM auf neue Technologien. Im Mittelpunkt steht die neue Mainframe-Generation z17, die mit Telum-II-Prozessoren und Spyre-Accelerator-Chips speziell für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz entwickelt wurde. Unternehmen können damit KI-Anwendungen direkt auf ihren eigenen Unternehmensdaten ausführen, ohne diese zur Verarbeitung in eine Cloud übertragen zu müssen.

Parallel investiert IBM massiv in das Zukunftsfeld Quantencomputing. Bis 2029 will der Konzern den ersten großskaligen fehlertoleranten Quantencomputer entwickeln und in den kommenden fünf Jahren mehr als zehn Milliarden US-Dollar in diese Technologie investieren. Damit unterstreicht IBM seinen Anspruch, auch in den nächsten Technologiegenerationen eine führende Rolle einzunehmen.

Ausblick bleibt entscheidend

Bislang hält das Management an einer Umsatzprognose von 17,2 Milliarden US-Dollar für das zweite Quartal sowie einem freien Cashflow von 4,8 Milliarden US-Dollar im bisherigen Jahresverlauf fest. Entscheidend dürfte nun sein, ob IBM bei der Vorlage der endgültigen Quartalszahlen am 22. Juli auch die Jahresziele – ein Umsatzwachstum von fünf Prozent und einen freien Cashflow von 15,7 Milliarden US-Dollar – bestätigen kann. Davon dürfte maßgeblich abhängen, ob das Vertrauen der Anleger zurückkehrt.

ℹ️ IBM in Kürze

  • Die International Business Machines Corporation, kurz IBM, (WKN: 851399) ist ein IT- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Armonk im US-Bundesstaat New York.
  • Der bereits 1911 gegründete Konzern entwirft und entwickelt hochmoderne IT wie KI, Cloud- und Unternehmenssoftware sowie Quantencomputeranwendungen.
  • IBM ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500. Der Börsenwert liegt aktuell bei 206 Milliarden US$.

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Redaktion

Fazit

Der historische Kursrückgang spiegelt vor allem kurzfristige operative Probleme wider und nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der langfristigen Perspektiven. Sollten sich die Investitionen in Speicherlösungen wie erwartet normalisieren und IBM an seinen Jahreszielen festhalten, könnte der jüngste Kurseinbruch für langfristig orientierte Anleger eine interessante Einstiegsgelegenheit Für Value- und Dividenden-Anleger darstellen.

Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.