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CoreWeave-Aktie: Warum steht diese KI-Perle nicht viel höher?

Rekordnachfrage und massive Expansion
Redaktion
CoreWeave zählt zu den wichtigsten Infrastruktur-Anbietern im boomenden Markt für Künstliche Intelligenz. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung ungebrochen hoch bleibt und CoreWeave seine Marktposition durch den konsequenten Ausbau von Kapazitäten weiter stärkt. Die Aktie bestitzt Nachholpotenzial.

CoreWeave setzt den Ausbau seiner Rechenzentrums- und Energieinfrastruktur mit hohem Tempo fort. Die aktive Stromkapazität liegt inzwischen bei mehr als einem Gigawatt und damit deutlich über dem Niveau des Vorquartals. Gleichzeitig wächst auch die vertraglich gesicherte Stromversorgung kontinuierlich.

Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit der Expansion: Nachdem im gesamten Jahr 2025 insgesamt elf Rechenzentren hinzugekommen waren, eröffnete das Unternehmen allein im ersten Quartal 2026 bereits sechs weitere Standorte. Die zunehmende Verfügbarkeit vertraglich gesicherter Energie schafft dabei die Grundlage für weiteres Wachstum.

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Umsatzwachstum bleibt auf außergewöhnlichem Niveau

Die Geschäftsentwicklung von CoreWeave zeigt weiterhin eine bemerkenswerte Dynamik. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,1 Milliarden US-Dollar und steigerte die Erlöse damit im Jahresvergleich um 112 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal bedeutete dies sogar eine leichte Beschleunigung des Wachstums.

Zudem übertraf CoreWeave die Erwartungen der Analysten deutlich. Die starke Entwicklung wurde durch neue Aufträge von KI-Laboren, Hyperscalern und Unternehmenskunden getragen. Zu den namhaften Kunden zählen unter anderem Meta und Anthropic. Darüber hinaus brachte CoreWeave als erster Anbieter Nvidias neue Vera Rubin NVL72-Plattform in Betrieb und unterstreicht damit seine technologische Führungsposition im Markt für KI-Rechenleistung.

Auftragsbestand unterstreicht langfristige Nachfrage

Die Nachfrage nach den Diensten des Unternehmens bleibt außerordentlich hoch. Nach Aussagen des Managements war das erste Quartal das stärkste Buchungsquartal der Unternehmensgeschichte.

Der Auftragsbestand stieg im Jahresvergleich um 284 Prozent auf 99,4 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorquartal legte das Volumen von 66,8 Milliarden auf 99,4 Milliarden US-Dollar zu. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Nachfrage das derzeit verfügbare Angebot teilweise sogar übersteigt.

Da sich ein Teil dieser Aufträge über mehrere Jahre erstreckt, verfügt CoreWeave über eine hohe Visibilität hinsichtlich künftiger Umsätze. Die Sorge, der aktuelle Nachfrageboom könne lediglich kurzfristiger Natur sein, erscheint angesichts dieser Zahlen zunehmend unbegründet.

Vorübergehender Druck auf die Profitabilität

Weniger überzeugend präsentierten sich die Margen im ersten Quartal. Die bereinigte operative Marge sank von 17 Prozent im Vorjahreszeitraum auf lediglich 1 Prozent.

Allerdings ist diese Entwicklung vor allem auf die hohen Vorleistungen für den Kapazitätsausbau zurückzuführen. Neue Infrastruktur verursacht zunächst Kosten, bevor die entsprechenden Umsätze vollständig wirksam werden. Gleichzeitig zeigen die Verwaltungsaufwendungen, dass die betriebliche Effizienz nicht grundsätzlich unter Druck geraten ist. Die allgemeinen Verwaltungskosten gingen gegenüber dem Vorjahr sogar leicht zurück.

Auch wenn der bereinigte Gewinn je Aktie die Markterwartungen verfehlte, spricht vieles dafür, dass sich die Profitabilität mit zunehmender Auslastung der neuen Kapazitäten wieder verbessert.

Hohe Investitionen treiben Expansion voran

Die Investitionsausgaben bleiben auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Zwar gingen die Ausgaben gegenüber dem Vorquartal leicht zurück, im Jahresvergleich ergibt sich jedoch weiterhin ein massiver Anstieg.

