Deutsche Bank-Aktie: Was gibt es da zu meckern?

Neue Quartalszahlen

Die Deutsche Bank präsentierte gute Quartalszahlen; die Deutsche Bank-Aktie verliert jedoch rund -3% und steht bei 26,60 €. Insgesamt befindet sie sich in einer schwachen Phase. Seit dem Hoch im Januar mit 34 € beträgt der Kursverlust rund -11%. Wo liegt der faire Wert?

Deutsche Bank
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Gewinnsprung erzielt

Die Strategie der Deutschen Bank zahlt sich immer mehr aus. Das Management um Christian Sewing trimmt die Bank auf höhere Erträge. Der Gewinn vor Steuern stieg um 7% auf 3 Milliarden €. Nach Abzug der Steuern lag er bei 2,2 Milliarden € – das entspricht einem Anstieg von 8%. Zu dem Erfolg trugen alle Bereiche bei. Der Löwenanteil mit 1,4 Milliarden € kam trotz eines Rückgangs von 7% aus dem Investmentbereich.

Die Erlöse stiegen lediglich um 2% auf 8,6 Milliarden €. In den einzelnen Segmenten kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen. Im Privatkundengeschäft stiegen die Erlöse um 10%, in der Unternehmensbank sanken sie um 3%. Im Investmentgeschäft blieben die Erlöse mit 3,37 Milliarden € nahezu unverändert.

Sehr positiv entwickelte sich die Kosten-Ertrag-Relation, sie sank von 61,2 auf 58,9. Ebenfalls positiv stieg die Eigenkapitalrendite von 11,9 auf 12,7%.

Insgesamt sind die Geschäftszahlen der ersten drei Monate sehr gut ausgefallen. Die Bank kommt ihrem langfristigen Ziel näher.

Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, kommentierte den Jahresauftakt so:

Die Entwicklung im ersten Quartal ist ein sehr guter Start in die nächste Phase unserer Strategie.

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Neue Wachstumsphase gestartet

Im Zeitraum von 2026 bis 2028 soll die nächste Wachstumsphase beginnen. Nachdem 2025 neue Rekordergebnisse, Nettogewinn auf 7,1 Milliarden € verdoppelt, gemeldet wurden, liegt jetzt der Ausbau der Globalen Hausbank im Fokus. Das Ziel ist, das Institut zum führenden europäischen Champion im Bankgeschäft auszubauen. Hierzu wird mit steigenden Erlösen sowie weiter sinkenden Kosten gerechnet. Die Aufwand-Ertrag-Relation soll von 64% im laufenden Geschäftsjahr auf unter 60% sinken. Ebenfalls wird mit einer weiter steigenden Eigenkapitalverzinsung gerechnet.

Auf Konzernebene werden für das laufende Geschäftsjahr Erlöse von 33 Milliarden € erwartet. Das operative Ergebnis soll stark ausfallen, konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Trotz des Iran-Konflikts wird mit keinen höheren Kreditausfällen gerechnet.

Potenzial vorhanden

Der Rückgang des Aktienkurses beruht hauptsächlich auf dem Iran-Konflikt. Hier wurden alle Aktien in Sippenhaft genommen. Dass die Bank dadurch keine höheren Kreditrisiken erwartet, ist ein gutes Zeichen.

Aus meiner Sicht ist die Aktie deutlich unterbewertet, den fairen Kurs sehe ich bei 35 €. Allerdings ist die allgemeine Börsenlage sehr unsicher; daher ist mit einem schnellen Kursanstieg vorerst nicht zu rechnen. Das Positive an dem Kursrückgang ist, dass die Dividendenrendite auf aktuell 3,7% stieg.

Die Analysten teilen meine Einschätzung. Deren mittleres Kursziel liegt bei 35,30 €. Die Bandbreite der Einzelbewertungen reicht von 32 bis 40 €.

Mein Fazit: Neben einer guten Dividendenrendite besteht bei dem jetzige Kursniveau viel Potenzial.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

ℹ️ Deutsche Bank in Kürze

  • Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
  • Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
  • Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell 50,6 Milliarden €.
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