Angesichts des starken Umsatzwachstums und des nahezu 100 Milliarden US-Dollar schweren Auftragsbestands erscheinen diese Investitionen nachvollziehbar. Das Unternehmen investiert gezielt in zusätzliche Kapazitäten, um die hohe Nachfrage bedienen zu können und weiteres Wachstum zu ermöglichen.

Jahresziele bestätigen Wachstumskurs

Für das Gesamtjahr 2026 hält CoreWeave an seiner Umsatzprognose von 12 bis 13 Milliarden US-Dollar fest. Das bereinigte operative Ergebnis soll zwischen 900 Millionen und 1,1 Milliarden US-Dollar liegen.

Positiv ist zudem die Anhebung der Erwartungen für die annualisierte Umsatzrate zum Jahresende. Diese soll nun zwischen 18 und 19 Milliarden US-Dollar liegen. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen aufgrund höherer Komponentenpreise mit Investitionen zwischen 31 und 35 Milliarden US-Dollar.

Das Management erwartet darüber hinaus eine schrittweise Verbesserung der operativen Marge im Jahresverlauf und strebt bis zum vierten Quartal wieder Margen im niedrigen zweistelligen Bereich an.

Differenzierung über reine Rechenleistung hinaus

Im Wettbewerb um KI-Kunden setzt CoreWeave zunehmend auf zusätzliche Dienstleistungen. Mit der Einführung von Sandboxes bietet das Unternehmen KI-Forschern sichere und isolierte Entwicklungsumgebungen für Modelltests, Reinforcement Learning und Evaluierungen.

Darüber hinaus wurden neue Lösungen für agentische KI vorgestellt, die Entwicklungs- und Trainingsprozesse beschleunigen sollen. Damit positioniert sich CoreWeave zunehmend als umfassender Technologiepartner und nicht ausschließlich als Anbieter von Rechenkapazitäten.

Diese strategische Erweiterung des Angebots könnte langfristig die Kundenbindung stärken und zusätzliche Wachstumspotenziale erschließen.

Anspruchsvolle Kapitalstruktur

Die größte Herausforderung für CoreWeave bleibt die Finanzierung des rasanten Wachstums. Zum 31. März 2026 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 2,24 Milliarden US-Dollar und Gesamtumlaufvermögen von 5,61 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig ist die Verschuldung weiterhin hoch. Das Verhältnis von Verbindlichkeiten zu Eigenkapital liegt aktuell bei 10,7 und damit zwar unter dem Wert von 13,8 aus der vorherigen Analyse, bewegt sich aber weiterhin auf einem anspruchsvollen Niveau. Angesichts der hohen Investitionspläne könnte zusätzlicher Kapitalbedarf entstehen, was die Bedeutung einer soliden Finanzierungspolitik weiter erhöht.

Bewertung eröffnet ausreichend Potenzial

Trotz der starken Kursentwicklung erscheint die Bewertung im historischen Vergleich weiterhin moderat. Das erwartete Kurs-Umsatz-Verhältnis für die kommenden zwölf Monate ist zuletzt zwar von 3,5 auf 5,3 gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter den Höchstständen des vergangenen Jahres.

Angesichts des Umsatzwachstums von 112 Prozent sowie des um 284 Prozent gestiegenen Auftragsbestands befindet sich CoreWeave weiterhin in einer Phase außergewöhnlich hoher Expansion. Sollte das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen, könnte die aktuelle Bewertung noch Spielraum für weitere Aufwertungen bieten.

ℹ️ CoreWeave in Kürze

  • CoreWeave (WKN: A413X6) mit Sitz in Livingstone im US-Bundesstaat New Jersey ist ein 2017 gegründetes KI-Cloud-Computing-Startup.
  • Das Unternehmen baut und betreibt Hochleistungsrechenzentren mit einer Cloud-basierten GPU-Infrastruktur.
  • Die Kunden von CoreWeave sind im Wesentlichen die Entwickler von KI-Anwendungen, darunter Alphabet, Meta Platforms, Microsoft und OpenAI.
  • CoreWeave gab im März 2025 sein Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq. Das Tech-Unternehmen ist ca. 65 Milliarden US$ wert.

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Redaktion

Fazit

CoreWeave überzeugt weiterhin mit außergewöhnlich starkem Wachstum, einer rekordhohen Nachfrage und einem massiv steigenden Auftragsbestand. Die hohe Verschuldung und die enormen Investitionen bleiben wichtige Beobachtungspunkte, doch die operative Dynamik und die langfristigen Perspektiven sprechen derzeit für weiteres Potenzial der Aktie.

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